Telekom-Konzern

    Akionärsversammlung 2016 der Deutschen Telekom AG: Belegschaftsaktionäre …

    Akionärsversammlung 2016 der Deutschen Telekom AG: Belegschaftsaktionäre klagen an

    Angela Melvin, T-Mobile-CallCenter Wichita (Kansas, USA) Stephan Heggemann Angela Melvin

    "Wie lange wollen Sie noch wegschauen, Herr Höttges?" fragte Angela Melvin aus dem T-Mobile-CallCenter Wichita (Kansas, USA) stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen bei T-Mobile US auf der Aktionärsversammlung (Hauptversammlung) der Deutschen Telekom AG (DTAG) am 25. Mai in Köln.

    Deutsche Kolleginnen und Kollegen der Telekom hatten ihr in großer Solidarität ihre Stimmrechte übertragen. Die deutsche Belegschaft unterstützt die  amerikanischen Kolleginnen und Kollegen schon seit Jahren in ihrem Bemühen, sich gewerkschaftlich zu organisieren und eine Stimme im Betrieb durchzusetzen. das amerikanische Management will das unter allen Umständen verhindern und agiert skrupellos, ohne Rücksicht auf Gesetze.

    Mehrfach von der obersten Arbeitsgerichtsbarkeit in den USA verurteilt, nicht gesetzeskonforme Handlungen zu unterlassen, werden ständig neue Tatbestände offenbar und es müssen neue Beschwerden anhängig gemacht werden.

    Das deutsche Management schaut weg, läßt sich von den Amerikanern erzählen, alles sei in bester Ordnung und es gäbe höchstens Einzelfälle oder übereifrige Vorgesetzte, die schon mal aus der Reihe tanzen.

    Ohne Arbeitsverträge, geschweige denn Tarifverträge sind die Beschäftigten der Willkür der Vorgesetzten hilflos ausgeliefert. Das müsse sich ändern, das sei nicht zu akzeptieren, so Angela Melvin und Kornelia Dubbel, ehemalige Betriebsrätin bei der Deutschen Telekom. Sie konfrontierten Herrn Höttges mit seinen  Aussagen aus dem Vorjahr. Er hatte behauptet, "das amerikanische Management halte sich an die Gesetze" und sei "zuversichtlich, dass die Urteile zurückgenommen werden müßten".

    Das ist nun widerlegt!

    Dennoch bestritt Herr Höttges alle Vorwürfe. Auch die Fragen zur deutschen Beschäftigungspolitik wurden höchst unzureichend beantwortet. Gerne ging Herr Höttges dagegen auf die lobenden Worte vieler Aktionäre ein, die  die guten Geschäftszahlen herausstellten.

    "Dem Telekom-Vorstand sei allerdings versichert, die Beschäftigten lassen sich nicht mit Blockade-Politik aufhalten", so die Belegschaftsaktionärinnen gegenüber unserer Redaktion.