Tarifbewegung 2016

    STRABAG FS: Erste Verhandlungsrunde ohne Angebot

    STRABAG FS: Erste Verhandlungsrunde ohne Angebot

    STRABAG FACILITY SERVICES GmbH

     
    Unsere Forderungen zur Tarifrunde 2016
    für die ver.di-Mitglieder bei STRABAG FS:

    • Entgelterhöhung um 4,5 %
    • Laufzeit 12 Monate

    Darüber hinaus erwarten wir in den Verhandlungen eine Erhöhung des tarifvertraglichen Urlaubsanspruchs um 2 Tage und die Einführung weiterer Lohngruppen

    ver.di begründet Forderungen

    Tarifinfo 2 STRABAG FS - Seite 1 von 2 ver.di FB 9 Tarifinfo 2 STRABAG FS - Seite 1

    Am 31. März fand in Frankfurt die erste Verhandlungsrunde in der Tarifrunde 2016 für die ver.di-Mitglieder bei der STRABAG FS statt. Ver.di hat die im Januar beschlossenen Forderungen eingebracht und ausführlich begründet.

    Die Gesamtwirtschaft in Deutschland weist ein solides Wachstum aus, das Bruttoinlandsprodukt ist um 1,7 % gestiegen. Die FM-Branche wächst von Jahr zu Jahr zwischen 4 % und 6 %. Und auch die STRABAG FS ist gut im Rennen. So stiegen zwischen 2013 und 2015 der Umsatz der Gesellschaft um satte 17 %, der Gewinn vor Steuern sogar um 36 %.

    Demgegenüber müssen die Beschäftigten die Belastungen durch steigende Preisen schultern. Ohne Benzin und Nahrungsmittel stiegen die Preise in 2015 um 1,1 %. Hinzu kommen die steigenden Zusatzbeiträge in den Krankenkassen, da sich die Arbeitgeber aus der gleichwertigen Finanzierung des Krankenkassenbeitrags verabschiedet haben. Im Durchschnitt berechnen die Krankenkassen 0,9  Prozentpunkte als Zusatzbeitrag, die nur von den Arbeitnehmern zu bezahlen sind.

    Ein Blick in die Branche zeigt, dass die Löhne und Gehälter bei STRABAG FS einem Vergleich nicht stand hält, und in anderen Firmen durchaus mehr bezahlt wird. Aus den Entwicklungen der letzten Jahre ist ein deutlicher Nachholbedarf für die Beschäftigten der STRABAG FS vorhanden.

    Hierbei hat die STRABAG FS durchaus noch Hausaufgaben zu erledigen, wenn sie in Zukunft noch ausreichend Personal finden will. Denn die ersten Anzeichen am Arbeitsmarkt lassen vermuten, dass der Fachkräftemangel auch in der FM-Branche wirken wird. Mitarbeitergewinnung und –bindung werden daher in Zukunft wesentliche Aufgaben für Firmen in der Branche sein.

    Darüber hinaus herrscht in Deutschland grundsätzlich das Problem, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Eine vernünftige Lohnrunde wäre zumindest ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

    Arbeitgeber stellen Gegenforderungen

    Tarifinfo 2 STRABAG FS - Seite 2 ver.di FB 9 Tarifinfo 2 STRABAG FS - Seite 2

    Die Arbeitgeber haben in der ersten Verhandlungsrunde dargestellt, dass aus ihrer Sicht keine allgemeinen Entgelterhöhungen gezahlt werden sollen. Sie stellen sich vielmehr eine punktuelle, also nach Nasenfaktor ausgewählte Erhöhung der Löhne/Gehälter einzelner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor. Darüber hinaus soll aus ihrer Sicht die Laufzeit des Tarifvertrags 36 Monaten betragen.

    Weiterhin würden die ver.di-Forderung insgesamt über eine Million Euro kosten und dies wäre bei der aktuellen Situation nicht machbar.

    Die „Argumente“ der Arbeitgeber im Einzelnen:

    • Zu viele unproduktive Stunden
    • Zu hoher Krankenstand
    • Gesunkene Produktivität
    • Eventuelle Kosten von Rechtsstreiten
    • Kosten von neu eingestellten Regionalbetreuern
    • Kosten für Qualifizierung
    • Kostensenkungen, die aus der STRABAG PFS von STRABAG FS erwartet werden

    Weiterhin stellen die Arbeitgeber Gegenforderungen zu völlig sachfremden Themen auf und wollen, dass zukünftig eine GPS-Überwachung für alle Fahrzeuge stattfindet und das Themen aus der Betriebsvereinbarung Mobilität nun im Tarifvertrag geregelt werden.

    Lediglich beim Thema Einführung von weiteren Lohngruppen waren Vorschläge erkennbar, über die sich reden lässt.

    ver.di weist Positionen der Arbeitgeber zurück

    Die Verhandlungskommission hat daraufhin deutlich gemacht, dass diese Position nicht den berechtigten Erwartungen der Beschäftigten entspricht, und unsere Forderungen erneut bekräftigt.

    „Die Beschäftigten sind das Gesicht der STRABAG FS beim Kunden“, so die Geschäftsführung auf den Betriebsversammlungen im letzten Jahr. Diese gilt es zu motivieren und für ihre Arbeit zu begeistern. Die Positionen der Arbeitgeber sind das vollkommene Gegenteil.

    Der ver.di Verhandlungsführer Pascal Röckert: „Wertschätzung für die Kolleginnen und Kollegen sieht anders aus. ver.di hat das Ziel, Gehaltserhöhungen für alle Beschäftigten der STRABAG FS zu verhandeln und die Urlaubstage zu erhöhen. Und dies bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Dies ist angesichts der guten Arbeit der Beschäftigten und der ausgezeichneten Geschäftsergebnisse der STRABAG FS nur angemessen und fair!“

    Probleme nicht auf Mitarbeiter abwälzen

    Die Geschäftsführung versucht, ihre Probleme, die sie zum Teil seit Jahren nicht gelöst bekommt, nun auf die Beschäftigten abzuwälzen. Dies kann nicht sein.

    Die Beschäftigten können nichts dafür, dass die Geschäftsführung die geleisteten Stunden den Kunden nicht vernünftig in Rechnung stellt. Und die Beschäftigten können auch nichts dafür, dass die Geschäftsführung den Kunden nicht erklärt, dass zusätzliche Tätigkeiten auch andere Preise bedeuten.

    Mitziehen und der Verhandlungskommission den Rücken stärken!

    Die Positionen in der aktuellen Tarifrunde liegen weit auseinander. Eine Lösung wird maßgeblich davon abhängen, wie es uns gelingt, die Geschäftsführung zur Erfüllung der berechtigten Forderungen zu bewegen. Von allein wird dies allerdings nicht passieren.

    Dazu benötigt es ein klares Signal aller Beschäftigten. Jetzt ist es an der Zeit, der Verhandlungskommission den Rücken zu stärken und gemeinsam in der Tarifrunde aktiv zu werden.

    Nur gemeinsam können wir ein gutes Ergebnis erreichen.

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

    Deshalb gilt spätestens jetzt: ver.di-Mitglied werden!