Telefónica - E-Plus

    Telefónica: Netztechnik-Reorganisation auf Abwegen

    Telefónica: Netztechnik-Reorganisation auf Abwegen

    Die Ankündigungen von Standortschließungen in Köln, Hannover und Frankfurt sind Schocks. Die wenigsten Beschäftigten haben mit so einschneidenden Maßnahmen gerechnet.
    Geht es dem Unternehmen wirklich so schlecht, dass man seinen Beschäftigten den Boden unter den Füßen wegzieht?

    Flyer Reorganisation Telefónica NT auf Abwegen ver.di FB 9 Flyer Reorganisation Telefónica NT auf Abwegen

    Fragen über Fragen

    Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich:

    • Wo werde ich zukünftig arbeiten?
    • Was werde ich zukünftig arbeiten?
    • Wie lange werde ich künftig zu meinem Arbeitsplatz fahren müssen?
    • Oder muss ich etwa umziehen?
    • Oder sollte ich besser kündigen?

    Fragen über Fragen, deren Antworten wohl kaum schon jemand kennt.

    Verdeckter Personalabbau

    Aus ver.di-Sicht sind die angekündigten Standortschließungen Maßnahmen im Rahmen des NTReorgs und damit verdeckte Stellenstreichungen.

    Klar ist, dass bei solch einschneidenden Veränderungen immer etliche Kolleginnen und Kollegen auf der Strecke bleiben und damit Jobs verloren gehen. Genau das will das Unternehmen offensichtlich erreichen. Das Gerede von Komplexität und Flexibilität, das der Arbeitgeber durch die Schließungen reduziert, ist ein schlechter Witz.

    Füße stillhalten

    Wegen der bisher zu geringen gewerkschaftlichen Organisation der Beschäftigten bei der Telefónica sind nun wieder eure Betriebsräte in der Pflicht und müssen alleine auf weiter Flur die Bedingungen für euch raushandeln. Aber sie müssen friedlich bleiben („Friedenspflicht“).

    Eine starke Gewerkschaft auf eurer Seite müsste nicht friedlich bleiben. Ein hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad würde mehr für euch erreichen können.

    Das Bundesarbeitsgericht hat in einer Grundsatzentscheidung die Rolle der Gewerkschaften im Kampf gegen Standortverlagerungen oder Betriebsschließungen gestärkt. Sie dürfen zu Streiks für Tarifverträge aufrufen, mit denen die wirtschaftlichen Nachteile solcher Betriebsänderungen ausgeglichen werden sollen. Das kann unter extremen Umständen für den Arbeitgeber so teuer werden, dass er seine Pläne aufgibt.

    ver.di will auf jeden Fall die Standortschließungen verhindern und keine weiteren Stellenstreichungen im gesamten Konzern.

     

    Wer mehr will, muss sich organisieren.

    Der Mitgliedsbeitrag ist steuerlich absetzbar und enthält Arbeitsrechtsschutz.
    Durch Tarifverträge und in solchen brenzligen Situationen amortisiert sich der Mitgliedsbeitrag schnell.

    Lasst eure Betriebsräte nicht allein mit den Verhandlungen.
    Werdet ver.di-Mitglied und holt mit ver.di und mit euren Betriebsräten mehr für euch raus.

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

     
    Jetzt Mitziehen!
    Mach stark, was Dich stark macht: ver.di.
     
     

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    Telefonica Deutschland: ver.di kritisiert geplante Standortschließungen


    24.05.2019

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die geplanten Standortschließungen des Telekommunikationsunternehmens Telefonica Deutschland. Betroffen sind die operativen Standorte Hannover, Köln und Frankfurt/Main mit insgesamt rund 250 Beschäftigten, von denen rund 180 im Netz-Technikbereich beschäftigt sind. Wie erst kürzlich bekannt wurde, will Telefonica Deutschland im Netz-Technikbereich rund ein Zehntel der Kosten einsparen. „Ein modernes, leistungsstarkes Mobilfunknetz ist die Hauptschlagader des Unternehmens. Wer diese für einen Aderlass öffnet, um Kosten zu sparen, spielt mit seiner Existenz“, kritisierte ver.di-Konzernbetreuer Christoph Heil. Telefonica Deutschland habe seit der Fusion mit E-Plus vor fünf Jahren von rund 12.000 Arbeitsplätzen bereits mehr als 1.600 gestrichen. „Das ist eine Belastung für Kunden und Beschäftigte. Werden immer noch weitere Stellen gestrichen, beschneidet Telefonica die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens.“

    Die Pläne zur Schließung der Standorte müssen fallen gelassen und jede weitere Maßnahme zur Reduzierung von Arbeitsplätzen ausgesetzt werden, so Heil weiter. Dies solle mindestens so lange gelten, bis Telefonica die Verpflichtungen zum Netzausbau im LTE- und später auch im 5G-Netz erfüllt habe. Frühestens ab dem Jahr 2023 sollten Arbeitgeber, Betriebsräte und Gewerkschaften gemeinsam neue Strategien für das Unternehmen entwickeln. „Jetzt geht es darum, sich auf die Stärkung der Kernkompetenz zu besinnen, nämlich eine stabile und zufriedene Kundenbasis zu sichern und ein hochwertiges Mobilfunknetz zu betreiben.“

    Scharf kritisierte Heil die Pläne, den Standort Hannover bereits zum Jahresende zu schließen und die Arbeitsplätze nach Hamburg zu verlagern. „Das ist viel zu kurzfristig, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die betroffenen Beschäftigten auszuhandeln.“ Zudem sei zu befürchten, dass diese Maßnahme zu einem kalten Abbau von Arbeitsplätzen führe, da sicher nicht alle Beschäftigten von Hannover nach Hamburg umziehen oder pendeln können.