Recht

    Anspruch auf Erläuterung des individuellen Entgeltes

    Anspruch auf Erläuterung des individuellen Entgeltes

    Immer häufiger kommt es vor, dass Entgeltabrechnungen für die Beschäftigten kaum noch nachvollziehbar sind.

    In den meisten Manteltarifverträgen ist zwar ausdrücklich noch einmal der Anspruch auf eine nachvollziehbare Entgeltabrechnung bestärkt worden aber viele Arbeitgeber legen ihre Priorität offensichtlich nicht auf diesen Aspekt.  

    Insbesondere mit der weit verbreiteten Ausgliederung des Personalmanagements und/oder der „Lohnbuchhaltung“ aus den Betrieben heraus, haben die Probleme zugenommen. Zumal in den Betrieben dann meist kaum noch kompetente Ansprechpartner für die Beschäftigten vorhanden sind.

     
    Im Betriebsverfassungsgesetz gibt es in § 82 Absatz 2 eine Regelung, die jedem Arbeitnehmer individuell das Recht auf eine Erläuterung der Berechnung und Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts einräumt.

    § 82 Anhörungs- und Erörterungsrecht des Arbeitnehmers

    (2) Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass ihm die Berechnung und Zusammensetzung seines Arbeitsentgelts erläutert und dass mit ihm die Beurteilung seiner Leistungen sowie die Möglichkeiten seiner beruflichen Entwicklung im Betrieb erörtert werden. Er kann ein Mitglied des Betriebsrats hinzuziehen. Das Mitglied des Betriebsrats hat über den Inhalt dieser Verhandlungen Stillschweigen zu bewahren, soweit es vom Arbeitnehmer im Einzelfall nicht von dieser Verpflichtung entbunden wird.

     
    Dieser Anspruch besteht unmittelbar gegenüber dem individuellen Arbeitgeber und kann nicht damit abgelöst werden, dass der Arbeitgeber auf einen Dritten (z.B. eine Lohnbuchhaltungsfirma oder einen Personalservice) verweist. Der Arbeitgeber (z.B. der Niederlassungsleiter) ist in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass dem Erläuterungsanspruch konkret genüge getan wird.

    Um diesen Weg zu gehen, muss die/der einzelne ArbeitnehmerIn individuell die Erläuterung seines Entgeltes vom Arbeitgeber verlangen.

     
    Dazu genügt ein kurzes Anschreiben, für das wir hier ein Beispiel beigefügt haben: