Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Betrieblicher Druck wirkt: Telekom jetzt an Lösung zur GUTEN …

    Betrieblicher Druck wirkt: Telekom jetzt an Lösung zur GUTEN ARBEIT interessiert!

    Nach zwei ergebnislosen Spitzengesprächen zu den Themen „Gute Arbeit“ und „biografieorientierte Arbeitszeitkonten“  haben die Beschäftigten und die ver.di Betriebsräte klar gemacht, dass sie es nicht hinnehmen wenn der Arbeitgeber die Belastungssituation der Beschäftigten ignoriert!
    (ver.di berichtete mit Tarifinfo Nr.7 im September)

    Tarifinfo 8 - Gute Arbeit Telekom ver.di FB 9 Tarifinfo 8 - Gute Arbeit Telekom

    Das hat offensichtlich gewirkt!
    ver.di hat in Verhandlungen mit den Arbeitgebern des Deutschlandsegments ein Eckpunktepapier durchgesetzt! Inhalt sind Antworten zur Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen zu den Themen Belastungsschutz und biografieorientierte Arbeitszeitkonten und zum Umgang mit den vorhandenen, aktuell aufgelaufenen Arbeitszeitthemen in der DTT, der DTTS und der DTKS.

    Ernsthaftigkeit unterstrichen!
    Um die Ernsthaftigkeit - der „Verhandlungsofferte“ - zu unterstreichen, haben sich die Arbeitgeber des Deutschlandsegments in dem Eckpunktepapier - zu „Knackpunkten“ der bisher geführten Verhandlungen - erklärt.

    Die Arbeitgeber des Deutschlandsegments binden sich z. B. den Abschluss einer tariflichen Belastungsschutzregelung zu unterstützen und akzeptieren - zum Thema Langzeitkonten - die ver.di Forderung nach einer gesonderten Zahlung eines Arbeitgeberanteils in das auf Konzernebene vorgesehene Langzeitkonto:

    • Der gesonderte Arbeitgeberbeitrag beträgt je Beschäftigten (Voraussetzung ist die Beteiligung am Langzeitkontensystem) 300 € pro Jahr, sofern deren Einkommen derzeit 41.370 € Jahreszielentgelt nicht übersteigt.
    • Der zusätzliche Beitrag ist gesichert für die Jahre 2015 bis einschließlich 2018, also für vier Jahre!
    • Die Arbeitgeber des Deutschlandsegments bekennen sich zu einer Tariflösung, die für den Fall, dass ab 2018 keine zusätzlichen Arbeitgeberbeiträge gezahlt werden, ver.di die Option zur umfassenden Schließung des Konzernlangzeitkontenmodells besitzt.

    Flankierende Regelungen zur aktuellen, angespannten Servicesituation!
    Um die derzeitige, angespannte Servicesituation im Operativen Segment Deutschland - parallel zu den vereinbarten Tarifverhandlungen -, zu „entspannen“, wurden Übergangsregelungen bezüglich des Umgangs mit Rotkonten bzw. Mehrarbeit bis Ende Januar 2015 vereinbart.

    Die flankierenden Regelungen zur aktuellen, angespannten Servicesituation im Überblick:

    DTTS/DTT:

    • Beschäftigte, deren Arbeitszeitkonten sich aktuell im Rotbereich befinden erhalten die Möglichkeit, bis zu 100 Std. in das Langzeitkonto gemäß des aktuellen TV Arbeitszeitkonten umzubuchen.
    • In einem zweiten Schritt wird diese Umbuchoption von bis zu 100 Std. auch für neu entstehende Stunden in Rotbereichen der Arbeitszeitkonten bis Ende Januar 2015 vorgesehen
    • Für jede Stunde die umgebucht wird, erhalten die Beschäftigten eine pauschale Zahlung in Höhe von 5 €.

    DTKS:

    • In der DTKS bestehen keine tariflichen Langzeitkonten. Deshalb wird ab 15.10. 2014 bis Ende Jan 2015 eine besondere, separate Erfassung der in diesem Zeitraum entstehenden Dispozeiten erfolgen.
    • Für die dort aufgebauten Zeiten werden in einer vergleichbaren Höhe wie in DTTS/DTT pauschale Zahlungen (mittels Tankgutscheinen) realisiert. Für jeweils 10 Stunden erfolgt die Verausgabung eines Tankgutscheines. Werden zwischen 11 und 30 Stunden geleistet wird ein zusätzlicher Tankgutschein verausgabt. Ab 31 Stunden erfolgt die Verausgabung von zwei zusätzlichen Tankgutscheinen.
    • Ab Januar sind verbindliche Abbaupläne der aufgebauten Zeiten zu realisieren. Die Beschäftigten erhalten ein Entscheidungsrecht, alternativ diese Zeiten in das Konzernlangzeitkonto zu überführen.
    Tarifinfo 8 - Gute Arbeit Telekom - Seite 2 ver.di FB 9 Tarifinfo 8 - Gute Arbeit Telekom - Seite 2

    Späte Einsicht ist besser als keine!
    ver.di begrüßt, dass die Vereinbarung der Eckpunkte mit den Arbeitgebern im Deutschlandsegment möglich war. Damit ist der Weg für Verhandlungen zur Guten Arbeit im Telekom Konzern wieder frei. Mit den getroffenen Übergangsregelungen schafft ver.di die Möglichkeit, der aktuellen angespannten Arbeitszeitkontensituation zu begegnen. Nun kommt es allerdings darauf an, in den Verhandlungen wirksame Mittel zum Belastungsschutz der Beschäftigten und ein attraktives Modell zu Konzernlangzeitkonten zu schaffen.

    ver.di wird jetzt den erklärten „ernsten Willen“ des Arbeitgebers zu Lösungen zu kommen - in den Verhandlungen einfordern! Ein zurück gibt es nicht mehr!

     
     

    Hintergrundinfos zu bestehenden Langzeitkonten in der DTTS / DTT:

    • In der DTTS und DTT wurden mit dem TV AzK in 2007 Langzeitkonten geschaffen.
    • In diese sind allerdings - nach aktuellem Kenntnisstand - bisher nur Zeitgutschriften aus dem damaligen Ausbauprojekt Projekt T- Home Speed geflossen.
    • Ein weiterer Zufluss von Stunden, ist aktuell nur auf besondere Vereinbarung der Tarifvertragsparteien möglich. Davon wird jetzt Gebrauch gemacht.
    • In den bestehenden Langzeitkonten gebuchte Zeiten werden in Zeit geführt und sind Insolvenzgeschützt.
    • Der Arbeitnehmer hat Anspruch Guthaben als Blockfreizeit aus dem Langzeitkonto zu entnehmen. Dazu sind entsprechende Mindestgrenzen und Ankündigungsfristen zu beachten. Es ist auch eine Möglichkeit Guthaben zum vorgezogenen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben zu nutzen. (Details dazu sind in der Anlage 1 des TV Azk festgelegt).