Telekom-Konzern

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes „Einfach anders“: Tarifverträge …

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes „Einfach anders“: Tarifverträge zur Überleitung stehen!

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    Schutzregelungen zur Überleitung

    Bereits bei den Verhandlungen zum „Letter of Intent (LOI)“ zur Organisationsmaßnahme „Einfach anders“ hat ver.di klargestellt, dass eine Verschlechterung und Eingriffe in bestehende Arbeitsbedingungen nicht akzeptabel sind. Geprägt von der klaren Position und Konfliktbereitschaft konnte ver.di mit dem LOI frühzeitig Eckpunkte zur Überleitung und zum Schutz der Beschäftigten durchsetzen.

    Zu den in den letzten Monaten mit dem Arbeitgeber festgelegten Eckpunkten wurden aktuell zwischen ver.di und dem agv:comunity (Arbeitgeberverband Telekom) die tariflichen Sonderregelungen (sogenannte TV SR´n) ausverhandelt und abgeschlossen. Damit sind die konkreten tariflichen Inhalte, die zum Zeitpunkt der vor-gesehenen Umsetzung der arbeitgeberseitig geplanten Maßnahme „Einfach anders“ unmittelbare Schutzwirkung entfalten, nun geklärt. Dies gilt für alle ver.di - Mitglieder, die von den Betriebsübergängen (sowie dem Wechsel in die DT Technik) aufgrund der Maßnahme „Einfach anders“ betroffen sind!

    Die oben genannten Tarifverhandlungen sind parallel und in enger Abstimmung mit dem Konzernbetriebsrat Telekom (KBR) geführt worden. Dieser hat parallel alle notwendigen Interessenausgleiche und Sozialpläne zur Maßnahme „Einfach anders“ verhandelt.

    Im Zusammenwirken aller Regelungen liegt jetzt ein umfassendes Schutzpaket zur Begleitung der Umsetzung der Maßnahme „Einfach anders“ auf dem Tisch!
     

    Entgeltregelungen

    Im Zusammenhang der aktuell laufenden Tarifverhandlungen zu einem harmonisiertes Entgeltrahmensystem im Telekom Konzern, hat ver.di erreicht, dass die bisherigen Entgeltregelungen der Herkunftsgesellschaften (Entgeltrahmen- und Entgelttarifverträge), trotz der vorgesehenen Übergänge im Juli 2017, bis zum Ende des Jahres 2017 (über sogenannte Bereichsausnahmen) weitergelten und damit unverändert in den neuen Gesellschaften fortgeführt werden. Dies gilt für alle Beschäftigten, bei denen ein Unternehmenswechsel per Betriebsübergang nach BGB § 613a erfolgt. Damit sind - unter Berücksichtigung der jeweiligen wöchentlichen Arbeitszeit – auch die Entgeltbedingungen dieser Beschäftigten gesichert!

    Nach Abschluss der Verhandlungen zu einem harmonisierten Entgeltrahmensystem ist vorgesehen, die Migration auf das dann konzerneinheitliche System (zum 01.01.2018) direkt stattfinden zu lassen. Somit werden mehrere Wechsel der Beschäftigten zwischen unterschiedlichen Entgeltsystemen, innerhalb kürzester Zeit, vermieden! Für diese Überführungen zum 01.01.2018 sind dann natürlich die noch zu vereinbarenden Besitzstands- und Überleitbedingungen, die im Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Konzernharmonisierung ausverhandelt werden, maßgebend.

    Einzelwechsel außerhalb BGB § 613a:

    Die Bedingungen für die „Einzelwechsel“, sind in Abstimmung mit dem KBR in den jeweiligen Teilinteressenausgleichen geregelt. Dort ist jeweils festgehalten, dass materiell die gleichen Bedingungen Anwendung finden, wie in den tariflichen Sonderregelungen vereinbart wurden. Dies gilt nicht für die vereinbarte Fortgeltung der ERTV und ETV´n der Herkunftsgesellschaften. Diesbezüglich ist aber ein Schutz des bisherigen Jahreszielentgeltes vereinbart.
     

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    Tarifliche Sonderregelungen sichern die Bedingungen für Übergänge

    Für die im Rahmen der Maßnahme „Einfach anders“ vorgesehenen Übergänge der Beschäftigten, zum Beispiel von der Deutschen Telekom Technischer Service GmbH und Telekom Deutschland GmbH in die neue Deutsche Telekom Service GmbH (bisherige DT Kundenservice GmbH), legen die vereinbarten „Tarifverträge Sonderregelungen“ die konkreten Wechselbedingungen und Ansprüche der Beschäftigten fest.

    In den tariflichen Sonderregelungen ist z. B. folgendes festgelegt:

    • die bisher anerkannte, erworbene Betriebszugehörigkeit wird gesichert und in der neuen Gesellschaft fortgeführt,
       
    • bestehende Urlaubs- und Sonderurlaubsansprüche werden übertragen. Bereits genehmigte Urlaube und Arbeitsbefreiungen können wie geplant angetreten werden,
       
    • bestehende Besitzstände werden beim Übergang berücksichtigt,
       
    • Salden in den Arbeitszeitkonten werden übertragen,
       
    • bereits vereinbarte, bzw. angetretene Altersteilzeitverträge werden wie vereinbart fortgeführt,
       
    • bestehende Telearbeitsvereinbarungen bleiben in den neuen Gesellschaften bestehen,
       
    • ggf. höhere Ansprüche auf Vermögens-wirksame Leistungen bleiben für die Restlaufzeit des bestehenden Vertrages unberührt,
       
    • bessere Haftungsregelungen der Herkunftsgesellschaft gelten weiter,
       
    • Regelungen zu bestehenden INS Einsätzen sind gesichert und können weiter angewendet werden,
       
    • Regelungen zu Beihilfen in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen gelten weiter,
        
    • Ansprüche aus dem TV Soziales werden inhaltlich übertragen,
       

    Mit den tariflichen Sicherungsregelungen werden vorhandene Unsicherheiten und Unwägbarkeiten, die aus den betrieblichen Übergängen entstehen, ausgeschlossen. ver.di hat damit klare Wechselbedingungen und Sicherheit für die betroffenen ver.di - Mitglieder im Deutschland Segment durchgesetzt.
     

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    Bereichsausnahme Entgelt und veränderte Wochenarbeitszeit: Was heißt das konkret?

    Für alle organisatorischen Übergänge im Rahmen der Maßnahme „Einfach anders“ gilt, dass grundsätzlich die Arbeitsbedingungen der auf-nehmenden Gesellschaften gelten. Die vereinbarten Bereichsausnahmen bedeuten, dass davon abweichend, für die Entgeltthemen die Regelungen der Herkunftsgesellschaften bis 31.12.2017 weiter gelten.
     

    Veränderung der Wochenarbeitszeit

    Für die Berechnung der jeweiligen individuellen Jahreszielentgelte spielt auch die zu Grunde liegende tariflich vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit aus dem jeweiligen Manteltarifvertrag eine Rolle.

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    Für Beschäftigte, die im Rahmen von „Einfach anders“ zum 01.07.2017 in eine neue Gesellschaft wechseln, konnte durchgesetzt werden, dass die individuellen Jahreszielentgelte hoch gerechnet werden, wenn in der neuen Gesellschaft eine längere Wochenarbeitszeit als in der bisherigen Gesellschaft gilt.

    Hierzu gibt es verschiedene Fallgruppen, für die unterschiedliche Regelungen vereinbart wurden.

    Für Beschäftigte, die z. B. aus einer 34 Stunden-Woche in eine Gesellschaft mit einer 38 Stunden-Woche wechseln, ist vereinbart, dass in der Folge eine Erhöhung des Entgelts unter Anwendung eines Faktors stattfindet. Da das Entgelt der 34 Stunden-Woche einen Teillohnausgleich beinhaltete erfolgt in diesem Fall eine Erhöhung des individuellen Entgelts mithilfe des Faktors 38/35,5.

    Woher kommt der Faktor 38/35,5?

    Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 34 Stunden erfolgte durch das sogenannte Beschäftigungsbündnis im Jahr 2004. Um die finanziellen Auswirkungen für die Beschäftigten abzumildern, wurde ein Teillohnausgleich vereinbart, der bei einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit um 4 Stunden (auf 34 Stunden) das Entgelt nur um 2,5 Stunden (auf 35,5 Stunden) reduzierte.

    Die 34-Stunden-Tabellen der TDG sind 2010 aus denen der DTAG abgeleitet worden und entsprechen der genannten Bezahlung von 35,5 Stunden. Bei Wechsel in eine Gesellschaft, in der eine WAZ von 38 Stunden gilt, wird jetzt das Entgelt wieder auf 38 Stunden hochgerechnet.

     
    Bei Teilzeitkräften kann die Anwendung des Faktors zu einer Reduzierung des Jahreszielentgelts führen, wenn sie ihre bisherige individuelle Arbeitszeit nicht verändern möchten. Die Teilzeitkräfte bekommen jedoch die Möglichkeit, ihre individuelle Arbeitszeit soweit zu erhöhen, bis der alte Teilzeitgrad wieder erreicht wird. Dies führt dann auch in diesem Fall zu einer Erhöhung des Entgelts.

    Für Beschäftigte, die nicht aus der Logik der 34 Stunden Woche kommen, erfolgt bei einer Erhöhung der WAZ eine lineare Erhöhung der individuellen Entgelte. Für Beschäftigte, die in eine Gesellschaft mit geringerer WAZ wechseln, reduziert sich die zu erbringende WAZ entsprechend des aufnehmenden Tarifbereiches. Für sie ist allerdings geregelt, dass ihr bisheriges Entgelt 1:1 ohne negative Anpassung überführt wird.
     

    Weitere Schritte

    In den kommenden Wochen wird die Arbeitgeberseite jetzt mit den Betriebsräten die Umsetzung der Maßnahme „Einfach anders“ entsprechend der in den Interessenausgleichen geregelten Verfahren vorbereiten.

    ver.di wird parallel die weiteren Verhandlungen, z. B. für ein konzernharmonisiertes Entgeltrahmensystem sowie zur Volltarifierung der GK Vertriebsgesellschaft - die zum 01.01.2018 gegründet werden soll - konsequent angehen. Sobald weitere Ergebnisse aus den Verhandlungen vorliegen, wird ver.di informieren.

     
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