ISS CS

    ISS CS: Tarifeinigung erzielt - Sanierungsthemen vom Tisch

    ISS Communication Services GmbH

    ISS CS: Tarifeinigung erzielt - Sanierungsthemen vom Tisch

    Nach langen und intensiven Verhandlungen konnte ver.di mit dem Arbeitgeber eine Einigung im Tarifstreit um Sanierungsthemen erzielen. Statt der geforderten Einschnitte gibt es jetzt positive Entwicklungen für die Beschäftigten in Kündigungsschutzfragen und im Entgelt.
     

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    Einschnitte in Beschäftigungsbedingungen abgewehrt

    Mit einem Giftzettel hatten die Arbeitgeber den aktuellen Tarifkonflikt eröffnet und ver.di zu Verhandlungen aufgefordert. Nach einer breit geführten Diskussion hatte ver.di die Verhandlungen im März aufgenommen, die Forderungen der Arbeitgeberseite allerdings deutlich zurückgewiesen.

    Nach insgesamt vier Verhandlungsterminen steht nun ein Tarifergebnis fest. Die ursprünglich vom Arbeitgeber ISS CS geforderten Einschnitte in die Arbeitsbedingungen der Angestellten und der gewerblichen Beschäftigten sind die Sanierungsthemen endgültig vom Tisch.

    In einer kurzen Laufzeit von 12 Monaten kommt es zu einer tabellenwirksamen Entgeltsteigerung von 1% zum 01.01.22. Darüber hinaus findet eine Fortführung der betrieblichen Altersvorsorge aus den Besitzständen (Pensionsplan 2021) statt.

    Der Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen wird bis zum Ende der Laufzeit verlängert. Daneben einigten sich die Tarifvertragsparteien auf eine verbindliche Mindestausbildungsquote in der Höhe von 60 Ausbildungs- bzw. Studienplätzen. Ebenso vereinbarten die Tarifvertragsparteien die Übernahme der Auszubildenden. Der im Rahmen der Tarifverhandlungen begonnene Dialog der ver.di-Kampagne „besser machen“ soll fortgesetzt und im nächsten Jahr evaluiert werden.

    Weiterhin vereinbarten die Tarifvertragsparteien eine Prüfung zur Einführung von Job-Tickets für die Beschäftigten der ISS Communication Services GmbH durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Arbeitgeber und Betriebsräte.

    Das Verhandlungsergebnis gilt für alle ver.di-Mitglieder im Geltungsbereich des Manteltarifvertrags, wie auch des Tarifvertrags Gewerbliche Arbeitnehmer der ISS Communication Services.
     

    Das Ergebnis im Überblick:

    • 12 Monate Laufzeit bis zum 30.06.2022

    • Erhöhung der Entgelttabellen zum 01.01.2022 um 1%

    • Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum 30.06.2022

    • Fortführung der Besitzstände aus der betrieblichen Altersversorgung bis zum 30.09.2022 mit einem Arbeitgeberbeitrag von 1 %

    • Prüfung der Einführung von Job-Tickets innerhalb der ISS CS; Prüfung erfolgt durch gemeinsame Arbeitsgruppe der Arbeitgeber und Betriebsräte

    • Zusicherung einer Mindestausbildungsquote pro Kalenderjahr in Höhe von 60 Auszubildenden und Dual Studierenden und Vereinbarung zu Übernahme

    • Fortführung des Dialogs im Rahmen der ver.di Kampagne „besser machen“, Einsetzen einer tariflichen Steuerungsgruppe

    • Anpassung des Manteltarifvertrags durch Vereinbarung einer Öffnungsklausel für Betriebsvereinbarungen zu optimierten Arbeitsantritt (oAA)
       

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    Sanierungsthemen sind vom Tisch

    In der letzten Verhandlungsrunde, zu Beginn der letzten Woche, hatte die Arbeitgeberseite ein Angebot in die Verhandlungen eingebracht, das jedoch deutlich zu niedrig war.

    In dieser Verhandlungsrunde konnte nun eine Verkürzung der Laufzeit, eine deutliche Erhöhung des Volumens, die tabellenwirksame Umsetzung der Entgelterhöhung, sowie die Verlängerung des Kündigungsschutzes erreicht werden.

    Mit dem Erreichen dieses Verhandlungsergebnisses steht fest, dass die von den Arbeitgebern geforderten Giftzettel-Themen vom Tisch sind.

    Dies bedeutet:

    • KEINE Verlängerung der Wochenarbeitszeit
    • KEINE Kürzung des Urlaubsanspruchs
    • KEINE Nullrunde
    • KEINE Kündigung des TV Rationalisierungsschutz
    • KEINE weiteren Verschlechterungen

    Dies ist die richtige Antwort für die Beschäftigten der ISS Communication Services. Sie sind es, die mit ihrem Know-How und ihrem Einsatz das Fundament für eine gute Geschäftsentwicklung sind.
     

    Stimmen aus der Verhandlungskommission

    • Die tabellenwirksame Erhöhung war wichtig, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen.
       
    • In der Höhe fällt die Entgelterhöhung moderat aus, angesichts der kurzen Laufzeit ist dieser Umstand hinnehmbar.
       
    • Wir haben in einer für das Unternehmen schwierigen Situation einen vernünftigen Abschluss erreichen können. In diesen Corona-Zeiten gelingt dies nicht in allen Branchen.
       
    • Mit der kurzen Laufzeit haben wir 2022 die Chance die Situation neu zu bewerten und auf das in diesem Jahr Erreichte aufzusetzen.
       
    • Die „Sanierungsforderungen“ der Arbeitgeber sind vom Tisch! Die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen konnten wir erfolgreich abwehren.
       
    • Die Weiterführung der betrieblichen Altersvorsorge ist ein wichtiges Element für die Kolleginnen und Kollegen im Besitzstand.
       
    • Mit der Vereinbarung von Ausbildung und Übernahme setzen wir ein wichtiges Zeichen für die Zukunft des Unternehmens und schaffen Perspektiven für junge Kolleginnen und Kollegen.
       
    • Der Kündigungsschutz wird in der bestehenden Form verlängert, dies ist der richtige Weg! Dennoch hätten wir uns eine Ausweitung des Geltungsbereichs des Tarifvertrags Rationalisierungsschutz auch auf neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen gewünscht.
       
    • Regelung zum oAA ist nur ein rechtlicher Rahmen. Jetzt liegt es an den Betriebsräten, die Regelungen weiter oder festzuschreiben.
       

    Verhandlungskommission empfiehlt Annahme des Ergebnisses

    „Diese Tarifrunde ist nicht vergleichbar mit einer der sonst üblichen und bekannten Entgeltrunden. Wir waren mit einer Situation konfrontiert, an deren Anfang es einem arbeitgeberseitigen Angriff auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten gab. Diesen galt es abzuwehren und dennoch eine Lösung für die ver.di Mitglieder zu entwickeln.

    An erster Stelle stand dabei die Vereinbarung einer tabellenwirksamen Entgelterhöhung. Dies wollte die Arbeitgeberseite unbedingt vermeiden. Der Abschluss liegt im Rahmen des aktuell Möglichen, gibt uns angesichts der kurzen Laufzeit jedoch auch die Gewissheit, bereits im nächsten Jahr weitere Verhandlungen zu führen. “ so Pascal Röckert, ver.di-Verhandlungsführer und ergänzt: „Die Beschäftigten waren und sind zu recht unzufrieden. Das gehen wir mit der weiteren Verfolgung der Themen aus unserer Umfrage ‚besser machen‘ an. Die ISS CS arbeitet daran, die Probleme zu beseitigen und in produktive Fahrwasser zu kommen. Das geht nicht ohne die Beschäftigten an Bord.“

    Das Verhandlungsergebnis muss nun noch vom ver.di-Bundesfachgruppenvorstand TK beschlossen werden. Die ver.di-Verhandlungskommission empfiehlt die Annahme des Verhandlungsergebnisses.
     

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