Telekom-Konzern

    Rückblick auf gemeinsame tarifpolitische Erfolge zu den Betriebsratswahlen …

    Rückblick auf gemeinsame tarifpolitische Erfolge zu den Betriebsratswahlen 2018

    Deutsche Telekom Konzern – Themenbrief zur BR-Wahl

    Betriebsratswahl 2018 ver.di Betriebsratswahl

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    im Zeitraum vom 13. - 15. März finden die Betriebsratswahlen im Telekom Konzern statt. In allen Bereichen stellt ver.di wieder Listen mit in ver.di engagierten Kandidatinnen und Kandidaten. Unsere ver.di Betriebsräte zeichnen sich seit Jahren durch hohes Engagement, hohe Fachlichkeit, sehr gute Vernetzung im Konzern und viel Empathie für die zu klärenden Themen aus.

    Dabei sind auch für die Betriebsräte die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Arbeiten nicht leichter geworden. Die Betriebsratsarbeit ist bereits seit vielen Jahren geprägt von betrieblichen Veränderungsprozessen, aber auch von gesellschaftlichen Entwicklungen. Hierbei sei nur exemplarisch der demografische Wandel oder die Digitalisierung genannt. Hierzu gehört aber auch der Versuch von Splittergruppen bzw. nicht durchsetzungsfähigen Berufsverbänden als die vermeintlich besseren Arbeitnehmervertreter bei BR-Wahlen aufzutreten. Jede Spaltung von Betriebsräten schwächt jedoch leider die Durchsetzungsfähigkeit von Belegschaften.

    Themenbrief Betriebsratswahl Telekom 2018 - Seite 1 ver.di FB 9 Themenbrief - Seite 1

     
    Gemeinsam viel erreicht

    Ein wesentliches Argument für unsere ver.di-BR-Kandidatinnen und Kandidaten ist die enge Zusammenarbeit zwischen den Betriebsräten und ver.di. Die Tarifpolitik von ver.di baut darauf, dass in unseren vielen Verhandlungs- und Tarifkommissionen ehrenamtliche mitarbeiten. Diese sind auch zahlreich ver.di Betriebsräte und stellen so sicher, dass das betriebliches Know How in unsere Tarifverhandlungen einfließt.

    Auf Basis dieser Zusammenarbeit haben wir auch in den zurückliegenden vier Jahren wieder viele wichtige tarifpolitische Erfolge erzielt, mit denen sich wesentliche Entgelt- und Arbeitsbedingungen für unsere ver.di-Mitglieder verbessert haben bzw. neue Regelungen zur Gestaltung der Entgelt- und Arbeitsbedingungen eingeführt wurden.

    Hinzu kommt, dass die Betriebsräte für die Umsetzung und Einhaltung von Tarifverträgen Verantwortung tragen. Dies können ver.di BR besser, da sie - wie beschrieben – vielfach unmittelbar an den Verhandlungen beteiligt sind. Mit diesem „tarifpolitischen Themenbrief“ wollen wir euch einen kleinen Ausschnitt - in Form eines Überblicks - unserer gemeinsamen tarifpolitischen Erfolge geben.
     

    Beispiel DTAG / Deutschland ver.di FB 9 Beispiel DTAG / Deutschland

    Entgeltentwicklung im T- Konzern

    Die Entgeltentwicklung im T-Konzern kann sich sehen lassen. In den letzten Jahren haben wir folgende Steigerungen der Entgelte für unsere Mitglieder durchgesetzt. Ein Beleg das sich jeder Cent ver.di Beitrag auszahlt:

    Deutliche Reallohnsteigerung im Telekom-Konzern durchgesetzt!

    An dieser guten Entwicklung knüpfen wir in der laufenden Tarifrunde an. Die Entgelte der Telekom Beschäftigten müssen Schritt halten.

     
    Konzernharmonisierung - Erste Schritte durchgesetzt

    Ein zentrales, strategisches Projekt von ver.di ist es die über Jahre durch den Arbeitgeber herbeigeführten unterschiedlichen Tarifbedingung im Konzern wieder zusammenzuführen. Dies Tarifprojekt läuft unter dem Titel: Konzernharmonisierung. Erste Schritte konnten wir nach intensiven Verhandlungen in 2017 durchsetzen. Anbei ein kleiner Überblick:

    Themenbrief Betriebsratswahl Telekom 2018 - Seite 2 ver.di FB 9 Themenbrief - Seite 2

    Servicekarriere für die DTS

    • Aufstiegschancen werden verbindlich angeboten

    Bandwanderung

    • Vereinheitlichung und Verbesserungen für Neueinstellungen / Nachwuchskräfte: Bandwanderung 1.7. oder 01.01. statt 31.12. des Folgejahres

    DT IT:

    • Für die DT IT wurde vereinbart das die Wanderung auch bis zum 115%-Wert erfolgt (bisher nur bis 110%). Damit erfolgt eine weitere Erhöhung um 5%!

    Variable im Nichtvertrieb abgeschafft
    (DT Service GmbH, DT Außendienst GmbH, DT Technik GmbH, Telekom Deutschland GmbH, PVG GmbH, GKV GmbH)

    • für 2017 wurde die Zielerreichung nach ver.di-Initiative über die Aufsichtsräte auf 100% festgelegt
    • für 2018: 100% Jahreszielentgelt garantiert
    • ab Jan 2019: Umstellung auf 100% Festentgelt, mit monatlicher Auszahlung

    Variable operative Bereiche / Massenvertrieb abgeschafft
    (DT Service GmbH)

    • für 2018: Umstellung auf Jahresfestentgelt in Höhe von 96% des bisherigen Jahreszielzielentgelts
    • ab Jan 2019: Umstellung auf 100% Festentgelt

    Zusätzliches Prämienmodell

    • für 2018: 4,2% Lohnsumme kollektiv garantiert
    • ab 2019: % Werte für zusätzliche Prämien noch festzulegen

    Mit dem Wegfall der variablen Vergütung haben sich im Ergebnis die Stundenentgelte deutlich erhöht (Basis Zuschläge):

    Beispiel operative Tätigkeiten

    • bis Dez 2017: 80%
    • Jan 2018: 96%
    • Jan 2019: 100%

    Die Erhöhung wirkt bei allen Berechnungen in denen das Stundenentgelt relevant ist. Hierzu sind insbesondere die Wirkung bei der Berechnung des Stundenwertes zur Umrechnung in das Langzeitkonto (LazKo) oder die Zuschläge für Arbeitsleistungen zu ungünstigen Zeiten (Bereiche der Technik oder sogenannte „Randzeitenbeschäftigte“ in der DTSG).

    Die Verhandlungen zu konzerneinheitlichen Eingruppierungsbestimmungen, Entgeltgruppenverzeichnis, Bewertungsverfahren usw. werden in 2018 („Zug 2“ Harmonisierung) aufgenommen. Des Weiteren verfolgt ver.di das Ziel, die bisher nicht einbezogenen Unternehmen, wie z. B. insbesondere die T-Systems, in die Harmonisierungsverhandlungen zu integrieren.

    Details sind im Sonderinfo vom Mai 2017 dargestellt.

     
    Privatkunden Vertriebs GmbH

    In der Privatkundenvertrieb Gesellschaft (PVG) haben wir die Variable bereits zum 01.01.2015 abgeschafft und in Festentgelt umgewandelt sowie ein Prämienmodell - ON TOP - für Vertriebsbereiche eingeführt. Dieser Erfolg war die Basis für die nun getroffenen Regelungen im Bereich der DTS. Dieser Erfolgt spricht für uns. Es macht sich bezahlt eine gemeinsam getragene Tarifpolitik im T-Konzern, unternehmens- und betriebsübergreifend zu organisieren.

    Themenbrief Betriebsratswahl Telekom 2018 - Seite 3 ver.di FB 9 Themenbrief - Seite 3

     
    Gute Arbeit

    Im Rahmen des ver.di Projektes „Gute Arbeit im Telekom Konzern“ konnten wichtige Regelungen durchgesetzt werden.

    Mit der Einführung der Lebensarbeitszeitkonten wurde im Telekom-Konzern ein Arbeitszeitinstrument eingeführt, das ausgesprochen hohe Gestaltungsfreiheit für die Beschäftigten beinhaltet. Es eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten im Hinblick auf vorgezogenen Ausstieg aus dem Arbeitsleben, temporärer Reduzierung der Wochenarbeitszeit bzw. der Realisierung von Blockfreizeiten wie sogenannte Sabbaticals. Mit der Einrichtung dieser Konten wurden die bestehenden Arbeitszeitregelungen um ein weiteres, sehr modernes Arbeitszeitinstrument im Telekom-Konzern ergänzt.

    Mit der Neufassung des Tarifvertrages zur Telearbeit konnte ein neues wichtiges Element konzernweit eingeführt werden: Mobile Working. Somit können Beschäftigte auf Basis verbindlichen Rahmenbedingungen, auch außerhalb der vereinbarten Regelarbeitsstelle ihrer Tätigkeit nachgehen.

    Ebenfalls mit Wirkung für den gesamten Konzern wurde der Tarifvertrag Belastungsschutz eingeführt. Der Tarifvertrag schafft die Grundlage für eine regelmäßige systematische Analyse der Belastungssituation (Analysephase) sowie die Möglichkeit den Belastungssituationen systematisch zu begegnen (Maßnahmenphase).

     
    Altersteilzeit

    Mit der Neuregelung des Tarifvertrages zur Altersteilzeit wurde erstmals ein Verbandstarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband agv:comunity geschlossen. Heißt: alle Arbeitgeber die Mitglied des agv:comunity werden und Mitglied inklusive Tarifbindung werden, fallen automatisch unter diesen Tarifvertrag.

    Der neue ATZ TV ist auch materiell ein Meilenstein. Er schafft erstmals die Möglichkeit das Ende der Altersteilzeit so zu gestalten, dass ein abschlagsfreier Zugang in die gesetzliche Rente möglich ist.

     
    Umorganisationsmaßnahme „Einfach anders“

    Bedingt durch EINFACH ANDERS mussten zahlreiche tarifliche Regelungen gesichert, transportiert oder neu geschaffen werden.

    Schutz, Sicherheit und Perspektiven wurden unter anderen durch folgende Regelungen geschaffen:

    • TVSR Regelungen für alle Übergänge zum 1.7. (Besitzstand + Expektanzen für 15.000 Beschäftigte)
       
    • Einführung einer betrieblichen Altersversorgung in der PVG
       
    • Volltarifierung der neuen GKV Vertriebs GmbH auf dem hohen Niveau der Telekom Deutschland GmbH
      (inklusive Regelung zur Entfristung von bisher befristet eingestellten Kolleginnen und Kollegen)
       
    • Absicherung der bestehenden Schutzregelung des TV Rationalisierungsschutzes

     
    Arbeitszeitregelungen

    • Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 36 Std. (DT Technik, DTA, DTS; mit 50% Teillohnausgleich) ab 01.01.2019.
       
    • Regelungen zur weiteren WAZ Verkürzungen in Bereichen mit Beschäftigungsrückgang: Hier besteht die Option die zwischen den Arbeitgeber und ver.di zu regeln ist, die WAZ auf bis zu 32 Std. zu reduzieren (inklusive bereits heute festgelegter Teillohnausgleiche)!
       
    • vorläufige Regelung zur temporären WAZ Erhöhung (mit 100% Std Entgelten, sowie Begrenzung des Umfanges). Die Ausgestaltung einer abschließenden Regelung zur temporären WAZ- Verlängerung steht noch an.
    Themenbrief Betriebsratswahl Telekom 2018 - Seite 4 ver.di FB 9 Themenbrief - Seite 4

     
    Weitere Tarifpolitische Themen gelöst

    • DT GS: Integration in DT Technik, mit sofortigem Entgeltgewinn in Höhe von 3.000€ Jahresgehalt zum 01.05.2018.
       
    • Zukunft Ausbildung (Verabredung zu Einstellung und Übernahme von Nachwuchskräften).
       
    • Tariferhöhungen im Volumen und Laufzeit T-Service wurden auch für die Beschäftigten der ISP GmbH und VCS durchgesetzt.
       
    • DT Technik: 640 Mitarbeitern aus dem Projekt INS (Unterstützungsleistung für die DT Technik) erhalten Angebot zur dauerhaften Übernahme zum 01.08.2018. Dabei erfolgt eine umfassende tarifliche Absicherung der Konditionen.
       
    • DT Technik / DTA: tarifliche Regelungen zu bundesweiten planbaren bzw. nicht planbaren bundesweiten Einsätzen. Verbesserung der Einsatzkonditionen für INS / FFTx Ausbau.
       
    • Für den Wechsel von TPS/BPR-Arbeitnehmern in die Segmente wurden Eckpunkte der Überleitkonditionen für tarifgebundene BPR-Arbeitnehmer, die das unbefristete Arbeitsvertragsangebot in den Ziel-gesellschaften der Segmente zum 01.01.2018 annehmen, vereinbart.

     
    ver.di Exklusivleistungen

    ver.di-Sozialverein e.V. bietet Exklusivleistungen für ver.di-Mitglieder, die aktive oder ehemalige Beschäftigte der Deutschen Telekom AG sind. Es erfolgt eine Unterstützung bei finanzieller und sozialer Not sowie Unterstützung bei Erholung (bei Vorliegen der Voraussetzungen) und Zuschüsse zur Aus- und Fortbildungsmaßnahmen.

    Zusätzliche Arbeitsbefreiung für ehrenamtliche Mitarbeit in ver.di: Beschäftigte, die in regionalen und/oder zentralen ver.di-Spitzengremien ehrenamtlich mitarbeiten, erhalten - über die bestehende Regelung hinaus – 5 zusätzliche Freistellungstage im Jahr.

     
    Einordnung

    Die oben aufgeführten Erfolge fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis, unseres gemeinsamen Handelns im Telekom Konzern. ver.di als Tarifvertragspartei, unsere ver.di Vertreterinnen in den Aufsichtsräten und die vielen ver.di Kolleginnen in den Betriebsräten sind eng verzahnt und ziehen an einem Strang. Das müssen sich die Beschäftigten und unsere Mitglieder bewahren!

    Dieser tarifpolitische Themenbrief kann leider nur einen groben Überblick geben. Die vielen Tarifverträge zu Betriebsübergängen, zahlreichen Tarifrunden neben den „großen Tarifrunden“ (wie z. B. bei der DFMG, De-TeFleet, PVG) sowie die vielen maßgeschneiderten Regelungen wie z. B. die TV zu überregionalen Einsätzen, sind hier nicht umfassend darstellbar. Zur Einordnung des bisher Erreichten gehört auch eine realistische Bewertung, ob alles was tariflich erreicht wurde, bereits ausreichend stabil umgesetzt ist bzw. immer allen Bedürfnissen gerecht wird. Hierzu kann man festhalten, dass es zu einigen der angeführten Themen noch „offene Baustellen“ gibt, wie z. B. bei der Umsetzung des TV Belastungsschutz. Teilweise mussten auch Regelungen getroffen werden, die für uns schwierig waren, wie z B. die Regelungen zur temporären Erhöhung der WAZ.

    Aber, dies alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir insgesamt Regelungen durchgesetzt haben, die einen hohen Standard beschreiben und deutlichen Mehrwert für unsere ver.di-Mitglieder darstellen. Erreicht wurden neben höheren Löhnen, die Sicherung und der Ausbau von vorhandenen Tarifregelungen, die Erschließung neuer tarifpolitischer Felder sowie der Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen und vieles mehr.

    Einen Vergleich zu anderen brauchen wir insofern nicht scheuen. Im Gegenteil, die Regelungstiefe und der Umfang dessen was wir erreicht haben sind oft beispielgebend für andere Tarifbereiche und Branchen.

    Tarifverträge müssen immer zweimal durchgesetzt werden - erst am Verhandlungstisch, dann im Betrieb. Dazu bedarf es starke Betriebsräte, die das Erreichte vor Ort wirksam umzusetzen und mit uns gemeinsam weiter aktiv an den Herausforderungen der Zukunft mitarbeiten.

    Eine durchsetzungsstarke Gewerkschaft ver.di und die ver.di Betriebsräte im Konzern Deutsche Telekom sind Grundvoraussetzung um an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen.

    Betriebsratswahl 2018 - Teaserformat ver.di Betriebsratswahl

     
     

    Wir wünschen den Kandidatinnen und Kandidaten von ver.di viel Erfolg bei der Betriebsratswahl!