STRABAG

    Tarifvertragliche Begleitung von Umorganisation STRABAG FS und …

    Tarifvertragliche Begleitung von Umorganisation STRABAG FS und PFS

    STRABAG PFS GMBH, STRABAG FS GMBH, STRABAG RPS GMBH

    Integrierte Dienstleistungen erfordern Integration der Beschäftigten

    Seit letztem Jahr, unmittelbar nachdem der Verlust des DTAG-Accounts bekannt geworden war, begann das Management der STRABAG damit, aus ihrer Sicht notwendige Umstrukturierungen zu diskutieren. Die Unternehmensbereichsleitung 4S plant, die 5 Legaleinheiten des Unternehmensbereich 4S der STRABAG in drei inländischen und einer europäischen Direktion zu organisieren. Damit verbunden soll es zu einer integrierten Leistungserbringen zwischen den Gesellschaften innerhalb des Unternehmensbereich kommen.

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    ver.di stellte dabei die grundsätzliche Aufstellung der STRABAG in mehreren Gesellschaften unter unterschiedlichen Arbeitsbedingungen in Frage und forderte eine Angleichung der Arbeitsbedingungen. Integrierte Dienstleistungen funktionieren nur, wenn Beschäftigte in derselben Firma und in integrierten Teams unter denselben Arbeitsbedingungen arbeiten.

    Bereits mit dem Tarifabschluss 2018 haben sich STRABAG und ver.di auf eine Komponente zur Harmonisierung der Arbeitsbedingungen verständigt und neben dem Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen für die SPFS und SFS auch die Anhebung des tariflichen Urlaubsanspruchs in der SFS bis 2021 vereinbart. Ebenso wurde mit dem Tarifabschluss vereinbart, „Verhandlungen über die zukünftigen Strukturen und gemeinsame Leistungserbringung zwischen SPFS und SFS einschließlich integriertem Störungsmanagement“ aufzunehmen. In einem unmittelbar in Folge vereinbarten Eckpunktepapier zwischen wurde sich darauf verständigt, dass die Maßnahmen unter den Gesichtspunkten der Kostenneutralität und dem Erhalt des aktuellen Tarifniveaus stattfinden sollen.

    Nach Verständigung auf ein Eckpunktepapier hat ver.di die Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern der STRABAG geführt und im November eine Verständigung über die nächsten Schritte erzielen können.

    Hierbei galt es zu berücksichtigen, dass ca. 280 Kolleg*innen der STRABAG FS im Zusammenhang mit dem Wechsel des Telekom-Accounts im Juli 2019 Betriebsübergang zur ISS übergehen. Da die Bedingungen der Wechsel zur ISS bereits frühzeitig mit ISS vereinbart wurden, haben sich STRABAG und ver.di darauf verständigt, diese Mitarbeiter*innen in den aktuellen Vorhaben nicht mit einzubeziehen.

    STRABAG plant, alle Mitarbeiter*innen der STRABAG FS, die nicht dem DTAG-Account zugeordnet sind, zum 01. Januar 2019 in die STRABAG PFS zu überführen. Diese Überführung soll durch den Abschluss eines dreiseitigen Vertrags zwischen STRABAG FS, STRABAG PFS sowie der/dem entsprechenden Mitarbeiter*in geschehen.

    Sicherungsregelungen und Standortsicherung Nürnberg

    Zur Begleitung der Überführung der Mitarbeiter*innen haben ver.di und STRABAG umfangreiche tarifliche Regelungen vereinbart. Hierbei galt es eine möglichst weitgehende Integration in die Regelungen der STRABAG PFS unter der Maßgabe der Kostenneutralität zu realisieren.

    Für alle Beschäftigten der STRABAG FS, die zum 01.01.2019 in die STRABAG PFS überführt werden, konnte sichergestellt werden, dass die bereits bei STRABAG FS erdiente Betriebszugehörigkeit bei STRABAG PFS anerkannt wird. Darüber hinaus wird die in der Tarifrunde 2018 vereinbarte Erhöhung der tariflichen Urlaubstage auch in der STRABAG PFS umgesetzt. Bereits geplante und genehmigte Urlaube können in 2019 genommen werden. Bisherige Verträge mit Vermögenswirksamen Leistungen werden zu den bestehenden Konditionen weitergeführt und Weiterbildungsmaßnahmen (die bei STRABAB FS begonnen wurden) werden fortgeführt.

    Der bereits in der Tarifrunde 2018 vereinbarte Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen gilt für alle Beschäftigten der STRABAG FS in der STRABAG PFS fort.

    Darüber hinaus haben sich STRABAG und ver.di darauf verständigt, dass der Standort Nürnberg durch Verlagerung von neuen Aufgaben, insbesondere im Account UCB, nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden soll.

    Über die Fortgeltung von Betriebsvereinbarungen wird der Betriebsrat des Betriebs FS in der STRABAG PFS in den weiteren Wochen Verhandlungen aufnehmen.

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    Bestimmungen für gewerbliche Mitarbeiter*innen

    Gewerbliche Mitarbeiter*innen werden mit ihrem bisherigen Stundenentgelt und ihrer bisherigen Wochenarbeitszeit in die STRABAG PFS überführt. Für sie gelten in Zukunft der Entgeltrahmentarifvertrag, der Manteltarifvertrag, der TV Montage, der Tarifvertrag Teilzeit, der Tarifvertrag Betriebsleiterzulage sowie der Tarifvertrag Entgeltumwandlung der STRABAG PFS.

    Damit kommen für die gewerblichen Arbeitnehmer*innen in Zukunft die deutlich besseren Regelungen zur Arbeitsbefreiung, Haftungsbeschränkung für Arbeitnehmer, Zuschlagsregelungen, Sterbegeld, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sowie der Regelungen zu Rufbereitschaft und Herbeiruf zur Anwendung.

    Zusätzlich wurde ein Entwicklungspfad für Haustechniker vereinbart, der eine Stufenweise Entwicklung für Mitarbeiter*innen in der Lohngruppe L6 nach zwei Jahren in die Lohngruppe L7 und nach weiteren zwei Jahren in die Entgeltgruppe 5 der STRABAG PFS vorsieht.

    Eine Anwendung des Tarifvertrags Zeitwertkonten werden die Tarifvertragsparteien im Laufe des Jahres 2019 prüfen und abschließend entscheiden. Ver.di hat sich bereits klar positioniert und strebt die Anwendung des TV Zeitwertkonten an.

    Bestimmungen für Angestellte der STRABAG FS

    Angestellte der STRABAG FS werden mit ihrem bisherigen Gehalt und ihrer bisherigen Wochenarbeitszeit in die STRABAG PFS überführt. Für sie gelten in Zukunft der Entgeltrahmentarifvertrag, der Manteltarifvertrag, der TV Montage, der Tarifvertrag Teilzeit, der Tarifvertrag Betriebsleiterzulage sowie der Tarifvertrag Entgeltumwandlung der STRABAG PFS. Zusätzlich kommt auch der Tarifvertrag Arbeitszeitkonten und der Tarifvertrag Zeitwertkonten zur Anwendung.

    Die oben beschriebenen günstigeren Regelungen des Manteltarifvertrags kommen für Angestellte inhaltsgleich zur Anwendung.

    Für die Angestellten wurde eine Heranführungsregelung vereinbart, die sowohl eine stufenweise Entgeltentwicklung in das System der STRABAG PFS, wie auch eine stufenweise Absenkung der Wochenarbeitszeit bis zum 2025 vorsieht.

    Bestimmungen für Neueinstellungen

    Die oben aufgeführten Regelungen für gewerbliche Mitarbeiter und Angestellte gelten auch für Mitarbeiter, die ab Januar 2019 in gewerblichen Funktionen bundesweit oder am Standort Nürnberg als Angestellte neu eingestellt werden.

    Die Tarifvertragsparteien haben sich darauf verständigt, in 2019 weitere Verhandlungen aufzunehmen, um über die weitere Integration, sowie einer Neuregelung der Störungseinsätze zu verhandeln.

    Fazit

    ver.di hat sich immer dafür ausgesprochen, die künstliche Trennung der Mitarbeiter*innen der STRABAG PFS und FS zu beseitigen und begrüßt die Integration der STRABAG FS im Rahmen der organisatorischen Neuaufstellung ausdrücklich.

    Mit den ausgehandelten Regelungen verbessern sich die Arbeitsbedingungen der STRABAG FS-Beschäftigten unmittelbar und zeigen Perspektive für eine weitere Entwicklung der Arbeitsbedingungen. Für den Standort Nürnberg konnte eine belastbare Vereinbarung getroffen werden, die eine verlässliche Absicherung der Arbeitsplätze am Hauptsitz der STRABAG FS ermöglicht.

    Für ver.di geht es nun darum, die „Integration“ der STRABAG FS nun auch in den arbeitsorganisatorischen Abläufen und der Unternehmenskultur zu verankern und nachhaltig zu betreiben. Diesen Prozess werden die Betriebsräte bei den Führungskräften der STRABAG einfordern und aktiv begleiten.

    Für weitere Informationen stehen die ver.di-Betriebsräte und Vertrauensleute beider Gesellschaften zur Verfügung

     
    Hinweis für Beschäftigte im DTAG-Account

    Für Beschäftigte im Telekom-Account, die aufgrund vertraglichen Vereinbarungen zum 01.07.2019 zur ISS wechseln, finden die hier beschriebenen Regelungen keine Anwendung. Sie verbleiben bis zum 30.06.2019 bei STRABAG FS und wechseln dann wie vereinbart zum 01.07.2019 zur ISS.

    ver.di hat in den Tarifverträgen mit ISS Communication Services ebenfalls eine Verhandlungszusage zur „Integration“ der Beschäftigten der STRABAG FS vereinbart. Diese Verhandlungen wird ver.di in den kommenden Monaten mit ISS aufnehmen.
     

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