We expect better

    Bundestagspetition zur Situation der Beschäftigten bei T-Mobil …

    Bundestagspetition zur Situation der Beschäftigten bei T-Mobil US eingebracht

    7. August 2015

    Mit der Unterstützung von fast 45.000 Unterzeichnern hat ver.di eine Bundestagspetition eingebracht. Darin fordert sie die Bundesregierung auf, ihrer Verantwortung bei der Deutschen Telekom gerecht zu werden und für ein Ende der gewerkschaftsfeindlichen Aktivitäten bei T-Mobile US zu sorgen.

    Vorsitzende mit Banner Manfred Geneschen Vorsitzende mit Banner

    „Als mit Abstand größter Anteilseigner der Deutschen Telekom sollte der deutsche Staat nicht nur seine Kritik am Verhalten der Telekom-Manager zum Ausdruck bringen, sondern auch dazu beitragen, dass globale Arbeitsstandards eingehalten werden und in Zukunft Verstöße gegen das Arbeitsrecht und gegen internationale Regeln unterbunden werden“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske, in dessen Namen die Bundestagspetition eingebracht wurde. Der Bund hält 31 Prozent der Anteile an der Deutschen Telekom, die ihrerseits zwei Drittel der Aktien an T-Mobile US hält.

    ver.di betrachtet die breite öffentliche Unterstützung als ein Signal an den Petitionsausschuss, sich in einer öffentlichen Anhörung mit dem Vorgang zu beschäftigen, wenngleich das dafür erforderliche Quorum von 50.000 Unterschriften nur knapp verfehlt worden sei. Der Ausschuss kann eine Anhörung nach eigenem Ermessen anordnen.

    Hintergrund der Eingabe sind massive Klagen über die seit Jahren anhaltende Anti-Gewerkschaftskampagne bei der amerikanischen Telekom-Tochter. So werden Beschäftigte, die sich für eine gewerkschaftliche Organisierung aussprechen und daran aktiv mitarbeiten, massiv bedroht und müssen mit Kündigungen, Abmahnungen oder anderen Sanktionen rechnen. Die für T-Mobile US zuständige amerikanische Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) versucht seit Jahren mit Unterstützung durch ver.di die Zustände zu verändern. Vor einigen Monaten wurde deshalb die Petition auf den Weg gebracht, die die Bundesregierung auffordert, sich der Missstände anzunehmen und für Abhilfe zu sorgen.

    Auch in den Vereinigten Staaten gerät T-Mobile US immer stärker in die Kritik. In einer vor kurzem ergangenen Entscheidung der höchsten US-Arbeitsgerichtsinstanz (NLRB) ist T-Mobile US in elf von 13 Anklagepunkten für schuldig befunden worden, die Beschäftigten massiv daran gehindert zu haben, sich gewerkschaftlich organisieren zu können und damit gegen amerikanisches Arbeitsrecht verstoßen zu haben.

    • Kampagne WE EXPECT BETTER – Gewerkschaften und Gewerkschaftsbünde, der auch der DGB und der Internationale Gewerkschaftbund IGB angehören, setzen sich dafür ein, dass die Beschäftigten in den USA frei und unabhängig vom Arbeitgeber über die Aktivitäten von Gewerkschaften in ihrem Betrieb abstimmen dürfen.