Tarifbewegung 2018

    Telekom: Warnstreiks bringen Ergebnis!

    Telekom: Warnstreiks bringen Ergebnis!

    DTAG, TDG, DTS, DTT, DTA, GKV, DTIT, ISP

    Nach einem eindrucksvollen Aktionstag am Mittwoch, konnte ver.di am frühen Morgen des 12. Aprils in der Tarifrunde 2018 für die ver.di-Mitglieder im Deutschland-Segment, DT IT und DT ISP GmbH einen Durchbruch erzielen. Beeindruckt von den Warnstreikaktionen von rund 15.000 Kolleginnen und Kollegen haben sich die Arbeitgeber bewegen müssen und ein verbessertes Angebot eingebracht. Dieses hat die ver.di Verhandlungskommission bewertet und sich für die Annahme ausgesprochen.
     

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    Das Verhandlungsergebnis im Überblick:

    ERHÖHUNG für alle Beschäftigten im Deutschland-Segment

    Erhöhung der Entgelte und individuellen Jahreszielentgelte in den Entgeltgruppen 1-5 bzw. KS 1-KS 3:

    • + 3,1% ab 01.05.2018
    • + 2,1% ab 01.05.2019, Laufzeit bis 31.03.2020

    Erhöhung der Entgelte und individuellen Jahreszielentgelte in den Entgeltgruppen 6-10 bzw. KS 4-KS 7:

    • + 2,7 % ab 01.05.2018
    • + 2,1 % ab 01.05.2019, Laufzeit bis 31.03.2020

    ERHÖHUNG für alle Beschäftigten in der DT IT und DT ISP GmbH

    Erhöhung der Entgelte und individuellen Jahreszielentgelte in den Entgeltgruppen 1-5 (1-3 ISP):

    • + 3,0% ab 01.07.2018
    • + 2,0% ab 01.07.2019, Laufzeit bis 31.03.2020

    Erhöhung der Entgelte und individuellen Jahreszielentgelte in den Entgeltgruppen 6-10 (4-6 ISP):

    • + 2,6 % ab 01.07.2018
    • + 2,0 % ab 01.07.2019, Laufzeit bis 31.03.2020

    ERHÖHUNG der Vergütungen der Auszubildenden und Dual Studierenden:

    Erhöhung der Vergütungen:

    • + 40 Euro ab 01.05.2018
    • + 30 Euro ab 01.05.2019, Laufzeit bis 31.03.2020
    • Erhöhung der Unterhaltsbeihilfe um 20 Euro ab 01.05.2018 auf 250€
    • Einführung einer „Zahlung für besondere Aufwendungen“ für Dual Studierende in Masterstudiengängen in Höhe von 500 Euro im Jahr (in 2018 anteilig = 333€)

    Die Incentivierung für EQ´ler wird erhöht auf

    • den Wert von einmal 250 Euro bei Übernahme ins 1. Ausbildungsjahr (+50€), und
    • den Wert von einmal 500 Euro bei Übernahme ins 2. Ausbildungsjahr (+100€)
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    Schutz für Beschäftigte

    • Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 31.12.2020 für alle Beschäftigten in den Gesellschaften DTAG, T-Deutschland, T-Service (DT A GmbH, DT T GmbH & DT S GmbH) und DT GKV
    • Für alle Beschäftigen der DT IT und DT ISP gilt der Schutz ebenfalls bis zum 31.12.2020

    ERHÖHUNG für alle Beschäftigen der VCS, die unter den Umsetzungs-TV fallen

    Erhöhung der individuellen Jahreszielentgelte:

    • + 2,7 % ab 01.05.2018
    • + 2,1 % ab 01.05.2019, Laufzeit bis 31.03.2020
       
       

    Vereinbarungen zur Umsetzung der Wochenarbeitszeitverkürzung in der DT Technik, DT Außendienst und DT Service:

    • Die Umsetzung der vereinbarten Wochenarbeitszeitverkürzung auf 36 Stunden zum 01.01.2019 erfolgt durch die Einführung von zusammenhängenden freien Tagen
    • Für Vollzeitbeschäftigte stehen 14 Tage pro Jahr zur Verfügung
    • Die tariflichen zusätzlichen freien Tage sind nach den Urlaubsgrundsätzen zu gewähren
    • Sie sind zwingend innerhalb eines Kalenderjahres umzusetzen

    Einführung eines Teilzeitmodells „additional days off“

    • Verhandlungszusage zur Ausgestaltung eines neuen zusätzlichen Teilzeitmodells zur Ermöglichung von zusätzlichen freien Tagen. Dazu soll die Möglichkeit eröffnet werden, die individuelle WAZ abzusenken, tatsächlich die WAZ unverändert zu lassen und die Differenz in ganzen Tagen zu nehmen.

    Regelungen zur temporären Wochenarbeitszeiterhöhung in der DT Technik, DT Außendienst und DT Service

    • Der Tarifvertrag zur temporären Wochenarbeitszeiterhöhung wird dahingehend ergänzt, dass vor jeder Erhöhung der Wochenarbeitszeit im betroffenen Bereich eine Freiwilligenabfrage durchzuführen ist
    • Die Durchführung der Freiwilligenabfrage, der einzubeziehende Beschäftigtenkreis, Umfang und Dauer der Erhöhung sind durch die Betriebsparteien festzulegen
    • Für freiwillige Wochenarbeitszeiterhöhungen gelten die bestehenden Incentivierungsregelungen (250 Euro – 500 Euro pro Jahr, je nach Umfang der temporären WAZ Erhöhung)

    Übertragung auf Beamte 

    • Die neuen Arbeitszeitmodelle sollen auf Beamte, soweit wie möglich übertragen werden (additional days off, Umsetzung WAZ Verkürzung, Freiwilligkeit, …). Soweit dazu beamtenrechtliche Regelung angepasst werden sollen, wird die Telekom vorher Gespräche mit ver.di aufnehmen.

    Vereinbarung zum Tarifvertrag Lebensarbeitszeitkonten

    • Die Ende 2018 auslaufende Förderleistung des Arbeitgebers wird um bis zum 31.12.2020 verlängert und ab 01.01.2019 um 50 Euro auf 350 Euro erhöht
    • Die Bedingungen für die Zahlung der Förderleistung bleiben unverändert bestehen

    Weitere Inhalte Auszubildende und Dual Studierende

    • Prüfungsvorbereitung Dual Studierende: Gewährung von insgesamt 4 frei verfügbaren Tagen zur Prüfungsvorbereitung für alle Dual Studierenden (3 neue tarifliche plus 1 Transfertag)
    • Verbesserung der Zugangsvoraussetzung zur Unterhaltsbeihilfe für alle Auszubildenden und Dual Studierenden
    • Harmonisierung des Auszahlungszeitpunkts der Vergütungen für Auszubildende auf den Konzernstandard (Auszahlungszeitpunkt zum 16. eines Monats) ab September 2018; Bereitstellung einer Übergangsregelung zur Überleitung in die neue Regelung mit Vorauszahlung
       
       
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    Feststellungen der Verhandlungskommission zum Verhandlungsergebnis

    •  Das Verhandlungsergebnis bedeutet im Paket mehr Entgelt, mehr Lebensqualität und mehr Sicherheit
       
    • Die Entgelte der Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen steigen um insgesamt 5,2% - schrittweise in 2 Stufen.
       
    • Mit den Entgelterhöhungen steigen die Reallöhne; die Kaufkraft der Telekom Beschäftigten wird erneut gestärkt! Alle Erhöhungen finden zudem tabellenwirksam statt und erhöhen damit den Aufsatzpunkt für künftige Tarifrunden!
       
    • Die erste Erhöhungsstufe wirkt zum 01.05.2018. Damit sind im Ergebnis 3 Leermonate enthalten. Diese erscheinen angesichts des Gesamtpakets vertretbar.
       
    • Mit der überproportionalen Anhebung der unteren Einkommen ist ein wichtiges Ziel, die Steigerung der Einkommensgerechtigkeit – in dieser Tarifrunde erreicht. Darauf zahlen aber auch die neuen Prämien für Masterstudenten, die Incentivierung für freiwillige temporäre WAZ Erhöhung sowie die erhöhte und verlängerte Förderleistung des Arbeitgebers in Langzeitkonten ein.
       
    • Das Tarifergebnis sieht eine Laufzeit von insgesamt 26 Monaten im Deutschland-Segment vor. Diese hat die Verhandlungskommission als zu lang bewertet. Mit der verfolgten und nun durchgesetzten Synchronisierung der Laufzeiten des Deutschland-Segments mit denen der DT IT und DT ISP, ist dies akzeptabel.
       
    • Durch die Verlängerung des Kündigungsschutzes ist für die Beschäftigten mehr Schutz und Sicherheit durchgesetzt worden! Betriebsbedingte Beendigungskündigungen sind erneut für einen Zeitraum von zwei Jahren (31.12.2018 bis 31.12.2020) ausgeschlossen und damit wiederum von der Entgeltrunde entkoppelt!
       
    • Die Ausbildungsvergütungen steigen überproportional zwischen 7,00 % bis 7,78 %. Die Vergütungen für Duale Studenten steigen überproportional zwischen 4,79% bis 6,61 %! Zudem wird für Auszubildende / Duale Studenten die Unterhaltsbeihilfe zum 01.04.2018 um 8,7 % angehoben!
       
    • Die Zugangsvoraussetzung zur Unterhaltsbeihilfe ist seit Jahren Streitpunkt im Betrieb. Eine dringend notwendige Überarbeitung kann nun initiiert werden.
       
    • Die Einführung von 4 freien Tagen zur Prüfungsvorbereitung ist für die Dual Studierenden ein wichtiger Bestandteil des Verhandlungsergebnisses
       
    • Mit der Einbeziehung der VCS in diese Tarifrunde ist es erneut gelungen, eine Abkoppelung der VCS Beschäftigten von weiteren Entgeltsteigerungen zu verhindern. Diese erhalten diesmal die durchgesetzten Erhöhungen, 1:1 wie die Beschäftigten (obere EGr) im Deutschlandsegment / DTAG!
       
    • Die arbeitgeberseitigen Versuche, die vereinbarte Wochenarbeitszeitverkürzung in den T-Service-Gesellschaften zu schieben oder auszusetzen, konnten wir zurückdrängen.
       
    • Durch die Einführung einer zwingenden Freiwilligenbefragung haben wir die richtige Antwort auf die Kapazitätsprobleme der Arbeitgeber gefunden. Dies reduziert den Druck auf erzwungene Arbeitszeiterhöhungen.
       
    • Die Verlängerung und Erhöhung der arbeitgeberseitigen Förderleistung für Lebenszeitkonten erhalten und erhöhen die Attraktivität der Lebensarbeitszeitkonten
       
    • Mit der vereinbarten Umsetzung der 36 Stunden Woche in den T-Service-Gesellschaften in Form von 14 freien Tagen wird die WAZ-Verkürzung erlebbar ungesetzt und für die Beschäftigten ein Mehr an Lebensqualität geschaffen! Freie Tage entlasten die Beschäftigten mehr als die minutenweise Kürzung der Tagesarbeitszeit.
       
       
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    Wie geht es weiter?

    Die ver.di Verhandlungskommission empfiehlt der Großen Tarifkommission (die für Montag, den 16. April eingeladen ist) die Annahme des Angebots.

    Nach einer ersten Bewertung durch die große Tarifkommission am 16.April wird ver.di sechs regionale Streikdelegiertenkonferenzen durchführen, um das durchgesetzte Angebot im Detail vorzustellen und zu diskutieren. Eine abschließende Entscheidung wird die Große Tarifkommission am 25. April in einer weiteren Sitzung treffen.

     
    Tarifverhandlungen werden nicht am Verhandlungstisch entschieden.
    Entscheidend ist immer der Druck aus den Betrieben.
    Wir haben zur entscheidenden Verhandlungsrunde Druck gemacht!
     

    Tarifinfo 16 - Warnstreiks bringen Ergebnis! ver.di FB 9 Tarifinfo 16

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    Mehr Geld, mehr Sicherheit, mehr Lebensqualität: ver.di erzielt Verhandlungsergebnis in der Tarifrunde bei der Deutschen Telekom

    In der Tarifrunde für die rund 62.000 Beschäftigten bei der Deutschen Telekom haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die Arbeitgeber in der vierten Verhandlungsrunde in Euskirchen in der Nacht auf Donnerstag auf ein Ergebnis geeinigt. Die nach mehr als 14 Stunden Verhandlung erzielte Vereinbarung sieht unter anderem Entgeltsteigerungen von 5,2 beziehungsweise 4,8 Prozent in zwei Stufen vor. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum 31. Dezember 2020 ausgeschlossen. Die vereinbarte Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit in den großen operativen Einheiten der Telekom um zwei Stunden auf 36 Stunden ab dem 1. Januar 2019 wird in Form von 14 zusätzlichen freien Tagen pro Kalenderjahr realisiert.

    „Das ist ein gutes Ergebnis, das unserem Dreiklang folgt: mehr Geld, mehr Arbeitsplatzsicherheit, mehr Lebensqualität“, sagte Verhandlungsführer Frank Sauerland. „Die tabellenwirksame Entgelterhöhung führt zu Reallohnsteigerungen. Der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen erhöht die Sicherheit für die Beschäftigten, und die 14 zusätzlichen freien Tage pro Kalenderjahr steigern ihre Lebensqualität“, betonte Sauerland. „Ohne den hohen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen, die mit Aktionen und Warnstreiks für ihre Forderungen gekämpft haben, wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen.“

    Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis, das bis zum 31. März 2020 gilt, unter anderem eine Entgelterhöhung für den Großteil der Beschäftigten (Entgeltgruppen 1-5) von 3,1 Prozent ab dem 1. Mai 2018 und 2,1 Prozent ab dem 1. Mai 2019 vor. In den anderen Entgeltgruppen (Entgeltgruppen 6-10) gibt es zu denselben Zeitpunkten eine Erhöhung von 2,7 beziehungsweise 2,1 Prozent.

    Auszubildende und dual Studierende erhalten ab dem 1. Mai eine Erhöhung ihrer Vergütungen von 40 Euro pro Monat, ab 1. Mai 2019 bekommen sie weitere 30 Euro pro Monat. Zusätzlich erhalten dual Studierende zukünftig vier freie Tage zur Prüfungsvorbereitung. Im Weiteren wurden zusätzliche Prämien für Lebensarbeitszeitkonten verabredet. Zudem einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, Verhandlungen über ein neues Teilzeitmodell aufzunehmen.

    Die Verhandlungen waren am Mittwoch von Warnstreiks und Demonstrationen der Telekom-Beschäftigten begleitet worden. Bundesweit hatten sich rund 15.000 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt. Größere Kundgebungen gab es in Köln, Darmstadt, Leipzig, Berlin und München.

    Das Verhandlungsergebnis steht unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Großen Tarifkommission. Das Gremium wird sich am 25. April abschließend mit dem Verhandlungsergebnis befassen.

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