Telefónica - E-Plus

    Telefónica: Mogelpackung Mitarbeiter-Guthaben?

    Telefónica: Mogelpackung Mitarbeiter-Guthaben?

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    Einseitige Kündigung der KBV Mitarbeiter-Guthaben

    Zum Monatsende kündigte Telefónica Germany GmbH& Co.OHG einseitig eine geltende Konzernbetriebsvereinbarung zum Mitarbeiter-Guthaben. Grund ist die Einführung einer konzernweiten einheitlichen Regelung für die Bereitstellung und Nutzung von Diensthandys und ergänzender Mitarbeiter-Guthaben. Für die Beschäftigten der oHG waren Mitarbeiter-Guthaben bislang sowohl kollektiv (Konzernbetriebsvereinbarung) als auch individualrechtlich (Arbeitsvertrag) festgelegt.

    Diensttarif, Rabatt und Diensthandy

    Der Arbeitgeber plant offenbar für die OHG-Beschäftigten die Bereitstellung von Smartphones als Diensthandy, die private Nutzung im fiktiven Tarifwert von 70 € und ein Rabattbetrag in Höhe von 45€, den die Mitarbeiter für Telefónica-Services verwenden können. Telefónica errechnet daraus einen Benefit für die Beschäftigten von 70€ plus 45€ plus ca. 450€ für Endgeräte (Zeitwert Smartphone über drei Jahre). Die Gewährung dieser Vergünstigungen ist für die Beschäftigten steuerfrei.

    Gibt es einen Haken?

    Das hört sich doch alles ganz gut an. Doch um die Pläne des Arbeitgebers zu bewerten, sollten verschiedene Aspekte in Betracht gezogen werden. Für ver.di sind das unter anderem folgende:

    • Das bisher verfügbare Mitarbeiter-Guthaben (80 €) war für die Beschäftigten im Rahmen von O2-Services rein privat und frei nutzbar (unabhängig von den genutzten Endgeräten). Dieses so verwendbare Guthaben reduziert sich nun auf 45 Euro eine Reduzierung um 44 Prozent!
       
    • Das Mitarbeiter-Guthaben wurde Anfang der 2000er Jahre zwischen Tarifvertragsparteien (Telefónica und Gewerkschaft) eingeführt. Im Gegenzug zum Mitarbeiter-Guthaben, wurde auf Entgelt verzichtet.
       
    • Entgelte in Form von Geld ist frei verfügbar und kann beliebig verwendet werden. Mitarbeiter-Guthaben an Stelle von Geld schränkt den Nutzen auf Telefónica-Dienste ein. Rabatte oder Guthaben können nicht gespart werden und verfallen am Monatsende. Dem Verzicht auf Einkommen steht dann nichts Gleichwertiges gegenüber.
       
    • Für nicht alle oHG-Beschäftigte gilt die KBV. Einige Kolleginnen und Kollegen haben das Mitarbeiter-Guthaben als Entgelt-Bestandteil in ihrem Arbeitsvertrag. Hier ergeben sich durch die Kündigung Änderungen in den betreffenden Arbeitsverträgen. ver.di empfiehlt: Ggf. Betriebsrat kontaktieren.
       
    • Der Arbeitgeber kann die Regelungen zum Mitarbeiter-Guthaben aus dem Arbeitsvertrag nicht einseitig ändern! Hierfür benötigt er immer die Zustimmung des Betriebsrats oder des Arbeitnehmers.
       
    • Diensthandys sind und bleiben Eigentum des Arbeitgebers. Auch wenn dieses privat genutzt werden darf, sollte es nicht in die Berechnung der geldwerten Vergünstigungen eingerechnet werden.
       
    • Die Nutzung von Diensthandys sollte zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber klar geregelt werden. Der Inhaber eines Diensthandys muss immer das Recht haben, für seine Firma in seiner Freizeit nicht erreichbar zu sein!

     
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