Telekom-Konzern

    Aktionärsversammlung Telekom 2018

    Aktionärsversammlung Telekom 2018

    Hauptversammlung Deutsche Telekom AG, Bonn, 17. Mai 2018

    CEO Höttges: „Wir wollen führend sein, in der Art, wie wir etwas tun.“

    Gleich zu Beginn des Geschäftsberichtes von Herrn Höttges stand der Dank an die Mitarbeiter, ihr Einsatz wurde gewürdigt, sie seien fleißig und loyal.

    Kornelia Dubbel in der Hauptversammlung der Deutschen Telekom AG am 17.05.2018 in Bonn Jenny Jungehülsing Kornelia Dubbel

    Gerne aufgegriffen von der Belegschaftsvertreterin Kornelia Dubbel, die als Gegenleistung für die Mitarbeiter in den USA endlich den entsprechenden Respekt und eine Stimme im Betrieb forderte und Herrn Höttges beim Wort nahm, der für das Unternehmen das Motto ausgegeben hatte, „führend“ sein zu wollen, „in der Art, wie man etwas tut“ und der von der „richtigen Haltung“ und „den richtigen Werten“ sprach, die ein Unternehmen bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen beachten sollte.

    Genau das sei die richtige Einstellung, um endlich ein vernünftiges Miteinander zwischen T-Mobile und der Gewerkschaft CWA (Communications Workers of America) herbeizuführen, so Kornelia Dubbel. Es dürfe doch wohl nicht sein, dass „der Schwanz mit dem Hund wedelt“ und Herr Legere bestimme, wo es lang geht. Er, Höttges, habe als Chairman des amerikanischen Unternehmens den Einfluss und die Kompetenz, das auf den Weg zu bringen.

    Leider wurden von Herrn Höttges keine neuen Antworten dazu gegeben.

    Das sei Sache des amerikanischen Managements, das Unternehmen werde mit Auszeichnungen überschüttet. Der Eindruck, man behandle die Mitarbeiter schlecht, sei falsch. Genau das Gegenteil sei der Fall, wie die hervorragenden Ergebnisse der Mitarbeiterbefragungen belegen.

    Man akzeptiere das Recht auf Koalitionsfreiheit im Rahmen der jeweiligen nationalen Regelungen. „Wir akzeptieren die Entscheidung der Mitarbeiter, Gewerkschaftsmitglied zu werden oder nicht“, so Herr Höttges wörtlich. Er verwies auf einige Bereiche bei T-Mobile US, die sich für eine gewerkschaftliche Vertretung entschieden haben, „dort arbeiten wir mit der Gewerkschaft auch gut zusammen“, so Herr Höttges.

    Das sehen die CWA und unsere TU-Mitglieder in den USA allerdings anders. T-Mobile versucht gerade massiv und mit allen Mitteln, die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die gewerkschaftlich organisierte Techniker-Gruppe in Connecticut zu verhindern. Würde das gelingen, wäre die gewerkschaftliche Anerkennung der Techniker-Gruppe Geschichte. Nennt man das gute Zusammenarbeit?

    Breiten Raum nahm im Bericht von Herrn Höttges natürlich auch die vereinbarte, wenn auch noch nicht genehmigte Fusion von T-Mobile und SPRINT ein, sowie der Service für den Kunden, bzw. die Entwicklungen für „zukünftige Kundenerlebnisse“. Für die Mitarbeiter in den technischen Bereichen stellte Kornelia Dubbel die schon sehr lange anhaltende Überlastungssituation dar, unter der die Kolleginnen und Kollegen arbeiten müssen. Auf die Frage, wann und welche Maßnahmen für Abhilfe sorgen, teilte Herr Höttges mit, dass aktuell 600 Einstellungen für die Technik vorgesehen seien. Auch die Frage der Zielerreichung wurde angesprochen. Es dürfe nicht sein, dass den Mitarbeitern eine geringere Zielerreichung zugemutet wird als dem für die schwierige Situation verantwortlichen Management. Herr Höttges verwies darauf, dass der Aufsichtsrat die Zielerreichung inzwischen auf 100% angehoben habe. Zukünftig sei ohnehin die Abkehr von variablen Zahlungen geplant und den Mitarbeitern seien dann 100% sicher.

    Die Auseinandersetzungen bei T-Systems mit dem neuen CEO, Herr Adel Al-Saleh zu den Umbauplänen kamen ebenfalls sehr deutlich zur Sprache. Herr Höttges versicherte, man wolle den sozialverträglichen Umbau, den man seit Jahrzehnten praktiziere, beibehalten. Es sollen „vernünftige Wege“ gefunden werden, allerdings seien „einschneidende Maßnahmen unumgänglich“, um das Unternehmen wieder nach vorne zu bringen. Dennoch wolle man so viele Menschen wie möglich beschäftigen.

    Wir werden sehen, ob die Botschaften sich bewahrheiten.

    Eines steht fest, die Belegschaft wird weiter für alles kämpfen müssen, manchmal auch, um Verschlechterungen zu verhindern.