Tarifbewegung 2018

    Tarifrunde T-Systems: Erweiterte Sondierungen bringen Tarifergebnis

    Tarifrunde T-Systems: Erweiterte Sondierungen bringen Tarifergebnis

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    Einigung nach acht Monaten erreicht!

    In den vergangenen Wochen wurden die am 19. Oktober vereinbarten „erweiterten Sondierungsgespräche“ zur Lösung des Tarifkonfliktes für die ver.di-Mitglieder in den Betrieben der T-Systems intensiv fortgesetzt. In den Gesprächen wurden unterschiedliche Möglichkeiten zur Beilegung des Konfliktes und damit zur Abwendung einer Eskalation der Tarifrunde betrachtet.

    Am 22. November konnte ein einigungsfähiges Gesamtpaket erzielt werden. Damit geht eine der längsten Tarifrunden im Konzern Deutsche Telekom zu Ende. Fast acht Monate mit zahlreichen offiziellen Verhandlungsterminen, Sondierungen, zahlreichen betrieblichen Aktionen sowie Warnstreiks und zuletzt die intensiven erweiterten Sondierungen der Verhandlungskommission waren dazu nötig.

     
    Das Ergebnis enthält folgende Elemente:

    Erhöhung der Tabellen und individuellen Jahreszielentgelte:

    • ab 01.01.2019 um 3% (EG1-5) bzw. 2% (alle anderen EG)
    • ab 01.01.2020 um weitere 2,5% (alle EG)
    • Laufzeit bis 31.12.2020

    Abschaffung der Variablen im Nichtvertrieb in folgenden Stufen:

    • für 2018 eine Mindestsicherung der Unternehmenszielerreichung auf mind. 100%
    • in 2019 eine feste Variablenzahlung in Höhe von 100% (bei unveränderten Zahlzeitpunkten)
    • in 2020 eine feste Variablenzahlung in Höhe von 100% (bei monatlicher Auszahlung des festen variablen Anteils)
    • ab 01.01.2021 die Umwandlung der Variablen in ein festes Entgelt, welches zu 1/12 ausgezahlt wir

    Umstellung der Variablen in Vertriebsbereichen:

    • ab 01.01.2019: 100% Individual- / Teamziele
      (Entfall des bisherigen Unternehmenszielanteils)

    Anhebung und Verlängerung des bisherigen Förderbeitrages für das Lebensarbeitszeitkonto um 50€ auf 350€ und Verlängerung bis 31.12.2020
    (bei ansonsten unveränderten Bedingungen)

    Einführung von Lebensarbeitszeitkonten in der MMS GmbH ab ca. Ende 2020; inkl. Eröffnung der Möglichkeit, dass die MMS Beschäftigten dann rückwirkend die Förderleistung für die Jahre 2019/2020 erhalten können (wenn die sonstigen Voraussetzungen wie z.B. Eigenbeitrag, Entgeltgrenzen erfüllt sind)

    Verhandlungszusage zur Ausgestaltung eines neuen zusätzlichen Teilzeitmodells zur Ermöglichung von zusätzlichen freien Tagen („ADO“ Modell: Aditional Days Off)

    Verlängerung der Regelung zur altersreduzierten Arbeitszeit
    (diese wird bis Ende 2020 weiter in Form der WAZ Absenkung realisiert)

    Abschluss einer Nichtmaßregelungsvereinbarung
    (mit dieser wird u.a. der ansonsten eintretende Verlust z.B. in der betrieblichen Altersvorsorge „als Streikfolge“, vermieden)

    Zahlung einer Mitgliederkomponente in folgender Form:

    • ver.di Mitglieder erhalten für 2018 eine um 5% höhere Zielerreichung gezahlt
      (das konkrete Verfahren dazu wird noch geklärt)

    Keine Regelung zur Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Beendigungskündigungen

    • Damit erhält sich ver.di die Handlungsfähigkeit, für den Fall, dass der Arbeitgeber beabsichtigt im Rahmen der Transformation TSI Beendigungskündigungen auszusprechen

     
    Bewertung des Tarifergebnisses durch die ver.di Verhandlungskommission

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    Gegenüber den letzten Arbeitgeberangeboten befinden sich im Ergebnis deutlich verbesserte Entgelterhöhungen. Neben den prozentualen Erhöhungen beinhaltet dieses auch Komponenten zur geforderten „Steigerung der Einkommensgerechtigkeit“ (die insbesondere die ver.di Mitglieder bei der MMS GmbH positiv betreffen).

    Daneben ist es ver.di gelungen, für die T-Systems Unternehmen erste Schritte zur Konzernharmonisierung durchzusetzen. Dies betrifft z. B. die Abschaffung der Variablen im Nichtvertrieb, eine gleichlautende Verhandlungszusage zu einem „ADO Modell“ und die Erhöhung und Verlängerung des Förderbe-trages in den Lebensarbeitszeitkonten sowie die Einführung dieser bei der MMS GmbH.

    Mit der Nichtmaßregelungsvereinbarung, werden alle möglichen Maßregelungen ausgeschlossen und auch die mittlerweile eingetretenen Verluste in der betrieblichen Altersvorsorge wieder ausgeglichen.

    Durch die Verlängerung der Regelungen zur altersreduzierten Arbeitszeit konnte ein zusätzlicher Abbau von mehreren hundert Stellen verhindert werden.

    Für ver.di blieb es in den Verhandlungen inakzeptabel, eine Regelung zum Kündigungsschutz zu verabreden, die dem Arbeitgeber einseitige Möglichkeiten zum Ausstieg aus diesem Schutz eröffnet und dafür die Konfliktfähigkeit zu diesem Thema aufzugeben. Eine derartige Regelung wird ver.di auch zukünftig nicht akzeptieren. Deshalb bleibt es jetzt bei dem Schutzniveau des vereinbarten Interessenausgleiches. Sollte der Arbeitgeber entgegen seiner Aussagen „auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen verzichten zu wollen“ dennoch derartige Kündigungen planen, behält sich ver.di mit dem jetzigen Vorgehen die Handlungsfähigkeit, dann dagegen vorzugehen.

    Die Leermonate in 2018 werden für ver.di Mitglieder durch die vereinbarte „Mitgliederkomponente“ abgemildert.

     
    Einstimmige Empfehlung der Verhandlungskommission

    Die ver.di Verhandlungskommission bewertet das Ergebnis als ein tragfähiges Gesamtpaket und empfiehlt der zuständigen großen Tarifkommission einstimmig dem Verhandlungsergebnis zuzustimmen. Der Beschluss steht noch aus und ist für Ende November vorgesehen.

    Ich zieh mit ver.di Ich zieh mit!

     
    Unser Dank gilt Allen, die sich „mit langem Atem“ an den zahlreichen ver.di Aktionen der letzten Monate beteiligt haben.
    Das Durchhalten hat sich gelohnt!
    Ohne Euch wäre dieses Ergebnis nicht erreicht worden!
     

    Pressemitteilung ver.di Bundesvorstand:

    Einigung im Tarifkonflikt bei der T-Systems

    26.11.2018

    Im Tarifkonflikt zwischen der T-Systems und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) haben sich beide Seiten nach einer fast achtmonatigen Auseinandersetzung auf ein Tarifergebnis für die rund 11.000 tarifgebundenen Beschäftigten geeinigt, das Entgelterhöhungen im nächsten und übernächsten Jahr vorsieht. „Angesichts der schwierigen ökonomischen Situation können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es ist ein tragfähiges Gesamtpaket“, sagte Verhandlungsführer Michael Jäkel. So sei es etwa gelungen, erste Schritte zur Harmonisierung im Gesamtkonzern Deutsche Telekom umzusetzen. Zudem sei eine stufenweise Abschaffung der Variablen im Nichtvertriebsbereich vereinbart worden. Die große Tarifkommission muss dem Ergebnis noch zustimmen; sie tagt am Freitag, dem 30. November 2018.

    Im Einzelnen sieht das Tarifergebnis Entgeltsteigerungen in Höhe von 3,0 Prozent (in den Entgeltgruppen 1-5) beziehungsweise 2,0 Prozent (in den anderen Entgeltgruppen) ab 1. Januar 2019 vor. Ab 1. Januar 2020 folgt eine weitere Entgelterhöhung von 2,5 Prozent für alle Entgeltgruppen. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

    Das Tarifergebnis beinhaltet keine Regelung zur Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen. Damit erhält sich ver.di Handlungsfähigkeit für den Fall, dass der Arbeitgeber im Rahmen der Transformation der T-Systems entgegen seiner bisherigen Aussagen doch beabsichtigen sollte, betriebsbedingte Beendigungskündigungen auszusprechen.

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