Telekom-Konzern

    Standortkahlschlag in der DTTS?

    Standortkahlschlag in der DTTS?

    Erklärung der ver.di Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom Technischer Service GmbH (DTTS) zu beabsichtigten Standortschließungen in der DTTS:

    Am 15. Juni 2015 hat die Geschäftsführung der DTTS den Aufsichtsrat der DTTS und unmittelbar danach die Beschäftigten über das Konzept „Zukunft Innendienst DTTS“ informiert.

    Nach Vorstellung der Arbeitgeberseite sollen die derzeit bestehenden Standorte (aktuell an 153 Orten) bis Ende 2017 auf 18 reduziert werden. Das bedeutet die Schließung von mehr als ca. 85% aller bestehenden Standorte!

    Die Arbeitnehmerbank verurteilte diese Absichten der Arbeitgeberseite scharf, da sie in der vorgestellten Form die Beschäftigten unzumutbar belasten und aus Sicht der Arbeitnehmerbank den Geschäftsauftrag sowie den Erfolg der DTTS gefährden!

    Das vorgestellte Konzept ist ein unverantwortlicher Kahlschlag!!!
    Dieses Konzept überfordert die Beschäftigten und stellt einen Angriff auf die Beschäftigungsperspektiven in der DTTS dar!!!

    Info Standorte DTTS ver.di Info Standorte DTTS

    Die Beschäftigten der DTTS stehen für qualitativ hochwertigen technischen Kundenservice, zeigen höchste Flexibilität und helfen dem Unternehmen mit außergewöhnlichem Einsatz! Sie bewältigen die Servicekrisen oder die regelmäßigen Gewitter- / Unwetterphasen! Sie engagieren sich im Aufbau der Wachstumsfelder, bei der Umstellung auf die IP Plattform, beim INS Ausbau und haben in den letzten Jahren zudem erhebliche Produktivitätssteigerungen und besten Service für die Kunden geleistet!

    Ist das Konzept „Zukunft Innendienst“ jetzt der Dank dafür?

    Auf den „ersten Blick“ ist - bei Realisierung von nur 18 Standorten - festzustellen:

    • von den ca. 10.000 Beschäftigten in den Innendienstbereichen wären weit mehr als die Hälfte von zum Teil gravierenden Veränderungen ihrer Arbeitsplätze und insbesondere ihrer Arbeitsorte betroffen!
       
    • ca. 3.000 Beschäftigte hätten zukünftig Fahrzeiten oberhalb von 60 Minuten für den einfachen Fahrweg zu ihrem neuen Standort (hin und zurück weit oberhalb von 120 Minuten täglich)!
       
    • für mehr als 500 Beschäftigte würde das Konzept sogar Fahrzeiten von mehr als 120 Minuten für einen Fahrtweg (hin und zurück also mehr als 4 Stunden täglich) bedeuten!

    Dieses Konzept ist unzumutbar!!!

    Damit riskiert die Arbeitgeberseite:

    • den Motivationsverlust der Beschäftigten und den Wegfall der bisherigen Bereitschaft zur Flexibilität
    • gravierende Auswirkungen auf die Produktivität und somit auf das Finanzergebnis der DTTS
    • die Gefährdung der Initiativen in den Wachstumsthemen und dem Neugeschäft
    • negative Auswirkungen auf die geplante Mittelstandsoffensive
    • dass die DTTS über Monate hinweg mit Diskussionen zu den Standorten nach innen „gelähmt“ wird, die laufende IP Umstellung PK/GK ins stocken gerät und die Bereitschaft zur INS Unterstützung leidet, sowie
    • die gerade wieder hergestellte Qualität der Serviceleistung wieder in Mitleidenschaft gezogen wird und daraus eine neue Servicekrise entsteht!

    Zudem muss sich das Management darüber bewusst sein, dass sie die Telekom mit der geplanten Schließung von Standorten erneut in eine negative öffentliche Debatte stellt. Neben diesem möglichen Imageschaden besteht die Gefahr, dass bei den Beschäftigten das teilweise gerade „wieder gefundene Vertrauen“ ins Management mit einem Schlag verspielt wird!

    Die Arbeitnehmerbank des Aufsichtsrats hat die Geschäftsführung aufgefordert dieses Konzept in der vorgelegten Form nicht umzusetzen und mit ver.di und den Betriebsräten unverzüglich in Verhandlungen einzutreten. Die Arbeitnehmerbank fordert in einer ersten Reaktion: deutlich mehr Standorte, eine deutlich längere Umsetzungsphase (als 2017), Maßnahmen zur Abmilderung von Betroffenheiten sowie Schutz- und Standortzusagen.

    Die von der Geschäftsführung getätigte Zusage, das Konzept verhandeln zu wollen um „gemeinsame Lösungen“ zu finden, sehen wir als ein erstes wichtiges Signal sozialverträgliche Lösungen zu schaffen.

    Gemeinsam werden die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der DTTS, die Betriebsräte und ver.di, für nachhaltige Arbeitsplätze und Standorte der DTTS streiten. Die Geschäftsführung und das Management werden wir an Ihrer Bereitschaft messen, an „echten tragfähigen Lösungen“ zu arbeiten und sich diesen nicht zu versperren!

    Bonn, 15.06.2015;
    die ver.di Kolleginnen der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat der DTTS.

     
     
    Aufgrund der entstandenen Situation wurde der Bundesfachbereichsvorstand für Mittwoch, 17. Juni zu einer Sondersitzung eingeladen.
    Weitere Informationen folgen danach!