Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Telekom versperrt sich Lösungen zur "Guten Arbeit"

    Telekom versperrt sich Lösungen zur "Guten Arbeit"

     
    „Gute Arbeit“ im Telekom-Konzern – Telekom Arbeitgeber ignorieren die Belastungssituation der Beschäftigten
     

    In den vergangenen Wochen hat ver.di versucht, wieder Bewegung in die Verhandlungen zur „Guten Arbeit“ und zu „biografieorientierten Arbeitszeitkonten“ zu bringen.

    Tarifinfo 7 Gute Arbeit im Telekom-Konzern - Seite 1 ver.di FB 9 Tarifinfo 7 Gute Arbeit - Seite 1

    In zwei aktuell geführten „Spitzengesprächen“ zwischen ver.di und der Arbeitgeberseite (unter Beteiligung des derzeitig amtierenden Telekom Personalvorstandes) ist es allerdings nicht gelungen, die „Knackpunkte“ zu lösen! Eine Lösung scheitert derzeit an der einsichtslosen Arbeitgeberhaltung!

    Warum ignoriert die Arbeitgeberseite die Belastungssituation der Telekom Beschäftigten?

    Schon die Ergebnisse der ver.di Befragung der Telekom Beschäftigten zur „Guten Arbeit“ reichen aus, um zu erkennen, dass die Telekom Beschäftigten in ihrem Arbeitsalltag erheblichen Belastungen ausgesetzt sind. Arbeitshetze, Eingriffe in geplante Arbeits- und Erholzeiten, verbunden mit zunehmender Komplexität, sind hier als prägende Merkmale zu nennen. 53% der BefragungsteilnehmerInnen gaben an, unter den derzeitigen Anforderungen die aktuelle Tätigkeit nicht bis zum Rentenalter ausüben zu können. Ein alarmierendes Ergebnis!

    Auch deshalb fordert ver.di Regelungen, mit denen betriebliche Überlastungssituationen schnell erkannt und abgestellt werden können. ver.di will außerdem biografieorientierte Arbeitszeitkonten, die arbeitnehmerseitig disponiert, Antworten auf demografische Entwicklungen, geänderte Anforderungen im Arbeitsleben und einer veränderten Erwartungshaltung der Beschäftigten auf die Gestaltbarkeit der Lebensarbeitszeit geben können.

    Doch statt sich dieser Situation zu stellen, versucht die Arbeitgeberseite Wege durchzusetzen, die die Beschäftigten z. B. mit Flexibilisierung der Arbeitszeiten weiter belasten.
    Die Themen - Belastung der Beschäftigten, aktuell vorliegende Arbeitsmengen, demografische Herausforderungen - sind zwar Thema in den Telekom Hochglanzbroschüren, am Verhandlungstisch werden sie aber kleingeredet. Die Bereitschaft der Arbeitgeberseite - diese Themen lösen zu wollen - ist nicht erkennbar!

    Tarifinfo 7 Gute Arbeit im Telekom-Konzern - Seite 2 ver.di FB 9 Tarifinfo 7 Gute Arbeit - Seite 2

    Vogel Strauß Methode: Hilft nicht!

    Die Belastungssituation in den Telekom Betrieben hat sich weiter verschärft:
    Der IP Umbau der Telekom Netze nimmt Fahrt auf, der INS Ausbau kommt voran und Telekom Vertriebs-Kampagnen werden von den Kunden angenommen. Alles aus Unternehmenssicht erfreulich.

    Die Personaldecke der Telekom ist „auf Kante genäht“!

    Die vorhandenen Arbeitsmengen stellen für sich schon eine große Herausforderung dar. Technikausfälle und wetterbedingte „Störungslawinen“ treiben die Belastungen allerdings weit über das „erträgliche Maß“.

    Statt verantwortlich zu handeln, verstößt die Arbeitgeberseite gezielt gegen Tarifverträge!

    Anstatt mit ver.di am Verhandlungstisch zu Lösungen zu kommen, geht die Arbeitgeberseite den Weg, bewusst gegen die geschlossenen Tarifverträge zu verstoßen. Tausende Arbeitszeitstunden sind in den letzten Wochen tarifvertragswidrig aus den Arbeitszeitkonten der Beschäftigten ausbezahlt worden, um aus „Rotkonten“ herauszukommen. Am Verhandlungstisch erklärte danach die gleiche Arbeitgeberseite, dass es in den Betrieben keine Belastungssituation gäbe: „Die Arbeitszeitkonten seien schließlich im grünen Bereich“.

    Es reicht!!!

    ver.di hält es für fahrlässig, wie die Arbeitgeberseite die derzeitige Situation ignoriert und sich Lösungen versperrt!

    Jetzt ist es an der Zeit:

    • die Arbeitgeberseite spüren zu lassen, dass die Schraube überdreht ist,
    • dass die Betriebsräte - noch konsequenter als bisher - gegen Belastungsfaktoren vorgehen und ihre Mitbestimmungsinstrumente, gerade auch in Hinblick auf die Arbeitszeitfragen, nutzen und
    • dass die Beschäftigten in den Betrieben mit ihrem individuellen Arbeitszeitverhalten deutlich machen:

    So geht es nicht weiter, es reicht!!!

     
     
    Hintergrundinfo zu den Verhandlungen