Tarifbewegung 2018

    Telekom: 3.000 streikende Freibeuter enterten Köln

    Telekom: 3.000 streikende Freibeuter enterten Köln

    DTAG, TDG, DTS, DTT, DTA, GKV, DTIT, ISP

    Höhepunkt der ver.di-Warnstreiks vor der entscheidenden vierten Tarifrunde mit der Deutschen Telekom

    Zum Ende der dritten Verhandlungsrunde hatte die Telekom endlich ein erstes, jedoch völlig unzureichendes „Angebot“ auf den Tisch gelegt: Sie bot eine lineare Entgelterhöhung nach fünf Leermonaten in Höhe von 2,0% und in einer weiteren Stufe in Höhe von 1,7% bei einer Gesamtlaufzeit von 28 Monaten.

    In Anbetracht der blendenden Geschäftszahlen der Telekom ein völlig unzureichendes Angebot, welches die ver.di Verhandlungskommission umgehend zurückwies.

    Köln 11.04.2018 Burkhard Gillmann Köln 11.04.2018

    Es sind die Beschäftigten, die Tag für Tag mit hohem Engagement die Werte für den Telekom-Konzern schaffen. Um den Arbeitgebern dies zu verdeutlichen, haben sich, zeitgleich zum Beginn der vierten Verhandlungsrunde, am 11. April aus ganz NRW 3000 Kolleginnen und Kollegen in Köln versammelt, um mit dem Bild von fröhlichen Freibeutern ihre gerechte Heuer von „Käpt’n Höttges“ einzufordern.

    Um 11:30 Uhr setzte sich der beeindruckende Demonstrationszug am Telekom-Standort in der Kölner Sternengasse in Bewegung und schlängelte sich als rund 500 Meter langer Lindwurm durch das Severinsviertel zum Chlodwigplatz.

    Köln 11.04.2018 Burkhard Gillmann Daniel Kolle

    Der Geschäftsführer des gastgebenden ver.di Bezirks Köln-Bonn-Leverkusen, Daniel Kolle, würdigte in seinen Grußworten die tolle ehrenamtlich getragene Arbeit in den Betrieben des Telekom Konzerns und dankte für die Teilnahme einer Delegation an den Demonstration zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst, die am Vortag ebenfalls in Köln stattfand.

    Zur Heiterkeit trug die Tatsache bei, dass sein privater Telekom-Anschluss seit Tagen gestört ist und aufgrund unserer Warnstreiks noch nicht repariert werden konnte. „Eure Streiks zeigen offensichtlich Wirkung“ stellte Daniel fest.

    Jetzt gilt es für die Arbeitgeber: Letzte Chance nutzen!

    Warnstreik Telekom 11.04.2018 in Köln Manfred Geneschen Lothar Schröder

    „Das Management schuldet den eigenen Beschäftigten Wertschätzung und das muss sich in Euro, in Cent und in Sicherheit ausdrücken.“

    Lothar Schröder

    Als Hauptredner stellte Lothar Schröder, Leiter des Bundesfachbereichs und Mitglied des ver.di Bundesvorstandes, klar, dass die Arbeitgeber nun am Zug sind und nur durch ein akzeptables Angebot der Tarifkonflikt beigelegt werden kann. Dieses starke Signal gehe von den heute bundesweit 15.000 Streikenden aus.

    Frank Bethke bei der Kungebung streikender Telekom-Beschäftigter am 11.04.2018 in Köln Burkhard Gillmann Frank Bethke

    Als Mitglied der Landesleitung von ver.di in NRW überbrachte Frank Bethke stellvertretend die solidarische Unterstützung der 480.000 ver.di Mitglieder aus NRW.

    Die Arbeitgeber müssen nun eine „Lernkurve“ durchlaufen, ähnlich wie bereits beim Thema der variablen Vergütungsanteile. Bei der letztmals für Entgeltanteile relevanten Festlegung der Zielerreichungsgrade konnten die ver.di-VertreterInnen in den Aufsichtsräten, zu denen auch Frank Bethke gehört, durch ihre Geschlossenheit und dank der breiten Unterstützung der Belegschaften und Betriebsräte eine politische Festlegung auf 100% durchsetzen.

    Köln, 11.04.2018 Manfred Geneschen Frank Schmidt

    Frank Schmidt, Landesfachbereichsleiter NRW, wies in seiner Zwischenmoderation auf die weiteren Tarifrunden im Fachbereich hin: „Gerade hier in Köln führen wir Tarifverhandlungen mit NetCologne, aber auch die Bereiche Vodafone-Kabel Deutschland und Unitymedia sind für uns wichtige Tarifgebiete, für die der Telekomabschluss maßgeblich sein wird. Unser Ziel ist es, einen Unterbietungswettbewerb bei den Konditionen zu vermeiden und in der gesamten Branche ordentliche Abschlüsse zu erreichen. Auch für die nachgelagerten Runden im Konzern wie beispielsweise die Privatkunden Vertriebsgesellschaft ist dieser Abschluss von entscheidender Bedeutung. Deshalb ist es gut und richtig, dass sich viele Dual Studierende und Auszubildende, auch aus der PVG an der heutigen Aktion hier beteiligen.“

    Warnstreik Telekom 11.04.2018 in Köln Manfred Geneschen Alina Kobold und Moritz Heggemann

    Für die Jugend übernahmen Alina Kobold und Moritz Heggemann symbolisch das „Streik-Megafon“ von Sören Hamacher, dem JAV Vorsitzenden der Stadtverwaltung Köln und Mitglied der Jugend in der Tarifkommission „Öffentlicher Dienst“.

    In ihrem Beitrag machten Alina und Moritz deutlich, dass es für die dual Studierenden und Auszubilden im Telekom Konzern eine Reihe von wichtigen Themen gäbe, die auf der Tagesordnung stehen und existentiell seien. Insgesamt müssten die Perspektiven für junge Leute und Nachwuchskräfte im Konzern verbessert werden.

    Warnstreik Telekom 11.04.2018 in Köln Manfred Geneschen Köln 11.04.2018

    Abschließend bedankte sich Martin Wolff als Landesarbeitskampfleiter bei allen Beteiligten.

    Stellvertretend für die hoch engagierten betrieblichen Arbeitskampfleitungen bat er Thomas Königshausen, René Rech und Joachim Breuer auf die Bühne. Unsere vielen ehrenamtlichen betrieblichen Arbeitskampfleitungen erhielten als Dank und Anerkennung einen tosenden Applaus von den Kolleginnen und Kollegen auf dem Chlodwigplatz.

    Köln 11.04.2018 Burkhard Gillmann Martin Wolff

    Insbesondere bedankte sich Martin Wolff bei den anwesenden Streikenden. Am meisten dafür, dass wir uns sicher sein dürfen, dass sie, wenn wir sie wieder rufen würden, jederzeit wieder für ihre gemeinsamen Interessen auf die Straße gehen würden.

    Mit Blick auf das Wetter sagte Martin: „Bei Sonnschein kann jeder streiken und demonstrieren. Wir können das auch bei Regen. Und wenn es darauf ankommt auch bei Sturm. Uns bringen nur ordentliche Angebote am Verhandlungstisch von der Straße!“
     

       

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