STRABAG

    STRABAG und ver.di einigen sich auf Vereinfachung der Tarifverträge

    STRABAG und ver.di einigen sich auf Vereinfachung der Tarifverträge

    Tarifinfo STRABAG PFS Juni 2019 - Seite 1 von 2 ver.di FB 9 Tarifinfo, Seite 1 von 2

    Tarifgespräche geführt

    Seit März führt ver.di Gespräche mit STRABAG zur Vereinfachung der Tarifstruktur. Durch die geplante Überführung der Personalbuchhaltung aus der STRABAG PFS in das Bau-, Rechen-, und Verwaltungszentrum (kurz BRVZ) des STRABAG-Konzerns, sollte nach Anforderungen der Arbeitgeber eine Vereinfachung der Tarifstruktur und eine Anpassung auf Konzernstandards erfolgen. 

    In den Tarifgesprächen hat ver.di deutlich gemacht, dass es nur dann eine Bereitschaft zur Vereinfachung der Entgeltstrukturen geben kann, wenn die Arbeitgeber bereit sind, das Stundenentgelt endlich wieder auf 100 % Basis zu berechnen.

    Nach konstruktiv geführten Gesprächen im Frühjahr konnte nun eine Einigung erzielt werden, die eine Reihe von Umstellungen mit sich bringen.
     

    Vereinfachung Entgeltstruktur und Erhöhung Stundenentgelt (STRABAG PFS)

    Innerhalb der STRABAG PFS bestanden die Monatsentgelte bisher aus den Entgeltarten Fixentgelt, Variabler Anteil und zusätzlicher Variabler Anteil ("120%-Tabelle“ in der STRABAG PFS). Diese werden zusammengefasst und bilden ab 01.01.2020 zusammen ein Monatsfestentgelt. Damit einhergehend erhöht sich der Stundenlohn, der als Grundlage für die Zuschlagsberechnung oder für das Zeitwertkonto dient, auf 100 %. Bisher berechnete sich der Stundenlohn auf Basis des bisherigen Fixentgelts und entsprach damit nur einem Gegenwert von 92 %.

    Beispiel Stundenentgelt ver.di FB 9 Beispiel Stundenentgelt

    Damit hat ver.di eine seit Jahren geführte Diskussion beantwortet und sich durchgesetzt. Das Stundenentgelt entspricht ab dem 01.01.2020 wieder dem vollen 100%-Wert.

    Die Höhe des Arbeitgeberbeitrags im Zeitwertkonto (bisher 13/12 Regelung) wird ebenfalls angepasst.  Zukünftig beträgt der Arbeitgeberbeitrag für jede Stunde pauschal 4 %.
     

    Tarifinfo STRABAG PFS Juni 2019 - Seite 2 von 2 ver.di FB 9 Tarifinfo, Seite 2 von 2

    Umstellung Zahlungsdatum (STRABAG PFS, STRABAG RPS)

    Der Zahlungszeitpunkt für die Gehälter und Löhne aller Beschäftigten wird auf den letzten Arbeitstag eines Monats umgestellt. Damit werden die Zahlzeitpunkte auf den STRABAG-Konzernstandard umgestellt.

    Um finanzielle Einbußen und kurzfristige finanzielle Notlagen, die im Zusammenhang mit der Umstellung entstehen können, auszuschließen, wird die Umstellung durch eine Überführungsregelung begleitet, die eine Vorauszahlung von einem halben Monatsentgelt beinhaltet. Die Vorauszahlung wird grundsätzlich mit dem August-Gehalt gezahlt und mit dem September-Gehalt wieder einbehalten. Auf Wunsch des Beschäftigten kann die Rückzahlung der Vorauszahlung auf insgesamt drei Monate gestreckt werden. Ebenso haben die Beschäftigten die Möglichkeit, auf die Vorauszahlung zu verzichten.

    Konkret bedeutet dies für alle Beschäftigten, die ihr Gehalt bisher zum 16. eines Monats (STRABAG PFS und STRABAG RPS) erhalten haben, dass sie mit der Juli-Gehaltszahlung eine zusätzliche Vorauszahlung in Höhe von 50 % eines Monatsgehalts erhalten, die im Folgemonat wieder einbehalten wird.

    Umstellung Zahlungszeitpunkt ver.di FB 9 Umstellung Zahlungszeitpunkt

    Für ehemalige Beschäftigte der STRABAG FS, die einen Stundenlohn erhalten, wird die Lohnzahlung auf die Zahlung eines Monatslohns umgestellt und der Zahlzeitpunkt vorgezogen.

    Der Monatslohn bestimmt sich zukünftig für Vollzeitkräfte nach der Formel Stundenlohn x 174 Stunden. Etwaige Überstunden oder Zuschläge werden separat abgerechnet und zum 15. des Folgemonats ausbezahlt.

    Bisher erfolgte die Lohnzahlung zum 16. des Folgemonats. Diese Zahlung wird auf den letzten Tag des aktuellen Monats vorgezogen. Hier entfällt die Vorauszahlung. Durch das Vorziehen des Zahlungszeitpunkts kommt es im Monat August zu einer doppelten Lohnzahlung.

    Hinweis: Die Umstellung des Zahlungszeitpunkts soll grundsätzlich auch für AT-Beschäftigte erfolgen. Dieses Verfahren wird zwischen STRABAG und dem Gesamtbetriebsrat der STRABAG PFS und dem Betriebsrat der STRABAG RPS abgestimmt.

    Zusammenfassung Besitzstände

    Innerhalb der STRABAG-Gesellschaften gibt es verschiedene Beschäftigtengruppen, die aus einem jeweiligen „Tarifvertrag Sonderregelungen“ (z.B. TV SR, TV SR FM, TV SR HVB) Anspruch auf Besitzstandszulagen haben.  Auf Seiten der Arbeitgeber bestand ein Interesse, die bestehenden Besitzstände, einmalig auszurechnen und durch Einmalzahlung abzulösen. Diesem Ansinnen hat ver.di eine Absage erteilt.

    Zur Vereinfachung der bisher bestehenden Besitzstandszulagen wurde sich darauf verständigt, dass alle bisherigen Besitzstandszulagen, die aus unterschiedlichen Tarifverträgen entstanden sind, zusammengefasst und vereinheitlicht werden. Die individuellen Beträge der Besitzstandszulagen sind hierbei gesichert und werden nicht verringert.

    Für zukünftige Besitzstände gilt dann eine einheitliche Anrechnungsregel. Sie werden zukünftig bei Tariferhöhungen um 50% und bei sonstigen betrieblichen Entwicklungen (Höhergruppierungen, Stufensprüngen) zu 100% angerechnet.
     

    Erinnerung: Umstellung Beitragsverfahren

    Mit Mitgliederbriefen hat ver.di im Februar alle Mitglieder darüber informiert, dass es innerhalb der STRABAG-Gesellschaften zu einer Umstellung im Beitragseinzug kommt.
    Das bisher von vielen Mitgliedern verwendete „Lohn- und Gehaltsabzugsverfahren“ (LuG-Verfahren), innerhalb dessen der Gewerkschaftsbeitrag automatisch vom Arbeitgeber an ver.di überwiesen wurde, soll in 2019 eingestellt werden.

    Wir möchten alle ver.di-Mitglieder, die ihre Beitragszahlungen noch nicht vom LuG-Verfahren auf eine Einzugsermächtigung mit sogenanntem SEPA-Mandat umgestellt haben, dies möglichst zeitnah zu erledigen.
    Insbesondere diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die am 01.07.2019 zur ISS wechseln, sollten diesen Schritt zügig unternehmen, da mit ISS keine Vereinbarung zum LuG-Verfahren vorliegt und es demnach ab Juli keine über den Arbeitgeber vorgenommene Überweisung der Gewerkschaftsbeiträge geben wird.

    Für nähere Informationen stehen die ver.di-Vertrauensleute und ver.di-Betriebsräte zur Verfügung.

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