Wirtschaftspolitik

    Wirtschaftspolitik aktuell: Wem nützen Beitragsgrenzen?

    Wirtschaftspolitik aktuell: Wem nützen Beitragsgrenzen?

    Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Sozialbeiträge deckeln. Sie sollen unbedingt unter 40 Prozent des Bruttolohns bleiben.

    Begründung: Die Belastungen durch Rente, Gesundheit & Co. müssten gebremst werden. Auch im Koalitionsvertrag steht das 40-Prozent-Ziel – „im Interesse von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern“ heißt es dort sogar.

    Doch die Beschäftigten brauchen vor allem eine gute soziale Absicherung etwa im Alter, bei Krankheit oder bei Arbeitslosigkeit. Von einer Begrenzung der Sozialbeiträge profitieren nur die Arbeitgeber. Die so genannten „Lohnnebenkosten“ sind ein Teil der Lohnkosten – weshalb Unternehmer sie genau wie die Löhne drücken wollen. Die negativen Folgen müssten die Beschäftigten alleine ausbaden. Sei es in Form schlechterer Leistungen, höherer Eigenbeiträge und Zuzahlungen oder zusätzlicher Vorsorge auf eigene Kosten, Stichwort Riester.

    Sozialversicherungsbeiträge ver.di Beitragssätze

    Tatsächlich sind die Sozialbeiträge heute niedriger als in den 2000ern. Wenn wir in den kommenden Jahrzehnten gute Renten und gute Pflege wollen, werden die Beiträge aber um einige Prozentpunkte steigen müssen. Eine Begrenzung der Sozialbeiträge soll das verhindern. Sie soll die Sozialkürzungen der Zukunft vorbereiten.

    Doch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Einkommen werden weiter zunehmen. Unser Land kann sich auch zukünftig soziale Sicherheit leisten. Wenn sie gerecht finanziert wird, durch Steuern und Sozialbeiträge.