Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Verhandlungsauftakt zur „Guten Arbeit“ im Telekom-Konzern

    Verhandlungsauftakt zur „Guten Arbeit“ im Telekom-Konzern

    Tarifinfo 5 Gute Arbeit Telekom - Seite 1 ver.di FB 9 Tarifinfo 5 Gute Arbeit Telekom - Seite 1

    Am Dienstag den 25. Juni 2013 sind die Verhandlungen zu zwei wichtigen Elementen der Kampagne „GUTE ARBEIT“ im Telekom Konzern aufgenommen worden.

    Im Verhandlungsauftakt hat ver.di die Forderungen zu den Themen „Überlastungsschutz“ und „biografieorientierte Arbeitszeitkonten“ eingebracht und begründet. Die Verhandlungen betreffen die T-Systems- und T-Service- Gesellschaften, T-Shop-Gesellschaft, Telekom Deutschland GmbH und die Deutsche Telekom AG.

    ver.di strebt für die in die Verhandlungen einbezogenen Unternehmen inhaltsgleiche Regelungen an.

    Hintergrundinfo zu den Verhandlungen

    • Vom 10.-31.12.2012 hat ver.di die Beschäftigtenbefragung zur „Guten Arbeit“ im Telekom Konzern durchgeführt.  
    • Im Februar 2013 hat ver.di die Ergebnisse veröffentlicht.  
    • Vom März - Mai 2013 sind die aus der Befragung abzuleitenden Forderungsblöcke seitens der ver.di Gremien definiert worden.  
    • Zur GUTEN ARBEIT gehören viele Elemente: Altersteilzeit; Ausbildung von Nachwuchskräften und deren Übernahme nach beendeter Ausbildung; Aufstiegsmöglichkeiten; Überlastungsschutz; biografieorientierte Arbeitszeitmodelle; ...  
    • Zu den Themen Altersteilzeit, Ausbildungsquote, Übernahme von Auszubildenden sind zwischen ver.di und Telekom bereits Vereinbarungen getroffen worden  
    • Am 25.06. wurden die Tarifverhandlungen zu einem Tarifvertrag „Überlastungsschutz“ und zu „biografieorientierten Arbeitszeitkonten“ aufgenommen

    Forderungen zu einem Tarifvertrag „Überlastungsschutz“

    • Zur Erkennung betrieblicher Überlastungssituationen sind betriebliche Kennziffern festzulegen  
    • Bei Erreichen eines kritischen Bereiches der Kennziffern sind in dem betroffenen Bereich unmittelbar die Ursachen zu ermitteln (Durchführung einer „Beurteilung der Arbeitsbedingungen“)  
    • Auf der Basis der ermittelten Ursachen sind konkrete Maßnahmen zur Auflösung der sich ankündigenden oder bereits eingetretenen Überlastungssituation verbindlich umzusetzen  
    • Die Festlegungen sind auf Betriebsebene zwischen den Betriebsparteien zu treffen  
    • Auf Unternehmensebenen wird eine zusätzliche paritätisch besetzte Kommission gebildet, die angerufen werden kann, sofern Maßnahmen notwendig werden, die nur auf Unternehmensebenen getroffen werden können.

    Forderungen zu einem Tarifvertrag „biografieorientierte Arbeitszeitkonten“

    • Einführung individueller Lebensarbeitszeitkonten nach dem „Flexi II Gesetz“  
    • Zufluss aus: Zeit aus dem Arbeitszeitkonto (Kurzzeitkonto) mit festgelegter max. jährlicher Zuflussgrenze; Umwandlung von Entgeltbestandteilen, ...  
    • Regelungen zur Verzinsung der Kontenguthaben  
    • Einführung einer altersreduzierten Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich  
    • Entnahmemöglichkeiten aus dem Konto: Blockfreizeiten, Pflege- / Elternzeiten, vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben; Umwandlung in Versorgungskapital  
    • Ausschließliches Dispositionsrecht seitens der Arbeitnehmer (was fließt zu, was wird entnommen)  
    • Sicherungsregelungen (tarifliche Ansprüche/ Rückkehrrechte auf den Arbeitsplatz) bei Entnahmezeiträumen  
    • Unverfallbare übertragbare, vererbbare und insolvenzgesicherte Ausgestaltung der Kontenguthaben  

    Überlastungsschutz erforderlich! Antworten auf demografische Entwicklungen geben!

    Im Verhandlungsauftakt begründete ver.di, dass am Ende der Verhandlungen eine Regelung stehen muss, mit der vorhandene Überlastungssituationen abgebaut und die Beschäftigten verbindlich vor Überlastung geschützt werden. Zudem sollen mit dem Tarifvertrag zu biografieorientierten Arbeitszeitkonten Antworten auf demografische Entwicklungen, geänderte Anforderungen im Arbeitsleben und einer veränderten Erwartungshaltung der Beschäftigten auf Gestaltbarkeit der Lebensarbeitszeit gegeben werden.

    Reaktionen der Arbeitgeberseite

    Die Arbeitgeberseite hat die Vorstellung der ver.di Befragungsergebnisse zur GUTEN ARBEIT gewünscht und ist den Ausführungen mit Interesse gefolgt. Die ver.di Forderungen zu den Tarifverträgen Überlastungsschutz und zu biografieorientierter Arbeitszeitkonten und deren Begründungen hat die Arbeitgeberseite entgegengenommen und intensiv hinterfragt. Eine Bewertung der ver.di Forderungen hat die Arbeitgeberseite für die zweite Verhandlungsrunde angekündigt.

    Verhandlungen vertagt!

    Nach intensiver Diskussion zu den ver.di Positionen haben sich die Tarifvertragsparteien auf die Fortsetzung der Verhandlungen verständigt. Entsprechende Termine werden zeitnah vereinbart.