Vertrauensleute

    Vertrauensleute, neue Arbeitsformen und Digitalisierung 4.0 ? …

    Vertrauensleutekonferenz 2016

    Vertrauensleute, neue Arbeitsformen und Digitalisierung 4.0 ? – Gewerkschaft wichtiger denn je !!

    Mittlerweile hat ja alles Namen mit „4.0.“ Brauchen Vertrauensleute jetzt auch ein update auf 4.0? Einerseits nein, denn unsere zentralen Werte der Absicherung von Guter Arbeit, angemessener Bezahlung und Sicherheit unserer Arbeitsplätze sind unverändert im Zentrum der ver.di-Arbeit. Andererseits müssen wir aber auch als Vertrauensleute in der Lage sein, uns den Herausforderungen der Digitalisierung und neuer Arbeitsformen zu stellen.

    In diesem Spannungsfeld bewegte sich unsere inzwischen 8. Vertrauensleutekonferenz des ver.di-Landesfachbereichs Telekommunikation / Informationstechnologie / Datenverarbeitung NRW. Hierzu waren gut 120 Vertrauensleute am Montag den 28. November 2016 nach Düsseldorf gekommen.

    Cornelia Parisi-Bohmholt Rebecca Munko Cornelia Parisi-Bohmholt

    In der Begrüßung stellte die ehrenamtliche Vorsitzende des Landesfachbereichs, Cornelia Parisi-Bohmholt, die besondere Stellung der Vertrauensleutearbeit in unserem Landesfachbereich heraus. Entscheidend bei der fortschreitenden Digitalisierung ist für uns als ver.di, dass wir den Umbruch begleiten und uns aktiv in die Gestaltung der digitalisierten Arbeitswelt einmischen.

    Digitalisierung und neue Arbeitsformen waren dann das Thema des Vortrages von Martin Beckmann, aus dem Bereich Politik und Planung, der ver.di-Bundesverwaltung.

    Martin stellte die Rahmenbedingungen der Digitalisierung in einigen Hauptthemenfeldern dar:

    • Nach der Automatisierung physischer Arbeitsprozesse stehen wir vor einer „Automatisierung von Denkprozessen“
    • Die Arbeitswelt verändert sich in den Bestimmungsfaktoren Ort, Zeit und Kommunikationsformen
      (Bsp.: mobiles Arbeiten, ständige Erreichbarkeit, Entbetrieblichung der Arbeit…)
    • Angebote und Vermittlung von Dienstleistungen und Arbeitsaufträgen über Internetplattformen (z.B. Crowdsourcing)
    • Problematik des Beschäftigtendatenschutzes aufgrund massiver Verbesserung der Möglichkeiten zur Datenerfassung und –verarbeitung

    ver.di stellt diesem Trend Forderungen für Gute Arbeit und Gute Dienstleistungen in der digitalen Arbeitswelt entgegen:

    • Neue Beschäftigungsfelder müssen gezielt genutzt werden
    • Intensivierung von Qualifizierung zur Sicherung der „Beschäftigungsfähigkeit“
    • Erweiterung der betrieblichen Mitbestimmung als Anpassung auf die neuen Arbeitsformen
    • Ergonomie für mobiles Arbeiten
    • Recht auf Freizeit und Nicht-Erreichbarkeit
    • Schutz vor psychischer Gefährdung durch Zunahme der Arbeitsintensität
    • Und weitere mehr…
    Martin Beckmann Rebecca Munko Martin Beckmann

    Gewerkschaftlicher Arbeit aus der Praxis wurde anhand der folgenden Themen vorgestellt:

    • das Projekt P.A.K.T. 2020
      bei der Deutschen Telekom Kundenservice GmbH
      Giovanni Suriano, GBR DTKS
       
    • Gewerkschaftsarbeit im Außendienst
      bei der Deutschen Telekom Technischer Service GmbH
      Klaus-Dieter Vetter, Betriebsrat DTTS
       
    • Vernetzung von Aktiven an vielen Einzelstandorten,
      Erfahrungen in der Wohnungswirtschaft
      Kirsten Heining, Organizerin ver.di NRW
       
    • Kommunikations- und Arbeitsformen der ver.di-Jugend
      als Antwort auf die Digitalisierung
      Moritz Heggemann, Vorsitzender Jugend FB 9 NRW

     
    Anhand der Fragestellungen:

    • Wie können wir die Entwicklung der Digitalisierung effektiv mitgestalten?
       
    • Welche Folgen hat dies für unsere Vertrauensleutearbeit?

    wurde im Anschluss an die Vorträge die Diskussion zu gewerkschaftlichen Folgerungen aus der Digitalisierung geführt.

    VL-Konferenz 2016 Rebecca Munko VL-Konferenz 2016

    Fazit war hier: Die Digitalisierung ist in unserem Arbeitsalltag angekommen und teilweise weit fortgeschritten.

    Hauptthemen dabei waren die hohe Belastung in einer digitalisierten Arbeitswelt und die fortschreitende Substituierung von Arbeit durch Computer, Robots, Frontend-Assistenten, Apps. Wir als ver.di und Betriebsräte müssen die Entwicklung aktiv mitgestalten, sonst wird sie ohne uns gestaltet und dies kann nur zu Nachteil der Beschäftigten verlaufen.

    Gestärkt ging es nach der Mittagspause mit den ThemenVertrauensleutearbeit im Fachbereich und Bildung für Vertrauensleute weiter.

    Uwe Kernbach stellte als Mitglied des VL-Ausschusses dessen Arbeit und die aktuellen Themen vor.

    Detlev Rockenberg, aus dem Teamerarbeitskreis, stellte das speziell für die Vertrauensleute unseres Landesfachbereichsaufgelegte Seminarprogramm 2017 vor. Das Angebot ist aktualisiert worden und es werden 12 Seminare im kommenden Jahr durchgeführt. Der Flyer mit dem Seminarprogramm 2017 geht den Vertrauensleuten in den nächsten Tagen per Mail zu und ist natürlich hier auf unserer Internetseite eingestellt.

    Im Anschluss berichtete unser Landesfachbereichsleiter Frank Schmidt zu den aktuellen Themen aus dem ver.di-Fachbereich TK/IT/DV NRW

    Er spannte den Bogen von aktuellen Veränderungen in der Telekommunikations- und IT-Branche mit ihrer Bedeutung für uns als ver.di-Fachbereich hin zu Auswirkungen auf die Tarifgestaltung in der Branche.

    Weiter stellte er die für ver.di wichtigen politischen Themen im Wahljahr 2017 dar. Als Beispiel seien hier nur die ver.di-Rentenkampagne, das Eintreten für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse und der Einsatz gegen Intoleranz und Rassismus genannt.

    Moritz Heggemann Rebecca Munko Moritz Heggemann

    Die VL-Arbeit im Jugendbereich am Beispiel der VL-Arbeit im Ausbildungsbetriebder Telekom stellte Moritz Heggemann, Vorsitzender Jugend FB 9 NRW, vor. Im letzten Vortrag der Konferenz ging unser Gewerkschaftssekretär Rejhan Nailovic dann auf die gezielte Förderung junger ver.di-Aktivisten/innen durch das Projekt U 35 ein. Diese beiden Projekte stärken gezielt die gewerkschaftliche Arbeit im Jugendbereich. Frei nach dem Motto: „Nicht nur labern, sondern handeln“.

    Rolf Hartmann, für die VL-Arbeit zuständiger Gewerkschaftssekretär, fasste dann die Ergebnisse und Verabredungen der Konferenz zusammen.

    In seinem Schlusswort dankte Frank Schmidt allen an der Vorbereitung und Durchführung der Konferenz Beteiligten. Die nach seiner Einschätzung sehr gelungene Konferenz stärke weiter unsere VL-Arbeit und sei ein wichtiger Baustein , um die kommenden Herausforderungen für den Fachbereich und seine Vertrauensleute gut zu bewältigen.

    In der Nachbereitung der Konferenz wird der Vertrauensleuteausschuss die Dokumentation der Konferenz den Teilnehmern zur Verfügung stellen.

    Gruppenbild
    Foto/Grafik: Rebecca Munko