Telekom-Konzern

    T-Systems: Es geht auch anders!

    T-Systems: Es geht auch anders!

    T-Systems Chef Al Saleh will erneute Transformation

    Flyer T-Systems Umbau 01/2018 ver.di FB 9 Flyer T-Systems

    Der neue CEO der T-Systems informierte am 15. Januar die Führungskräfte und die Arbeitnehmerbank des Aufsichtsrates und am 17. Januar erstmalig den Gesamtbetriebsrat der T-Systems über seine Absichten das Unternehmen erneut umzustrukturieren. Noch am gleichen Tag wurden die Beschäftigten informiert.

    Eine Erörterung von Alternativen, eine kritische Bewertung des Modells oder eine sachkundige Folgenabschätzung fand nicht statt. Es wird der Eindruck vermittelt als ob die Vorstellung der Absichten schon eine ausreichende Beteiligung der Sozialpartner wäre.

    Sollen das die neuen Umgangsformen mit den Beschäftigten und ihren gewählten Vertretern sein? Bisher stellte sich das Management einer kritischen Reflexion durch die Beschäftigten und ihre Vertreter. Jetzt sollen die Betroffenen offensichtlich überfahren werden!

    Legitimation wurde nicht erteilt

    Bisher hat kein Aufsichtsrat den Plänen zur Aufspaltung der T-Systems International zugestimmt und kein ver.di-Vertreter seien Zustimmung dazu gegeben. Dieser Alleingang der T-Systems Geschäftsführung ist untragbar und wird so nicht akzeptiert.

    Wegen der Tragweite der Absichten werden wir daher mit den Arbeitnehmervertretern in den zuständigen Aufsichtsräten eine Bewertung vornehmen und Alternativen einfordern. Dies muss jetzt sehr zeitnah erfolgen.

    Warum 2 Legaleinheiten?

    Völlig unverständlich und überflüssig sehen wir die Aufspaltung der T-Systems International in zwei Gesellschaften. Nach unserer Auffassung widerspricht dies den bisher vermittelten Gedanken zur Kundenorientierung, Kundenzufriedenheit und dem Management von TC und IT aus einer Hund und gefährdet u. E. die Kundenbeziehungen erheblich.

    Oder beabsichtigt man den Verkauf oder Teilverkauf von Geschäftseinheiten?

    Das Vertrauen der Beschäftigten in ihre TSI wird erheblich geschädigt. Dies wird sich negativ auf die Motivation und Stabilität auswirken.
    Profitabilität kann auch anders stattfinden.

    Die Bildung von zwei Legaleinheiten ist zudem ein Widerspruch zum geplanten Abbau von Overheads und der Absicht den Vertrieb zu vereinheitlichen.
    Zwei Legaleinheiten werden wieder neue Overheadkosten hervorrufen und die Vertriebssteuerung wieder erschweren.
    Die Steuerung und Verantwortung muss in einer Hand und somit in einer Gesellschaft bleiben.

    Unsere Erwartung

    Die Sozialpartner müssen vor Entscheidungen seriös beteiligt, Alternativen erwogen und die verfehlte Entscheidung der Gründung von zwei Gesellschaften vom Tisch genommen werden.
    Die Beschäftigten brauchen Sicherheit und Perspektiven gerade im Umbruch gerade weil dies an Sicherheit und Perspektiven rüttelt – wir erwarten, dass das Management auch Verantwortung gegenüber den MitarbeiterInnen zeigt und uns beteiligt.

    Erst sprechen – Beteiligung und Mitbestimmung beachten – dann handeln!

     
     
     

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    ver.di befürchtet Verkauf und Entlassungen bei T-Systems

    21.01.2018

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) übt angesichts der angekündigten Aufteilung der T-Systems International GmbH in zwei Gesellschaften scharfe Kritik an der neuen Unternehmensleitung. Demnach sollen künftig die Bereiche Telekommunikation und IT voneinander getrennt werden und jeweils als eigenständige Unternehmen agieren. Das hatte der neue CEO am 15. Januar 2018 vor Führungskräften und der Arbeitnehmerbank des Aufsichtsrates angekündigt und am 17. Januar 2018 erstmalig dem Gesamtbetriebsrat und den Beschäftigten der T-Systems mitgeteilt.

    ver.di lehnt die Umstrukturierung ab. Der Bundesfachgruppenleiter für Informationstechnologie Michael Jäkel befürchtet, dass es bei der Trennung der Bereiche nicht bleiben wird und die IT-Abtrennung nahelegt, dass ein Verkauf vorbereitet werde. Jäkel: „Der Plan könnte sein, dass hier eine Art „Bad Bank“ gegründet werden soll, in der die schlechten Risiken gebündelt werden sollen. Es ist wahrscheinlich nicht umsonst so, dass alle wachstumsträchtigen Teile, die unmittelbar auf das Kerngeschäft des restlichen Konzerns ausgerichtet sind, in der anderen GmbH verbleiben sollen.“

    Für ver.di ist nicht einzusehen, warum die beiden Bereiche getrennt werden sollen, wenn die Geschäftsleitung auf der anderen Seite Zusammenarbeit, Vereinfachung und generell bessere Prozesse als Zielbild präsentiere. „Zwei eigenständige GmbHs als der Weisheit letzter Schluss anzukündigen, wenn gleichzeitig Kooperation und Synergien gepredigt werden, das widerspricht sich komplett“, so Jäkel. Die Reibungsverluste, die bei der Zusammenarbeit dieser beiden neuen Unternehmenseinheiten entstünden - die natürlich jeweils eigene Management-Funktionen bekommen würden - „wiegen deutlich schwerer als die Vereinfachung der Steuerung.“ Jäkel wirft der Geschäftsleitung vor, durch die Aufteilung die fehlende Fähigkeit des Managements kaschieren zu wollen, die T-Systems als Ganzes zu steuern.

    Die neue Geschäftsleitung habe die Arbeitnehmervertreter erstmals nicht in Veränderungsprozesse eingebunden. Auch habe bisher kein Aufsichtsrat den Plänen zur Aufspaltung der T-Systems International zugestimmt und kein ver.di-Vertreter seine Zustimmung dazu gegeben, sagt Jäkel, der selber stell-vertretender Aufsichtsratsvorsitzender von T –Systems ist. „Ein Alleingang der T-Systems Geschäftsführung ohne Einbeziehung der Arbeitnehmervertretungen in die Beratungen ist untragbar und wird so nicht akzeptiert“, so Michael Jäkel. Die Gewerkschaft kündigte Proteste gegen die Pläne an.