Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Die Zeit ist Reif, für: Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Die Zeit ist Reif, für: Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Tarifinfo 1 Gute Arbeit - Seite 1 ver.di FB 9 Tarifinfo 1 Gute Arbeit - Seite 1

    Die Zeit ist Reif, für: Gute Arbeit im Telekom-Konzern

    Für Kapitalvertreter an der Börse gibt es kaum etwas schlimmeres, als von Vorständen der DAX Unternehmen eine „Gewinnwarnung“ aufgrund „schlecht laufender Geschäfte“ entgegennehmen zu müssen! Für Beschäftigte - auch von DAX Unternehmen - gibt es kaum etwas schlimmeres, als von ihrem Arzt eine “Gesundheitswarnung“ aufgrund „schlechter Arbeit“ ausgestellt zu bekommen!

    GUTE ARBEIT ist nach dem „DGB Index Gute Arbeit“ vor allem „Arbeit, die den Ansprüchen der Beschäftigten gerecht wird“!

    Ist die Arbeit im Telekom Konzern GUTE ARBEIT? Wie wird die Arbeit im Telekom Konzern zu GUTER ARBEIT?

    Diesen elementaren Fragen will der Fachbereich TK/IT im Rahmen seiner Kampagne „GUTE ARBEIT im Telekom Konzern“ nachgehen und dann konkrete Maßnahmen ergreifen: Denn ein GUTES LEBEN ist ohne GUTE ARBEIT kaum denkbar!

    Es gibt doch bereits viele Maßnahmen!

    Im Telekom Konzern wird in allen Unternehmenseinheiten durchgängig eine sogenannte „Gesundheitsquote“ gemessen.

    Das Telekommanagement hat das Ziel, diese möglichst hoch zu halten, denn sinkt die Quote, bedeutet dies, dass Personalkosten für nicht anwesende Beschäftigte gezahlt werden müssen (es handelt sich insofern eher um eine „Anwesenheits-“, als um eine „Gesundheitsquote“). Stellt sich die Frage, wie es mit der Motivation des Managements aussieht, wenn es um die „echte Gesundheit“ der Beschäftigten geht. Hier gibt es durchaus gesundheitsfördernde Arbeitgeber Vorschläge, wie: „Reduzieren sie ihr Übergewicht“, „Hören sie auf zu rauchen“, „Betreiben sie Sport in ihrer Freizeit“, „Machen sie regelmäßig einen Gesundheitscheck“,...

    Alles wichtige, allerdings, ausschließlich an die Beschäftigten gerichtete Vorschläge. Bei der Frage nach Initiativen, die sich an das Handeln des Arbeitgebers selber richten, wird arbeitgeberseitig eher pauschal auf die vorhandenen gesetzlichen Verpflichtungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes verwiesen.

    Das ist uns zu wenig!

    Nach dem etablierten DGB Index, ist GUTE ARBEIT: Arbeit, die ein leistungsgerechtes, festes Einkommen ermöglicht und sichere Perspektiven vermittelt. Arbeit, die Sinn hat, auch Freude und Bestätigung mit sich bringt. Arbeit, mit möglichst wenigen körperlichen und psychischen Belastungen und die die Gesundheit nicht schädigt. Und Arbeit die so organisiert ist, dass sich die Beschäftigten als Menschen behandelt fühlen.

    In diesem Sinne wollen wir die Erfahrungen der Telekom Beschäftigten nutzen um die zentralen Handlungsfelder für GUTE ARBEIT im Telekom Konzern zu identifizieren.

    Mögliche Lösungsansätze

    Geänderten Belastungssituationen mit Lebensarbeitszeitmodellen begegnen:

    Wir wollen den Beschäftigten, die mit längeren Lebensarbeitszeiten und neuen Belastungssituationen konfrontiert sind, individuelle Dispositionsmöglichkeiten bei der Arbeitszeit verschaffen.

    Dazu gehören Instrumente zum vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben (wie z. B. Altersteilzeitmodelle) genauso, wie die Schaffung der Möglichkeit während des Erwerbslebens gesicherte, „individuelle Auszeiten“ (z. B. für Familie, Erziehung, Freizeit,...) nehmen zu können.

    Gleichzeitig sind uns jedoch Regelungen wichtig, die die Beschäftigten vor „Selbstausbeutung“, einem „Arbeiten ohne Ende“ schützen. Es geht um intelligente Lösungen, die zum einen vor der Gefährdung der Gesundheit durch schleichende Arbeitszeitverlängerung bewahren und zum anderen der ebenfalls damit verbundenen Arbeitsplatzvernichtung begegnen. Den Arbeitgeberinteressen nach kapazitätsorientierte Arbeitszeitmodellen wird in unseren Entwürfen eine klare Absage erteilt, da sie den Menschen ausschließlich allen betrieblichen Interessen einseitig unterordnen.

    Verbindliche Rechte schaffen, betriebliche Kennziffern nutzen:

    In fast allen Unternehmen und Betrieben haben „Kennziffern“ ihren festen Platz in den Managementetagen. Diese dienen dort z. B. zur Steuerung von Finanzströmen, dem Einsatz von Produktionsmitteln, Messung von Qualität, Kontrolle erbrachter Leistungen, Messung der Effektivität / Wirtschaftlichkeit oder des Unternehmserfolges usw....

    Es gibt jedoch, wenn überhaupt, nur wenige Kennziffern, die den Beschäftigten als Menschen im Fokus haben.

    Hier liegt die Idee: Wie wollen die vorhandenen Arbeits- und Gesundheitsschutzregelungen um verbindliche betriebliche Regelungen ergänzen. Konkrete betriebliche Kennziffern, die auf die Belastungssituation der Menschen abstellen, sollen regelmäßig erhoben werden. Wird eine Überlastungssituation identifiziert legen die Regelungen fest, dass diese Situation verbindlich aufzulösen ist.

    Das arbeitgeberseitige Interesse, die Arbeitskraft immer effektiver zu nutzen, muss durch zwingende Überlastungsschutzelemente und eine echte, kontinuierliche Beteiligung der Beschäftigten bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen begrenzt werden.

    Variable entschärfen

    Mit der Tarifrunde 2012, hat ver.di bereits einen großen Schritt zur Begrenzung der belastenden Wirkung von „Variablen Entgeltelementen“ bei der DTAG, Telekom Deutschland, T-Service Unternehmen sowie T Systems Gesellschaften gemacht. Dieser eingeschlagene Weg muss im gesamten Telekom Konzern fortgesetzt werden.

    Übernahme von Nachwuchskräften

    Die unbefristete, qualifikationsgerechte Einstellung von Nachwuchskräften liegt nicht nur im Interesse der betroffenen Nachwuchskräfte. Junge neue KollegInnen aus der Ausbildung bringen auch neue Qualifikationen in den Betrieb, die dem Arbeitgeber nutzen und Belastungssituationen vorhandener Belegschaftsteile vorbeugen können. Außerdem bringt das „frischen Wind“ in die Altersstruktur - das nutzt allen!

    FEST STEHT:

    Tarifpolitische Instrumente zur Leistungsbegrenzung und zum Schutz vor Überlastung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Insofern wollen wir per Tarifvertrag Schutzregelungen durchsetzen, die GUTE ARBEIT im Telekom Konzern befördern und die Beschäftigten verbindlich vor Überlastung schützen.