STRABAG

    STRABAG PFS: Tarifvertrag Zeitwertkonten - ver.di vereinbart …

    STRABAG PFS: Tarifvertrag Zeitwertkonten - ver.di vereinbart Eckpunkte

    ver.di konnte jetzt mit dem Arbeitsgeber die Eckpunkte eines künftigen Zeitwertkonten-Tarifvertrags vereinbaren. „Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um die weitgehende Arbeitszeitautonomie bei STRABAG PFS zu erhalten und auszubauen“, so ver.di Verhandlungsführer Pascal Röckert.

    Tarifinfo STRABAG PFS - Zeitwertkon ver.di FB 9 Tarifinfo STRABAG PFS - Zeitwertkonten - Seite 1

    ver.di setzt sich durch - Grundlagen für Tarifvertrag sind gelegt

    Mit der Komplettierung der Arbeitszeitregelungen um den Aspekt Langzeitkonto wird der bewährte Tarifvertrag Arbeitszeitkonto als zentraler Bestandteil der Arbeitszeitnormen bei STRABAG PFS fest verankert und sinnvoll ergänzt. Gleichzeitig soll das Sonderkonto, es war nur als Übergangslösung gedacht, wieder auflöst werden. Die Regularien zur Mehrarbeit bleiben erhalten.

    Die Verhandlungen, die ihren Ursprung bereits in 2015 haben, liefen nicht immer flüssig und haben an den drei Verhandlungsrunden eine Menge Überzeugungskraft bedurft. Insbesondere die Frage, wer denn alles ein Zeitwertkonto führen darf und natürlich der von ver.di geforderte Arbeitgeberbeitrag waren stets kritische Punkte. In der letzten Verhandlungsrunde am 23. Januar konnte ver.di einen Durchbruch erreichen und sich in den strittigen Themen durchsetzen.

    Die Ergebnisse wurden in Eckpunkten festgehalten, die nun in Folge zu einem Tarifvertrag entwickelt werden.

    Die wichtigsten vereinbarten Eckpunkte im Überblick

    Freiwillige Teilnahme auf Antrag für alle Tarifbeschäftigten (außer Auszubildende und Duale Studenten) sowie beurlaubten Beamten möglich.

    Das Zeitwertkonto wird entsprechend gesetzlichen Bestimmung in Geld geführt. Es ist gegen Insolvenz gesichert.

    In das Zeitwertkonto kann eingebucht werden:

    • Zeit aus dem Arbeitszeitkonto (bis zu 180 Std. Nettoarbeitszeit/Jahr),
    • Mehrarbeitszuschläge,
    • Mehrleistung (aus gleitender Arbeitszeit) nach vorheriger Vereinbarung mit dem Arbeitgeber (bis zu 180 Std./Jahr),
    • Bruttoentgelt und Pauschalen

    Arbeitgeberbeitrag:
    Für sämtliches Einbringen von Zeit gilt: Der Arbeitgeber zahlt pro 12 Stunden eine zusätzliche Stunde (entspricht ca. 8 %) in Entgelt auf das Zeitwertkonto ein. Dieser Zuschuss wird auch bei der Entgeltumwandlung bis zu einem umgewandelten Betrag von 240 € gezahlt.

    Alle Zeiten werden zuerst im Arbeitszeitkonto erfasst.
    Von dort aus erfolgt je nach Wahl des Arbeitnehmers entweder Freizeitausgleich, Umbuchung auf das Zeitwertkonto oder Auszahlung
    (letzteres nur für Zeiten aus Mehrarbeit und Störungsbeseitigung bis max. 180 Std./Jahr).

    Tarifinfo STRABAG PFS - Zeitwertkonten - Seite 2 ver.di FB 9 Tarifinfo STRABAG PFS - Zeitwertkonten - Seite 2

    Freistellung von der Arbeit kann

    • in Verbindung mit gesetzlichen Freistellungen wie Elternzeit, Familienpflegezeit,
    • Blockfreizeit vor Rente, Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder für Sabbaticals erfolgen, oder
    • als Aufstockungsleistung bei Teilzeitarbeit.

    Während der Freistellung besteht das Beschäftigungsverhältnis fort und das Entgelt wird aus dem Zeitwertkonto gespeist.

    Mindestzeiträume für die Freistellung betragen in Verbindung mit Eltern- / Familienpflegezeit bzw. vor Rentenbezug 1 Monat, für Sabbatical 3 Monate; kein Mindestzeitraum bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.

    3 Monate vorher ist der Wunsch auf Freistellung beim Arbeitgeber anzukündigen, dieser hat eine einmalige Veto-Möglichkeit.

    Weitere Eckpunkte:

    • Keine zwangsweise Auszahlung aus dem Arbeitszeitkonto
    • die Wahlmöglichkeit zur Umbuchung in das Zeitwertkonto oder zur Auszahlung besteht im Voraus und je Quartal
    • steuerfreie Zuschläge werden weiterhin ausgezahlt
    • in Härtefällen ist ein kurzfristiges Stoppen der Entgeltumwandlung möglich
    • Verwaltungskosten trägt die STRABAG PFS
    • die Arbeitgeberanteile an der Sozialversicherung werden in einem separaten Topf geführt
    • besteht bereits eine Altersteilzeit, ist die Neu-Beantragung eines Zeitwertkontos nicht mehr möglich
    • Umwandlung von Zeit in Geld erfolgt auf Basis der Vergütung am Entstehungstag
    • Freistellungszeiträume betragen ganze Kalendermonate
    Grafik aus Tarifinfo STRABAG PFS - Zeitwertkonten ver.di FB 9 Grafik

    Der Zeitrahmen für die Verhandlungen

    Die Aufnahme von Verhandlungen zu Zeitwertkonten wurde mit dem Änderungstarifvertrag Arbeitszeit im Februar 2016 vereinbart. Hier wurde auch für den Fall einer Nichteinigung ein kurzfristiges Sonderkündigungsrecht bis Ende März 2017 vereinbart, mit Rückfallregelungen in den Zustand vor April 2016. Bis rechtzeitig vor Ende der Frist muss also ein zustimmungsfähiger, ausformulierter Vertrag verhandelt sein.

    Die Einführung des Zeitwertkontos erfolgt dann im Sommer 2017.

    So geht es weiter:

    Aus den vereinbarten Eckpunkten ist nun ein fertiger Tarifvertrag zu formulieren. Termine sind bereits im Februar vereinbart. Wir werden weiterhin über den Stand informieren.

    Nach Abschluss der Verhandlungen können sich die Arbeitnehmer entscheiden, ob sie ihr im Sonderkonto angespartes Zeitguthaben in das Zeitguthaben überführen oder ausbezahlt haben wollen.

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

    Jedes Mitglied stärkt ver.di – nur starke Gewerkschaften haben Tariferfolg.

    Nur gemeinsam können wir auch in Zukunft gute Ergebnisse erreichen. Deshalb gilt: Mitglied werden – jetzt!