Telekom-Konzern

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes „Einfach anders“ - Schutz, …

    Umbau des Telekom Deutschland Segmentes „Einfach anders“ - Schutz, Sicherheit und Perspektive durchgesetzt!

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    Schutz und Perspektive statt Tarifflucht

    Unter der Bezeichnung „Einfach anders“ hat der Arbeitgeber Deutsche Telekom tief greifende Veränderungen der Unternehmensstrukturen innerhalb Deutschlands festgelegt. Dabei waren nicht nur die Optimierung der Prozesse und Strukturen im Fokus. Zulasten der Beschäftigten war auch beabsichtigt, Personalkosten durch Verschlechterung der Arbeits- und Entgeltbedingungen zu reduzieren, Tarifflucht zu organisieren und neue unsoziale Personalabbaumechanismen zu ermöglichen.

    ver.di hat frühzeitig klar gemacht, dass solche Szenarien nur eine Antwort zulassen: KONSEQUENTE GEGENWEHR!
     

    Bedingungen frühzeitig geklärt

    Geprägt von der klaren Haltung ver.di´s zur Konfliktbereitschaft, ist die Arbeitgeberseite frühzeitig an den Verhandlungstisch gekommen, um mit ver.di die tariflichen und sozialen Bedingungen zu „Einfach anders“ und sich hieraus ergebender „Übergänge“ zu verhandeln. Über die Sommermonate hinweg sind in intensiven Verhandlungen zwischen ver.di und Telekom die zum Schutz der Beschäftigten notwendigen Rahmenbedingungen erörtert und ausverhandelt worden. Ende August hat ver.di ein Verhandlungsergebnis über tarifvertragliche Eckpunkte zu den anstehenden, geplanten Maßnahmen „Einfach anders“ erreicht.

    Bereits heute steht fest:

    • Extreme Bedrohungsszenarien sind abgewehrt!
       
    • Tarifstandards bleiben erhalten und werden in Summe nicht verschlechtert!
       
    • Zur Überführung von Beschäftigten und zum Schutz vorhandener Besitzstände (inkl. Expektanzen) werden umfassende tarifliche Regelungen festgelegt!
       
    • Die im Zusammenhang der Tarifrunde 2016 vereinbarten  Verhandlungen zur Harmonisierung von Tarifbedingungen im Konzern bleiben unberührt!
       
    • Zur Bewältigung beschäftigungspolitischer Herausforderungen werden sozialverträgliche Instrumente - u.a. eine deutliche Reduzierung der Wochenarbeitszeit - genutzt!
       
    Übergänge im Rahmen der Umorganisationsmaßnahme "Einfach besser" im Deutschland-Segment der Telekom ver.di FB 9 Übergänge

    Durch die Maßnahme „Einfach anders“ kommt es zu zahlreichen tariflichen Übergängen.

    Für Beschäftigte, die in den Herkunftsgesellschaften verbleiben, treten aufgrund der Umorganisation keine Veränderungen der tariflichen Arbeits- und Entgeltbedingungen ein.
     

    Fragen über Fragen

    Aus den arbeitgeberseitig geplanten Übergängen der Beschäftigungsverhältnisse ergeben sich unzählige Fragen zu den künftigen Arbeits- und Entgeltbedingungen, z. B.:

    • Welche Tarifbedingungen gelten konkret in der neuen Gesellschaft?
    • Ist das Tarifniveau in der Zielgesellschaft niedriger?
    • Bleibt das bisherige Entgelt erhalten?
    • Verändert sich das bisherige Festentgelt?
    • Wann gibt es die nächste allgemeine Entgelterhöhung?
    • Verändert sich die zu leistende Arbeitszeit?
    • Was passiert mit vorliegendem Kündigungsschutz und dem Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen?
    • Bleibt die betriebliche Altersversorgung erhalten?
    • u.s.w.
       
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    Antworten gefunden

    In den Verhandlungen hat ver.di zunächst darum gerungen, die Ausrichtung der geplanten Organisationsänderungen des Arbeitgebers mit dem Ziel zu verändern, dass sich Auswirkungen auf die Beschäftigten minimieren. Hier ist es ver.di an mehreren Stellen gelungen, die ursprünglichen Arbeitgeberabsichten zu verändern. So verbleibt z. B. der heutige Außendienst, inkl. der Disposition in der DTTS. Gleiches gilt für das Lösungs-/Wachstumsgeschäft der DTTS. Eine Verlagerung dieser Bereiche in die RSS wurde verhindert. Ebenso ist es gelungen, den bestehenden Ratioschutz und den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen für die ver.di-Mitglieder vollumfänglich zu erhalten. Und auch die Überführung des GK Vertriebes in eine gänzlich untarifierte Gesellschaft konnte ver.di abwehren.

    Der Arbeitgeber hat sich, wie z. B. bei der Herauslösung des operativen Geschäfts aus der Telekom Deutschland GmbH oder der Verlagerung der Innendienstbereiche der DTTS, nicht überall von seinen Organisationsüberlegungen abbringen lassen. Auch hier hat ver.di intensiv um die Absicherung der vorhandenen Arbeits- und Entgeltbedingungen sowie der Schaffung bzw. des Erhalts eines hochwertigen Tarifniveaus gestritten.
     

    Konditionen im Deutschlandsegment

    Folgende Regelungen wurden zum Schutz der Beschäftigten und zur Schaffung bzw. zum Erhalt des Tarifniveaus vereinbart:

    Kernelemente zur Überleitung von Beschäftigten in andere derzeit bestehende Tarifbedingungen:
     
    Durch die arbeitgeberseitig geplanten Betriebsübergänge von Beschäftigten (gemäß § 613a BGB) in Gesellschaften mit bestehenden Tarifverträgen wäre es vielfach zur Ablösung der vorhandenen Arbeits- und Entgeltbedingungen  - mit teils gravierenden Folgen für die Betroffenen - gekommen. Dies hat ver.di konsequent abgelehnt und folgendes durchgesetzt:

    • Alle Übergänge werden mit tariflichen Sonderregelungen begleitet!
       
    • Inhalt der Sonderregelungen ist die vollumfängliche Absicherung aller bestehenden Ansprüche aus dem jeweiligen Herkunftstarifvertrag, inklusiv ggf. bereits bestehender Besitzstände sowie aller noch vorhandener Exspektanzen (z. B. noch ausstehende Wanderungen im Entgeltband des Ursprungs-TV)!
       
    • Dort, wo es z. B. durch die Verlagerung von Betriebsteilen, zur Kollision vorhandener betrieblicher Regelungen (Betriebsvereinbarungen) kommt, werden diese zwischen den Betriebsparteien rechtzeitig gelöst!
       
    • Die kollektiven Regelungen der GBV „Zukunft Innendienst DTTS“ werden 1:1 in der Neustruktur „DER Service“ fortgeführt!
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    Überprüfung und Weiterentwicklung bestehender Entgeltsysteme im Konzern:

    Im Rahmen der Tarifrunde 2016 hat ver.di durchgesetzt, dass die konzernweit vorhandenen Entgeltsysteme durch die Tarifvertragsparteien in gemeinsamen Verhandlungen überprüft und weiterentwickelt werden. Ziel ist die Harmonisierung und Standardisierung von Entgeltrahmenregelungen auf Konzernebene. Für diese Verhandlungen wurden folgende Grundsätze festgelegt:

    • Für vorhandene Arbeits- und Entgeltbedingungen werden tarifvertragliche Besitzstandsregelungen vereinbart!
       
    • Im Hinblick auf das zu findende Tarifniveau gilt, dass das vorhandene Tarifniveau (z. B. im Verhältnis Arbeitszeit/Entgelt) in Summe nicht unterschritten werden darf!
       
    • Die Umstellungen und Harmonisierungen erfolgen im Ist und in der Projektion kostenneutral!

    Durch die arbeitgeberseitig nunmehr geplanten Betriebsübergänge von ca. 15.000 Beschäftigten hätte sich die Ausgangslage dieser Verhandlungen für die Arbeitnehmerseite drastisch verschlechtert. Dies war nicht akzeptabel.

    ver.di hat hier durchgesetzt:

    • Die Vereinbarung aus der Tarifrunde zur konzernweiten Vereinheitlichung der Entgeltsysteme bleibt unberührt!
       
    • Der Ausgangspunkt für diese Verhandlungen und anzustellenden Betrachtungen ist die Regelungslage zum Zeitpunkt des Abschlusses der Tarifrunde (also vor den durch „Einfach anders“ beabsichtigten Übergängen)
       
    • Die Verhandlungen zur Schaffung einheitlicher Entgeltrahmenbedingungen werden unverzüglich aufgenommen, mit dem Ziel, diese bis Mai 2017 abzuschließen und die Ergebnisse zum 01.01.2018 umzusetzen!
       
    • Bis zur Harmonisierung werden Funktionalitäten die nach der Migration von Beschäftigten (aufgrund der Maßnahme „Einfach anders“), einem anderen Entgeltsystem zugeordnet werden, so zugeordnet, wie es im Ursprungssystem der Fall war (1:1 Erhalt des Wertigkeitsgefüges)

    Nicht nur Schutz und Sicherheit für die Beschäftigten durchgesetzt, sondern wichtige offene tarifpolitische Themen bewegt!

    In diesem Sinne finden sich mehrere Themen in dem Gesamtpaket wieder:

    • Für die neue PK Vertriebsgesellschaft wird ab 01.01.2018 eine tarifliche Regelung zur betrieblichen Altersversorgung (gemäß dem vorhandenen Konzernstandard) abgeschlossen. Hiermit wird eine seit 2004 bestehende Ungerechtigkeit beendet diesen Beschäftigten eine tarifvertragliche betriebliche Altersversorgung vorzuenthalten!
       
    • Ab 01.01.2019 wird für alle Beschäftigten, deren variables Entgelt sich ausschließlich nach der „Big 6 Logik“ richtet, das Entgelt auf ein reines 100% Festentgelt umgestellt. Hiermit wird für zehntausende Beschäftigte im T-Deutschland- Segment die Variable in ein 100%iges Festentgelt umgewandelt. Die seit Jahren verfolgte tarifpolitische Ausrichtung „die Variable muss weg!“ wird somit für diese Beschäftigten Realität!

    Kernelemente zur Neutarifierung der GK Vertriebseinheit:

    Durch die arbeitgeberseitig geplante Gründung einer vollkommen neuen GmbH und der Übergänge aus der Telekom Deutschland GmbH wären diese auf eine untarifierte Gesellschaft getroffen. Die Arbeitgeberseite hat dabei das Ziel verfolgt, für die neue Gesellschaft ein gegenüber der Telekom Deutschland GmbH deutlich abgesenktes Tarifniveau zu verankern. Dies hat ver.di abgewehrt!

    Vereinbart wurde:

    • Die neue GK Vertriebseinheit wird auf Basis der Tarifverträge der Telekom Deutschland tarifiert!
       
    • Hierbei werden die Tarifbedingungen für die neue Gesellschaft bezüglich der Besonderheiten einer GK Vertriebseinheit durch die Tarifvertragsparteien überprüft!
       
    • Für Vertriebsfunktionen wird die Variable zu 50% individuell gesichert (für Beschäftigte die aus der TDG kommen wird die heutige Sicherung schrittweise - 2018, 2019, 2020 von 80 auf 50% -  reduziert)!
       
    • Der Deckel für die Zielerreichung im Vertrieb wird im Gegenzug auf 200% angehoben (heute 150%)!
       
    • Für zukünftig neu eingestellte Beschäftigte gilt folgendes: die Wochenarbeitszeit beträgt 38 Std. Es werden die Regelentgelttabellen der TDG übernommen. Für konzernexterne Einstellungen wird eine „Heranführungsregelung“ vereinbart. Für konzerninterne Wechsel wird die bestehende tarifvertragliche Heranführungsregelung fortgeführt!
       
    • Beschäftigte die aus der TDG überführt werden (Bestandsbeschäftigte), wechseln mit ihrer heutigen individuell geltenden Wochenarbeitszeit und mit ihrem individuellen Jahreszielentgelt!
       
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    Folgen der Digitalisierung, Standarisierung und Automatisierung sowie IP Umstellung bewältigen!

    Die Folgen der Digitalisierung in IT- und Prozess-dominierten Geschäftsfeldern sowie die beschäftigungspolitischen Folgen die sich z. B. aus der  IP Netzumstellung ergeben, werden die Beschäftigten im Deutschlandsegment vor weitere Herausforderungen stellen. Die Arbeitgeberseite hat in den Verhandlungen das Ziel verfolgt, einseitige Dispositionsfreiheit  für zukünftigen Personalabbau und –umbau zu erlangen. Dies hat ver.di verhindert!

    Einigkeit besteht, dass es innovativer, sozialverträglicher Instrumente bedarf, um auch in Zukunft eine erfolgreiche und weiterhin sozialverträgliche Umsetzung der kommenden Veränderungen zu gewährleisten.

    In diesem Sinne hat ver.di mit der Arbeitgeberseite folgende weitere Festlegungen getroffen.

    Allgemeine Arbeitszeitverkürzung

    Zum 01.01.2019 wird die Arbeitszeit in der DT Technik GmbH, der DTTS sowie der neuen DT Service GmbH von 38 auf 36 Std. / Woche reduziert. Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit um 2 Stunden wird im Entgelt zu 50% ausgeglichen (das heißt die Bezahlung erfolgt dann für 37 Stunden). Diese Entgeltwirkung wird bis zur Realisierung der WAZ Absenkung durch mehrere Sachverhalte kompensiert:

    • Tarifrunde 2018
    • zeitgleiche Einführung eines 100% Festentgeltes (siehe oben).

    Mit diesem Schritt erfolgt für ca. 40.000 Tarifbeschäftigte die Reduzierung der Wochenarbeiszeit. Rechnerisch entspricht dies 2.200 Vollzeitarbeitsplätzen.

    Zeitbefristete, zusätzliche Möglichkeit zur Arbeitszeitverkürzung

    Bedarfsorientiert kann in den Bereichen, in denen ab 01.01.2019 die 36 Std./Woche gilt, zeitbefristet (jeweils für ein Jahr) eine weitere Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 34, 33, oder 32 Wochenarbeitszeitstunden erfolgen. Auch für derartige Reduzierungen erfolgen gestaffelte Teillohnausgleiche. Ob dies erfolgt, und in welchem Umfang, legen die Tarifvertragsparteien jeweils im Quartal 3 für das folgende Jahr fest. Ziel derartiger Festlegungen ist es Rationalisierungswirkungen zu vermeiden. Wenn davon Gebrauch gemacht wird, gilt für die einbezogenen Beschäftigten ein Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen.

    Zeitbefristete Möglichkeit zur Erhöhung der Wochenarbeitszeit

    Für eine Gesellschaft, einen Betrieb oder eine Region kann die Wochenarbeitszeit zeitbefristet (mind. 6 Monate) um 2 oder 4 Stunden erhöht werden. Dies ist in den Unternehmen möglich, für die die oben genannte Wochenarbeitszeitreduzierung auf 36 Std. / Woche erfolgt.
    Wenn eine Erhöhung erfolgt, werden die Stunden dem Lebensarbeitszeitkonto gutgeschrieben. Auf Wunsch des Beschäftigten erfolgt eine Auszahlung der Stunden. Eine Wochenarbeitszeiterhöhung wird zusätzlich incentiviert: bei 2 Stunden mit 250€, bei 4 Stunden mit 500€ (Beträge jeweils bezogen auf 12 Monate, ansonsten anteilig). Die Beträge werden dem Lebensarbeitszeitkonto gutgeschrieben.

    Ratioschutz und Personalumbaumanagement

    Die Tarifvertragsparteien werden Verhandlungen aufnehmen, um den bestehenden Rationalisierungsschutz an geänderte Herausforderungen anzupassen. Bis zum Abschluss der Verhandlungen findet der bestehende Ratioschutz unverändert Anwendung.

    ver.di verfolgt in diesen Verhandlungen u.a. das Ziel:

    • Die Regelungen unter Berücksichtigung bestehender BAG Rechtsprechung fortzuschreiben,
       
    • einen besseren materiellen Schutz der Beschäftigten bei Ratio-Betroffenheit (z. B. 100% Entgeltsicherung) durchzusetzen, und
       
    • die generelle Verlängerung des Ausschlusses Betriebsbedingter Beendigungskündigungen  über den 31.12.2018 hinaus durchzusetzen.

    Ergänzend wird in der Telekom Deutschland GmbH und bei Bedarf in den einzelnen Gesellschaften eine Einheit eingerichtet, deren Aufgabe es ist, Beschäftigte die vom Beschäftigungsrückgang betroffen sind - oder absehbar sein werden – frühzeitig, professionell und zielgerichtet auf alternative sozialverträgliche dauerhafte Beschäftigungsalternativen vorzubereiten. Beschäftigte werden zur Teilnahme an Beratungs- und Serviceleistungen des Personalumbaumanagements temporär von der Arbeitsleistung freigestellt.
     

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    Funktionierende Mitbestimmungsstrukturen

    Damit die Beschäftigten in den sich abzeichnenden Organisationsumbrüchen beim Management Gehör finden, ist eine funktionierende Mitbestimmungsstruktur von Nöten. ver.di hat dies frühzeitig platziert. So ist es ver.di gelungen, Regelungen durchzusetzen, die mitbestimmungsfreie Räume ausschließt und so gewährleistet, dass die betroffenen Beschäftigten ihre Ansprechpartner auf der Arbeitnehmerseite in der Umbruchphase nicht verlieren.
     

    ver.di Bewertung:
    „Firma“ nicht gefährden! Zukunftsfragen mit Schutz und Perspektiven begegnen!

    Der erneute Konzernumbau belastet die Beschäftigten, die Kunden und das wirtschaftliche Ergebnis des Deutschlandsegmentes. Während die Beschäftigten sich täglich für die Telekomkunden engagieren, (beispielsweise beim Netzausbau, der IP Umstellung, Entwicklung von Wachstumsinitiativen, sowie durch das Ausregeln von Prozessstörungen und „Servicekrisen“) serviert das Telekommanagement ihnen eine erneute Reorganisationsmaßnahme – mit zahlreichen Betriebsübergängen, die unzählige Fragen und Betroffenheiten auslösen. Mit diesem Vorgehen riskiert das Telekommanagement „offenen Auges“, dass in den nächsten Wochen und Monaten im Deutschlandsegment erhebliche „Kräfte nach innen“ verbraucht werden.

    Am Ende sind nicht die Interessenvertretungen der Beschäftigten für die Aufstellung der Firmen im Detail verantwortlich, sondern das Management alleine. Die Möglichkeiten der Einflussnahme und Mitbestimmung für Organisationsmaßnahmen sind begrenzt und so muss auch in diesem Fall das Management die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Neuaufstellung am Ende funktionsfähig ist und gelingt. Viele von den 21 großen Umorganisationen der Deutschen Telekom seit 1998 haben sich am Ende als „Rohrkrepierer“ erwiesen. Deswegen ist Skepsis und Zurückhaltung auch angesichts fast euphorischer Schilderungen von neuen Steuerungslogiken, Prozessketten und Marktangängen, aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus, gerechtfertigt.

    Bezüglich der Konditionenfragen für die Beschäftigten ist es ver.di gelungen, bemerkenswerte Regelungen durchzusetzen. Sie bieten Schutz, Sicherheit  und Perspektiven:

    • Noch weitergehende organisatorische Veränderungen wurden verhindert!
       
    • Das Tarifniveau wird trotz der Übergänge - in Summe - auf einem hohen Niveau innerhalb des Konzerns gesichert!
       
    • Der Schutz für betroffene Beschäftigte beinhaltet nicht nur Besitzstandsthemen, sondern umfasst auch vorhandene Expektanzen des Altsystems!
       
    • Betriebliche Altersversorgung - die 2004 in der T Shop - verloren gegangen ist, wird in der neuen PK Vertriebsgesellschaft ab 01.01.2018 wieder eingeführt!
       
    • Die GK Vertriebsgesellschaft wird auf hohem Niveau der vorhandenen Telekom Deutschland Tarifverträge tarifiert!

    • Zu beschäftigungspolitischen Herausforderungen wurden Regelungen zur Arbeitszeitverkürzung geschaffen.
       
    • Extreme Bedrohungsszenarien wurden abgewehrt: So bleibt z. B. der bestehende Ratioschutz unberührt!
       
    • Bestehende Variable, wird in Bereichen mit Big 6 Logik in 100% Festentgelt umgewandelt!

     
    Der ver.di Bundesfachbereichsvorstand TK/IT hat dem erzielten Verhandlungsergebnis zugestimmt.

    In den nun kommenden Wochen gilt es jetzt, die vereinbarten Verhandlungen, wie z. B. zur Konzernharmonisierung der Entgeltsysteme und die konkreten Bedingungen zu klären. Dies packt ver.di jetzt an.

    Für diese Verhandlungen gilt:

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

    ver.di Mitgliedschaft stärkt Durchsetzungsfähigkeit deshalb:

    Gemeinsam - mehr erreichen!

    Pressemitteilung

    Neu-Organisation der T-Deutschland GmbH:
    Beschäftigte komplett abgesichert
    Arbeitszeit wird ab 2019 um zwei Stunden verkürzt

    23.09.2016

    Im Zuge der geplanten Neu-Organisation der Deutschen Telekom im Bereich der T-Deutschland GmbH bleiben die Beschäftigten komplett abgesichert. Darauf haben sich ver.di und die Deutsche Telekom in einem „Letter of Intent“ verständigt.

    Die Gestaltungsmacht des Arbeitgebers ermögliche ihm grundsätzlich, Um- und Neuorganisationen seines Geschäfts vorzunehmen. Es müsse daher darum gehen, die Beschäftigten, ihre Löhne und Arbeitsbedingungen zu schützen: „Es ist uns gelungen, die Konditionen der Beschäftigten komplett abzusichern und negative soziale Folgen auszuschließen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder am Freitag.

    Die Telekom hatte zuvor mit Blick unter anderem auf die Folgen der Digitalisierung und Umstellung auf IP-basierte Vermittlungstechnik beschlossen, ihr Geschäft in Deutschland künftig neu zu ordnen, was erhebliche Umstrukturierungen in ihren bisherigen Sparten zur Folge hat. Von organisatorischen Veränderungen und Umfirmierungen sind demnach bundesweit etwa 15.000 Stellen (Vollzeitäquivalent) betroffen.

    Dabei habe die akute Gefahr bestanden, dass der Arbeitgeber die Betriebsübergänge auch zur Absenkung von Löhnen und Gehältern nutzt. „Das haben wir verhindert“, betonte Schröder: „Die Telekom baut um, aber sichert die Konditionen und senkt die Arbeitszeit“.

    Im Einzelnen haben beide Seiten neben der Entgeltabsicherung unter anderem vereinbart, im Falle der T-Shops eine betriebliche Altersversorgung einzuführen sowie ab 2019 in den Bereichen Service und Technik die Arbeitszeit um zwei Stunden zu reduzieren. Die Kosten der Arbeitszeitverkürzung teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite je zur Hälfte. Wobei bis dahin noch zwei Lohnrunden ausstünden. „Die Gehälter werden weiter zulegen. Der Aufwand für die Arbeitszeitverkürzung wird in den kommenden Tarifrunden überkompensiert“, erläuterte Schröder.