Telekom-Konzern

Vorstände intensiv über erneuten Telekom-Umbau und durchgesetzte …

Vorstände intensiv über erneuten Telekom-Umbau und durchgesetzte Leitplanken informiert

Am Montag, 26. September kamen unser Landesfachbereichsvorstand und unser Landesfachgruppenvorstand Telekommunikation zu einer kurzfristigen Informationsveranstaltung zusammen. Eingeladen waren auch die Vorsitzenden unserer Bezirksfachbereiche sowie die Vorsitzenden der betroffenen Betriebsgruppen und Ortsvereine.

Es ging zum Einen um Informationen über die erneute, tiefgreifende Umorganisationsmaßnahme, welche das Telekom-Management, diesmal unter der Überschrift „Einfach anders“, für das Deutschland-Segment des Konzernes beschlossen hat.
Zum Anderen und vor allem ging es aber um die Absicherungen der Arbeits- und Entgeltbedingungen der Beschäftigten, die ver.di, auf der Ebene der Aufsichtsräte, mittels eines „Letter of Intent“ (LoI) festschreiben konnte.

Infoveranstaltung am 26.09.2016 Rebecca Munko Jupp Bednarski

Unser Kollege Jupp Bednarski (ehrenamtlicher Vorsitzender des Bundesfachbereichsvorstandes und Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der Telekom) berichtete aus erster Hand und umfassend über die Themenkomplexe, die anlässlich der arbeitgeberseitigen Planungen der Umorganisationsmaßnahme behandelt und abgesichert wurden.

Natürlich gab es im Anschluss eine Vielzahl von Nachfragen und auch viele bewertende Diskussionsbeiträge.

Die Organisationsgewalt des Arbeitgebers, der in unserer Wirtschafts- und Rechtsordnung über die Aufstellung seiner Unternehmen und Gesellschaften frei entscheiden kann, haben wir nicht brechen können. Wie bei vielen der bisher 21 großen Umorganisationsmaßnahmen im Telekom-Konzern seit 1998 könnte man auch sicherlich trefflich über die Sinnhaftigkeit der Maßnahme streiten.

Wir konnten aber, aufgrund unserer Stärke im Telekom-Konzern, schon auf der Ebene der Aufsichtsräte Leitplanken durchsetzen, die Beschäftigte davor schützen, dass Umorganisationsmaßnahmen, Übergänge in andere Konzerngesellschaften und auch die Gründung einer neuen Konzerngesellschaften, als unmittelbare materielle Wirkungen auf sie durchschlagen. Es wird hier, auch vorübergehend, keine tariffreien und keine betriebsratsfreien Räume geben.

Infoveranstaltung am 26.09.2016 Rebecca Munko Conny Parisi-Bohmholt

Es gab breite Einigkeit darin, dass es der richtige Weg war, die Gelegenheit, die sich auf der Ebene der Aufsichtsräte ergab, zu nutzen und über einen LoI Sicherungslinien einzuziehen. Natürlich hätte sich der eine oder andere im konkreten Prozess eine breite Beteiligung innerhalb von ver.di gewünscht. Die rechtliche Situation bei der Arbeit in Aufsichtsräten, hat das jedoch ausgeschlossen. Aufsichtsratsmitglieder unterliegen einer strafbewerten Verschwiegenheitspflicht. Es gab daher die Alternativen entweder in den Aufsichtsräten keine Sicherungslinien einzuziehen und dann im Nachgang zu versuchen die Wirkungen wieder einzufangen, oder als ArbeitnehmervertreterInnen in den Aufsichtsräten, ohne öffentlichen Beteiligungsprozess, vorzugehen. Da unsere Aufsichtsratsmitglieder in unseren ver.di-Strukturen des Fachbereichs fest eingebunden sind, und wir über viele tarifpolitische, mitbestimmungspolitische und betriebspolitische Fragen im Fachbereich TK/IT schon intensive Diskussionen geführt haben, wussten die Kolleginnen und Kollegen, die für uns in den Aufsichtsräten sind, ja welche „Aufträge“ sie im Rucksack haben.

Die materiellen Absicherungen sind sehr weitreichend.

Darüber hinaus ist es auch gelungen Themen, die wir uns in unserer tarifpolitischen Ausrichtung im Fachbereich schon länger auf die Agenda geschrieben haben, weiterzuführen. In den Tätigkeiten, die keine Vertriebstätigkeiten sind, wird die Variabilisierung von Entgeltbestandteilen wieder vollständig abgeschafft. Dort gibt es ab 2019 wieder ein 100% festes Entgelt. Ab 2019 wird die regelmäßige tarifvertragliche Wochenarbeitszeit in der DTTS, der DT Technik und der künftigen DT Service-Gesellschaft (DTSG) von 38 auf 36 Stunden abgesenkt. Ein wichtiger Puzzlestein, um den anstehenden Rationalisierungseffekten aus der Digitalisierung entgegenzuwirken.

In den nächsten Monaten liegen noch viele wichtige Aufgaben vor uns. Der Rahmen des „Letter of Intent“ muss u. A. mittels vieler Tarifverträge Sonderregelungen, und der Tarifierung der neuen Geschäftskunden-Vertriebs-Gesellschaft (auf Basis der Tarifverträge der Telekom Deutschland GmbH), ausgefüllt werden.

Wir werden natürlich auch die Informationsarbeit über Inhalte und Zusammenhänge dessen, was anlässlich der arbeitgeberseitigen Umorganisationsmaßnahme „Einfach besser“ von uns als Sicherungslinien festgezurrt werden konnte, weiterführen. Als Landesfachbereich TK/IT/DV NRW führen wir dazu am Donnerstag, 6. Oktober eine Veranstaltung für alle unsere ver.di-Vertrauensleute in den beteiligten Betrieben in NRW durch.