Tarifbewegung 2016

    Bundesweite Auftaktkonferenz zur Tarifrunde Telekom 2016

    Bundesweite Auftaktkonferenz zur Tarifrunde Telekom 2016

    Tarifpolitische Konferenz BuFB 9, Fulda 4.2.2016 Manfred Geneschen Tarifpolitische Konferenz

    Am Donnerstag, 4. Februar 2016 trafen sich in Fulda 250 Vertrauensleute aus allen Landesfachbereichen. Wir haben uns gemeinsam auf den Start der Tarifrunde 2016 für die ver.di-Mitglieder bei der Telekom und auch auf die notwendige Begleitung der Tarifverhandlungen eingestimmt. Obwohl die Konferenz aus organisatorischen und terminlichen Gründen an einem der höchsten Feiertage (Weiberfastnacht) stattfinden musste, hatten es auch aus unserem Landesfachbereich NRW 50 Kolleginnen und Kollegen auf sich genommen, nach Fulda zu fahren.

    Mit der Auftaktkonferenz endet die Vorbereitungsphase für die Tarifrunde im Deutschland-Segment des Telekom-Konzerns

    Zum 31. Januar 2016 haben wir die Entgelttarifverträge für die Deutsche Telekom Kundenservice GmbH (DTKS), die Deutsche Telekom Technik GmbH (DT Technik), die Deutsche Telekom Technischer Service GmbH (DTTS), die Telekom Deutschland GmbH (TDG) und die Deutsche Telekom AG, einschließlich der Entgelttarifverträge für die Azubis und dual Studierenden, gekündigt.

    Der ehrenamtliche Bundesfachbereichsvorstand hat, auf Basis der zuvor geführten Mitgliederdiskussion, am 8. Dezember 2015 die Tarifforderungen für die ver.di-Mitglieder im Deutschland-Segment beschlossen.

    Wir fordern:

    • Erhöhung der individuellen Entgelte und der Entgelttabellen um 5%
    • Laufzeit 12 Monate
    • Komponente zur überproportionalen Anhebung der unteren Einkommen
    • Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen
    • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und der Vergütungen für Duale Studenten sowie der Einmalprämie für „EQ´s“ um 60 €; Anhebung der Unterhaltsbeihilfe

    Michael Halberstadt, Bereichsleiter Tarifpolitik Grundsatz im Bundesfachbereich und unser Verhandlungsführer für das Deutschland-Segment, stellte sowohl die wirtschaftliche Situation in der Branche als auch die des Telekom-Konzernes dar. Im Branchenbarometer des Arbeitgeber-Interessenverbandes Bitkom ist das Saldo der Umsatzerwartung auf 66 Punkte gestiegen und liegt damit deutlich über den Konjunkturerwartungen für die Gesamtwirtschaft. Die Branchenumsätze steigen. Und das sowohl im IT- als auch im TK-Bereich. Der Konzernüberschuss der Telekom ist im 3. Quartal 2015 auf 800 Millionen Euro gestiegen. Michael gab uns einen Blick auf die Produktivitätssteigerungen und Inflationsraten der Vergangenen Jahre und wagte diesbezüglich auch Prognosen.

    Michael Halberstadt in der Tarifpolitischen Konferenz BuFB 9, Fulda 4.2.2016 Manfred Geneschen Michael Halberstadt

    Wir können feststellen, dass wir als ver.di für unsere Mitglieder im Telekom-Konzern, auch in einer langfristigen Betrachtung über die letzten 10 Jahre, kontinuierliche Reallohngewinne durchsetzen konnten. Und das nicht, weil wir die Arbeitgeber am Verhandlungstisch mit unseren guten Argumenten zur Einsicht hätten bewegen können, sondern weil wir sie mit unserer gemeinsamen Durchsetzungskraft in den Betrieben dazu zwingen konnten.

    Der tarifvertragliche Ausschluss von betriebsbedingten Beendigungskündigungen, den wir in der Vergangenheit den Arbeitgebern immer wieder abgerungen haben, hat für die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben einen hohen Wert. Diese Tarifverträge sind im Deutschland-Segment zum 31. Januar 2016 ausgelaufen. Für die RSS läuft er am 31. März aus.

    Lothar schröder in der Tarifpolitischen Konferenz BuFB 9, Fulda 4.2.2016 Manfred Geneschen Lothar Schröder

    Wir werden „mit Zähnen und Klauen“ kämpfen, um für unsere ver.di-Mitglieder auch für die Zukunft den Arbeitgebern wieder Tarifverträge abzutrotzen, die betriebsbedingte Beendigungs-kündigungen ausschließen. Das Schwert der Drohung mit betriebsbedingten Kündigungen, als Spitze der Bedrohung und Erpressung, darf der Telekom nicht überlassen werden.

     
    Gemeinsame Verhandlungen für das Deutschland-Segment

    Mit den Telekom-Arbeitgebern konnte inzwischen wieder eine Vereinbarung getroffen werden, dass die, formal eigenständigen, Tarifauseinandersetzungen im Deutschland-Segment in einer gemeinsamen Verhandlungskommission verhandelt werden.
    In diesen Verhandlungsblock werden auch die Tarifverhandlungen für die ver.di-Mitglieder in der Deutsche Telekom Regional Services and Solutions GmbH (RSS) mit einbezogen. Aus ihrer Historie als ehemalige Tochter der T-Systems hat die RSS zwar noch eine Laufzeit des Entgelttarifvertrages bis zum 31. März. Da die RSS inzwischen aber ein Tochterunternehmen der Telekom Deutschland GmbH ist und aus der DTTS heraus gesteuert wird, gehört sie mit zum Verhandlungsblock des Deutschland-Segmentes. Auch die Verhandlungen für die ver.di-Mitglieder in der Vivento Costumer Services GmbH (VCS) werden in diesen Verhandlungsblock mit aufgenommen.

    Die Tarifverhandlungen für die ver.di-Mitglieder im Deutschland-Segment werden am 24. Februar aufgenommen.

    Auf der Basis einer bestehenden unbefristeten Schlichtungsvereinbarung konnten wir sicherstellen, dass, sofern nach einem Scheitern der Verhandlungen die Schlichtung angerufen würde, für uns die Möglichkeit bestünde auch eine gemeinsame Schlichtung für das gesamte Deutschland-Segment zu erzwingen. Wie üblich würde für den Verlauf einer Schlichtung vorübergehend wieder Friedenspflicht herrschen. Wichtig ist, dass ein Ergebniss einer Schlichtung (sofern es denn überhaupt zu einer kommen würde) nicht mehr und nicht weniger als eine dringende Empfehlung an die Tarifvertragsparteien darstellen würde. Nur wenn in anschließend wieder stattfindenden Tarifverhandlungen die Arbeitgeber ein entsprechendes Angebot unterbreiten und wir dies unsererseits auch annehmen, entfaltet ein Schlichtungsspruch Wirkung.

     
    Die Tarifrunde 2016 wird kein Selbstläufer

    „Mitgliederorientierung, Beteiligungsorientierung und Konfliktorientierung sind die Schlüsselfaktoren um die Tarifrunde 2016 erfolgreich zu bestreiten!“

    Michael Halberstadt, ver.di-Verhandlungsführer im Deutschland-Segment

    In den letzten Tarifrunden war das Telekom-Management nicht ein mal ohne den begleitenden Druck von Streiks in den Betrieben bereit und in der Lage verhandlungsfähige Angebote zu unterbreiten.

    Dabei wäre eine Tarifrunde eine wunderbare Gelegenheit für das Telekom-Management, der Belegschaft zu beweisen, dass man von Wertschätzung der Beschäftigten nicht nur in Hochglanzbroschüren schwadroniert, sondern sie auch mal im wirklichen Leben unter Beweis stellt.

    Auch die Telekom-Spitze unter Herrn Höttges als Konzernchef und Herrn Illek als Personalvorstand bekommt von uns die Möglichkeit uns diesbezüglich positiv zu überraschen. Wir sind in freudiger Erwartung.

    Tarifpolitische Konferenz BuFB 9, Fulda 4.2.2016 Manfred Geneschen Frank Sauerland

    Sollte das Telekom-Management diese positive Überraschung aber schuldig bleiben, so werden wir gut vorbereitet sein, ihnen mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben Nachhilfe in gelebter Wertschätzung der Beschäftigten und ihrer täglichen Arbeit zu geben.

    Am Tag vor der Konferenz waren unsere zentrale Arbeitskampfleitung im Bundesfachbereich und unsere LandesarbeitskampfleiterInnen wieder einmal zusammen in Klausur und haben weiter alle im Verlauf der Tarifrunde ggf. erforderlichen Szenarien mit der uns eigenen positiven Penetranz vorbereitet.

     
    Tarifrunde T-Systems

    Tarifpolitische Konferenz BuFB 9, Fulda 4.2.2016 Manfred Geneschen Tarifpolitische Konferenz

    In der Konferenz fand mit den Vertrauensleuten auch ein reger Austausch darüber statt, wie wir unsere Durchsetzungsfähigkeit in den Betrieben der T-Systems weiter ausbauen.

    Die Entgelttarifverträge für die ver.di-Mitglieder in den Betrieben der T-Systems sind zum 31. März 2016 kündbar. Unser ehrenamtlicher Bundesfachbereichsvorstand hat in seiner Sitzung am 1. und 2. März auf der Tagesordnung das entsprechende Forderungspakt zu beschließen.

     
    Jetzt Mitziehen

    Allen Tarifrunden ist gemein, dass in ihnen viel argumentiert wird. Aber auch, dass die Frage, ob unsere Argumente am Verhandlungstisch auch Wirkung entfalten, im Kern ausschließlich davon abhängig ist, dass die Arbeitgeber sich einer Belegschaft gegenüber wissen müssen, die geschlossen und bei Bedarf auch auf der Straße für ihre Forderungen eintritt.

    Wir sind im Telekom-Konzern als ver.di in ganz vielen Betrieben mitgliederstark und organisatorisch ausgezeichnet aufgestellt. Es gibt aber in allen Betrieben noch Kolleginnen und Kollegen, die bisher „vergessen haben“ ver.di-Mitglied zu werden.

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

    Spätestens jetzt wird es Zeit ver.di-Mitglied zu werden!

    Nicht nur, aber auch weil im Falle des Falles natürlich nur ver.di-Mitglieder Streikgeld bekommen!

    Jetzt ver.di-Mitglied werden!
    Jetzt weitere ver.di-Mitglieder werben!

     
    Ein Pfund Impressionen aus der Konferenz: