Tarifbewegung 2014

    Regionalkonferenz zum Tarifabschluss T-Systems

    Regionalkonferenz zum Tarifabschluss T-Systems

    Am 13. Mai fand eine gemeinsame Regionalkonferenz der Landesfachbereiche NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz / Saar zum Ergebnis der Tarifunde für die ver.di-Mitglieder bei der T-Systems statt.

    ver.di-Vertrauensleute und Mitglieder aus Betrieblichen Arbeitskampfleitungen trafen sich in Bad-Godesberg. Sie wurden aus erster Hand von der unserer Verhandlungs-führung über den Verlauf und die Inhalte der Tarif-verhandlungen informiert.

    Michael Jäckel in der Regionalkonferenz am 13.05.2014 Martin Wolff Michael Jäckel

    Michael Jäckel, Bundesfach-gruppenleiter IT/DV und aus dieser Funktion unser Verhandlungsführer in den Tarifverhandlungen, und Manfred Kuntze, Konzernbetreuer T-Systems, stellten eindrucksvoll dar, dass das Ergebnis, welches am Ende am Verhandlungstisch erreicht wurde, den Arbeitgebern nur abgerungen werden konnte, weil es Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben gab, die sich an den Warnstreiks beteiligt haben.

    Thorsten Reimann berichtete für den Gesamtbetriebsrat über die, parallel zu den Tarifverhandlungen durchgeführten Verhandlungen zur Rahmenvereinbarung zum „Transformationsprogrammen T-Systems 2015+“.
     

    Es folgten mehrere intensive Frage- und Diskussionsrunden.
     

    Wir haben in den Tarifverhandlungen ein Verhandlungs-ergebnis erreichen können, das uns zwar alle nicht in Jubelstimmung versetzt aber auch nicht kleingeredet werden muß.

    Die Lohnerhöhungen werden, wenn nicht alle Prognosen völlig daneben liegen, die Inflationsrate ausgleichen.

    Manfred Kuntze in der Regionalkonferenz am 13.05.2014 Martin Wolff Manfred Kuntze

    Vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2017 gilt der Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen.

    Es konnten eine Vielzahl von Bausteinen erreicht werden, die angeboten werden um Kolleginnen und Kollegen, die sich vorstellen können die T-Systems freiwillig zu verlassen, finanziell zu unterstützen. Dabei wurde massiv auf die materiellen Regelungen des Tarifvertrages Ratioschutz aufgesattelt. Dies mit dem Ziel, daß es möglichst auch vor 2016 zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommt.

    Thorsten Reimann (GBR TSI) in der Regionalkonferenz am 13.05.2014 Martin Wolff Thorsten Reimann

    Diese Bausteine schaffen keine heile Welt in den Betrieben und werden natürlich auch nicht für jede/n in Frage kommen. Sie konnten aber materiell auf ein Niveau gebracht werden, das in vielen anderen Betrieben in der IT-Branche in ähnlichen Situationen nicht erreicht wurde.
     

    Klar ist aber auch: Jede Kollegin, die in den letzten Wochen mit gestreikt hat, jeder Kollege, der in den letzten Woche mit gestreikt hat, hätte ein besseres, weitergehendes Ergebnis bei der T-Systems verdient gehabt!
    Das wir gemeinsam dies nicht durchsetzen konnten, ist denen zu verdanken, die sich an den Streiks nicht beteiligt haben. Und das war leider eine deutliche Mehrheit!

    Wir hatten nicht genug Kraft aus den Betrieben mitgegeben bekommen, um die T-Systems zu bewegen, ihre Personalabbau-planungen zu den Akten zu legen. Auch fehlte der Druck um den Arbeitgeber zur tarifvertraglichen Verpflichtung zu zwingen, auf jeden Fall auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen zu verzichten.

    Tarifverhandlungen sind nun mal kein intellektueller Diskurs auf der Suche nach gerechten Lösungen.
    In Tarifverhandlungen lotet der Arbeitgeber aus, wie weit er sich inhaltlich auf die Beschäftigten (vertreten durch ihre Gewerkschaft) zu bewegen muss, damit ihm keine für ihn gravierenden Probleme in der Arbeitserledigung in seinen Betrieben drohen. Je geringer die Bereitschaft der Beschäftigten ist, sich für ihre eigenen Interessen auch per Streik aktiv einzusetzen, desto weniger sieht der Arbeitgeber sich genötigt etwas herzugeben.

    Frank Bethke in der Regionalkonferenz am 13.05.2014 Martin Wolff Frank Bethke

    An den Streiks bei der T-Systems in den letzten Wochen haben sich eine ganze Menge Kolleginnen und Kollegen beteiligt. Jeder / jedem von ihnen gilt unser gemeinsamer Dank. Nur Durch ihr Engagement konnte der Arbeitgeber überhaupt bewegt werden.

    Unsere Verhandlungskommission musste aber auch zur Kenntniss nehmen, daß die Streikbrecher weiterhin in der Mehrheit waren und der Druck auf den Arbeitgeber deshalb nur sehr begrenzt war.

    In dieser Situation waren die Verhandlungsmöglichkeiten in der 4. Verhandlungsrunde ausgeschöpft.

    Unsere große Tarifkommission hatte am 7. Mai eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie musste über die Annahme des Verhandlungsergebnisses entscheiden. Dabei musste die Tarifkommission natürlich mit diskutieren, was die Alternative wäre. Wenn das Verhandlungsergebnis nicht angenommen worden wäre, wäre es „vom Tisch“ gewesen und wir müssten mit einem Erzwingungsstreik dem Arbeitgeber ein neues, besseres Angebot aus dem Kreuz streiken.

    Quertisch bei der Regionalkonferenz am 13.05.214 Martin Wolff Regionalkonferenz

    Wir haben in den Betrieben der T-Systems durchaus eine positive Entwicklung in der Beteiligung an unseren Aktionen und Warnstreikmaßnahmen erreichen können. Bis zur Durchführung eines erfolgreichen Erzwingungsstreiks haben wir aber noch ein gutes Stück Weg zu gehen.

    Jetzt gilt es einerseits das in der Tarifauseinandersetzung erreichte abzusichern.

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

    Andererseits gilt es aber auch weiter daran zu arbeiten, mehr Kraft auch in den Betrieben der T-Systems zu entwickeln.

    Wir müssen mehr Menschen gewinnen, die mitziehen.

    • Mitziehen als ver.di-Mitglieder.
    • Mitziehen in nächsten Streikauseinandersetzungen.
    • Mitziehen im Betrieb die notwendigen Diskussion zu führen, Kolleginnen und Kollegen zu informieren und zu mobilisieren.
    • Mitziehen Aktionen und Streiks vorzubereiten und durchzuführen.

    Und das muß von innen in der T-Systems getan werden. Von außen kann da punktuell unterstütz werden. Von außen können Prozesse begleitet werden. Etwas wirklich weiterentwickelt kann aber nur in den Betrieben der T-Systems selbst werden.